Sie interessieren sich für Fotografie und die Kunst des Sehens? Dann sind Sie hier richtig.
Some posts and pages are available in English and German. I'll be glad if you enjoy my pages on photography.
8.
SEP
Ein paar Stare machen noch keinen Herbst, aber …
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… wenn es so viele sind, kommt schon Wehmut auf:
Heute am Spätnachmittag bei uns in der Feldmark. Ein schönes Erlebnis mit der schwatzhaften Truppe.
Zur Flickr-Diashow hier entlang.
Infos zum Vogel und seinem Zugverhalten liefert Wikipedia.
9.
AUG
Magic hour
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Zum Wochenende ein kleines Schmankerl für wochenend- und feriengeplagte Fotografen:
Danke an Fotografr für den Link.
22.
FEB
Schubladendenken – Beschränkung oder Freiheit in der Fotografie?
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Gerade im Deutschlandfunk gehört: Das Berliner Museum für Naturkunde besitzt 30 Millionen Sammlungsstücke. 30 Millionen! Aber es wird ja nicht nur gesammelt, sondern das Gesammelte wird geordnet, kategorisiert, klassifiziert, in Schubladen gepackt, einer Taxonomie unterworfen.
Woher kommt der Drang, die Dinge in Schubladen zu packen, zu ordnen, zu benennen, Kategorien zu bilden und nach welchen Regeln bilden wir sie? Psychologin Claudia Friedrich von der Universität Hamburg:
“Die Kognitionswissenschaft hat sich irgendwie nicht auf eine Regel festlegen können, wie wir jetzt Gegebenheiten in der realen Welt denn wirklich in solche Kategorien umsetzen, wir wissen nur, wir tun es. Und wir tun es sehr schnell, und solche Kategorien bestimmen unsere Wahrnehmung und unser Denken und unser Gedächtnis, also sozusagen alles, was uns so kognitiv ausmacht und wahrscheinlich deshalb, damit wir diese Welt vorhersagen können, und das war mal evolutionär von großem Vorteil.”
Und weiter:
Schlechtes von Gutem trennen, brauchbare von unbrauchbarer Nahrung unterscheiden, Gefährliches und Ungefährliches durchschauen - Kategorien im Gehirn bilden zu können, um zu überleben ist das eine. Die Anwendung dieser Fähigkeit beim Menschen aber geht weiter:
“Es bestimmt natürlich unsere Kulturpraxis, weil wir mit diesem Apparat unsere Kultur bilden, weil wir mit diesen kognitiven Apparaten alle zusammen wirken und das wahrscheinlich eine der Eigenschaften ist, die wir mitbringen in diese kulturelle Welt: Kategorien zu bilden.”
Schubladendenken oder lebensrettende Ordnung der Welt?
Dass uns das Schubladendenken hilft, unsere Welt zu verstehen, dass wir die Welt kategorisieren, um nicht von der schieren, unüberschaubaren Masse der Dinge erschlagen zu werden, ist ein Gemeinplatz. Die Heckenbraunelle teilt die Insekten in essbare und nahrhafte einerseits und in ungenießbare oder nährwertarme andererseits ein, eine Fähigkeit, die sie zum Überleben braucht. Der Mensch teilt seine Mitmenschen in sympathische und unsympathische ein, sucht Erstere und meidet Letztere. Er ordnet seine Bücher im Regal alphabetisch nach Autor oder systematisch nach Fachgebiet, sortiert “Vorgänge” in Hängemappen und Dateien in Ordner ein, um nicht den Überblick zu verlieren.
Kategorisierung in der Fotografie
Und die Fotografin: Von kameratechnischen oder objektivkundlichen Kategorien einmal abgesehen, auch die wenig hilfreichen Bindestrich-Fotografien (Makro-, Landschafts-, Porträt-, Sach-, Sport- …) einmal beseite gelassen, ist auch das Sehen vieler Fotografen von Kategorien bestimmt. Die Könige der Kategorisierer sind wohl Bernd und Hilla Becher (mehr Infos zu dem Fotografenpaar hier): Ihre fotografischen Typologien – europäische und nordamerikanische Hochöfen, Kