Sie interessieren sich für Fotografie und die Kunst des Sehens? Dann sind Sie hier richtig.
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29.
APR
Internationales Trickfilmfestival in Stuttgart: Tricks for Freaks
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Im Stuttgart-Blog ist seit gestern ein kleiner Überblick von mir über den “Internationalen Wettbewerb 2″ des 14. Internationalen Trickfilm-Festivals zu lesen. Da einiges aus dem Festival auch im Ludwigsburger Caligari zu sehen ist, hatte ich es zum Glück nicht weit.
Mal schauen, wo ich noch hingehen werde. Die Atmosphäre auf dem Schlossplatz (abends Konzert, danach Freiluftkino) könnte ja ganz nett sein.
Auf jeden Fall scheint sich die Animations-Prominenz in Stuttgart die Klinke in die Hand zu nehmen. Immer wieder erstaunlich, welche Kreativität dieses Häuflein Mensch, der Mensch an und für sich, in sich birgt.
23.
FEB
Pingpong: Ein Kammerspiel von Tod und Talent
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Eigentlich versammelt der Regisseur hier ziemlich viele Klischees, ging mir durch den Kopf, als ich nach dem Film nach Hause radelte. Und doch schafft er es, mit, trotz und neben diesen Klischees eine glaubwürdige Geschichte zu erzählen. Mit seinem ruhigen und dabei nie langweiligen Tempo, den fast klassischen Einschränkungen von Ort (Haus und Garten der Familie, ein Waldweg, ein See), Zeit (eine Woche im Sommer) und Personenzahl (vier Personen und ein Hund) und den spannungsgeladen Beziehungen fesselt er sein Publikum.
Paul und sein Vater begegnen sich nicht.
(Alle Medien sind Pressematerial des Arsenal-Verleihs. Fotograf: Steffen Junghans)
Die Geschichte: Paul hat vor kurzem seinen Vater verloren. Er besucht seinen Onkel Stefan, der mit seiner Frau Anna und Sohn Robert in dem Haus wohnt, in dem Paul aufgewachsen ist. Die Familie nimmt Paul zunächst nur widerwillig auf, zumal er Anstalten macht, sich häuslich einzurichten.
Bald wird klar, dass Anna einer aus ungeklärten Gründen misslungenen Pianistinnenkarriere nachtrauert und darum den begabten Robert zum Musikstudium treibt. Er soll “den Berg” nach ihren Vorstellungen “erklimmen”. (Roberts Vorspielstück für die Aufnahmeprüfung ist eine Sonate von Alban Berg, und ironischerweise teilt der hervorragender Darsteller, Clemens Berg, auch im wirklichen Leben Pianist, den Nachnamen mit dem Komponisten). Ihr unbefriedigendes Eheleben (Hausfrauenrolle mit stets abwesendem Gatten) kompensiert sie durch Karriereplanung für Robert und kaum verhüllte Liebesspiele mit dem Riesenschnauzer Schumann (!).
Paul muss sich erst in dieser konfliktgeladenen Familie zurechtfinden und gerät denn auch schnell zwischen die Fronten. Seine wachsende Zuneigung zu Anna lenkt ihn von der Erkenntnis ab, dass diese ihn für ihre Zwecke ausnutzen will, wie dieses Hörbeispiel zeigt:
Bald nach Pauls Ankunft verschwindet Stefan für eine Woche auf Dienstreise. Die Beziehungen zwischen den drei Daheimgebliebenen werden enger: Paul und Robert freunden sich zögernd an, müssen sich dafür aber dem klammernden Zugriff Annas entziehen. Sie zelten zusammen am See (steht der nitratverseuchte Teich für das unterdrückte Unterbewusste, in dem man nicht baden darf?) und kommen über den Selbstmord von Pauls Vater ins Gespräch: Eine der intensivsten Szenen des Films.
Das Nervige, Gekünstelte, Aufdringliche der Figur, die Marion Mitterhammer spielt, droht sich auf den Eindruck von der Leistung der Schauspielerin zu übertragen. Ich musste ihr aber im Laufe des Films zugestehen, dass sie Annas Gebrochenheit sehr gut verkörpert.
Robert, der sensible Künstler, kommt mit den unterdrückten Emotionen in der Familie nicht klar und ernährt sich von weißem Rum in einer Mineralwasserflasche. Sein Vorspiel an der Musikhochschule endet dann auch in einem Fiasko. Ebenso wie der Beziehung zwischen Anna und Paul, die am Ende über den Hund ausgetragen wird. Hervorragend dargestellt auch Annas Eifersucht auf Pauls und Roberts beginnende Freundschaft, symbolisiert durch das Tischtennisspiel, das Anna am Ende zerstört.
Der Film, der Matthias Luthardt da gelungen ist, überzeugt durch seine sensible Regie und die hervorragenden Schauspieler, allen voran Sebastian Urzendowsky und Clemens Berg, deren intensives Spiel den Film trägt. Die etwas übertrieben symbolisierte Bildsprache hat mich eigentlich erst im Nachhinein gestört (der saure See, die zerstörte Tischtennisplatte, Kirschbaum, der Hund als Ersatz-Liebesobjekt, der Kirschbaum als Andenken, das beschnitten werden muss). Sie wird wett gemacht durch die Zurückhaltung in Tempo, Ausstattung und Sprache. Ein unbedingt sehenswerter Film.
Weitere Informationen, Fotos und Sounddateien sowie den Trailer gibt es beim Verleih:
Schauplatz-Bewertung:





11.
SEP
Fitz und 9/11
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Gestern im ZDF: Eine neue Folge der von mir hoch verehrten britischen Serie “Für alle Fälle Fitz” (brit. Originaltitel: “Cracker”). Absolut gelungen, trotz des Themas, das zur Zeit eh aus allen Sound- und Printöffnungen quillt.Fitz ist ein unförmiger, kettenrauchender, saufender und penetranter Polizeipsychologe aus Manchester, der seine Familie zur Verzweiflung bringt und als brillanter Analytiker, dem nichts allzu Menschliches fremd ist, den Täter entlarvt. In den früheren Folgen (Hintergrund zur Serie siehe Krimiblog) hat Fitz mich oft genervt, aber ich musste sie einfach gucken, weil die Serie wie so viele aus Großbritannien einfach klasse gemacht ist. Kein Vergleich zum Durchschnitts-Tatort.
Der neue Fitz
Fitz erscheint in dieser Folge verblüffend “mellow”, Ecken und Kanten abgeschliffen und dadurch durchaus sympathischer als früher, auch wenn er für die Mithilfe am Fall seine Familie allein zurück nach Australien reisen lässt und seine Tochter bei deren Hochzeit bloßstellt. Im Gegensatz zu Nobbi finde ich die Abwesenheit von Fitzs bohrenden und für die Befragten quälenden Analysen ganz erholsam, und über Glaubwürdigkeitsmängel bezüglich mancher Realia sehe ich meist eh großzügig hinweg.
“War against terrorism” versus “The troubles”
Spannend finde ich an dieser Folge vor allem die Story: Ein Polizist, früher Soldat in Nordirland, bringt willkürlich und grausam ein paar Amerikaner in Manchester um. Warum tut er das? Er wird die brutalen Bilder aus seiner Dienstzeit in Ulster nicht los, insbesondere ein Erlebnis, bei dem zwei seiner Kameraden in einen Hinterhalt geraten und getötet werden. Was können die Amerikaner dafür? Durch “Nine Eleven” und alles, was dadurch ausgelöst wurde, wird der Nordirland-Konflikt, den Terry als Krieg erlebt hat, zu bloßen “Unruhen” degradiert. Es interessiert sich schlicht niemand mehr dafür. Dazu kommt der Hass auf die USA, weil nordirische Terroristen teilweise mit exilirisch-amerikanischen Dollars finanziert werden, und weitere Details, die bei uns kaum jemand kennt. Wie sich der Täter mit seinen Erinnerungen und Aggressionen herumquält, wie er nur die Alternative zwischen Selbstmord und Amoklauf sieht, wie er nicht vor eiskaltem Mord, aber vor dem Selbstmord zurückschreckt – “Du weißt ganz genau, wann die Kugel einschlägt. Das ist echt hart” –, das erlebt man hautnah mit. Stundenlange nächtliche Telefonate mit den Samaritern können ihm nicht helfen. Seine Frau, obwohl verständnisvoll, begreift nicht wirklich, wie schlimm es um ihn steht. Der Täter wird einem zwar nicht sympathisch, aber, wie Fitz am Ende sagt: verständlich.
Ein erschütterndes Dokument dessen, was der Krieg aus dem Menschen macht. Was der Mensch mit dem Krieg aus anderen Menschen macht.
Schade, dass an den nächsten Sonntagen keine weiteren neuen Folgen gesendet, sondern nur alte wiederholt werden. Sie waren sehr gut, aber ich habe sie teilweise schon mehrfach gesehen. Wer Englisch kann, mag sich solange mit dem Unofficial Guide to Cracker trösten. (Ha! Ich sehe dort gerade einen Ausspruch von Robbie Coltrane: “Fitz hasn’t mellowed at all. He’s still mad, bad and dangerous to know.” Hmpf. Ich finde nicht.)
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- Fotoalbum: Schreiben Schreiben in ein Gästebuch oder ein Blog ist manchmal wirklich nciht leicht. Aber wer ein wenig...
- Claudia: @nord67: sehr löblich
@R. Kneschke: nein - hab mal angeschaut, aber nichts bestellt. kann mir nichts... - R. Kneschke: Hast Du das mit dem Müsli-Versand über das Internet schon mal ausprobiert?
- Manfred: … nur eine kleine Anmerkung: Sammatz liegt (fast) am Ende der Welt, jedenfalls von Süden aus gesehen....
- nord67: Bin zwar nicht so ein Müsliesser, aber wenn, stelle ich es mir auch selbst zusammen. Danke für den Tipp mit...
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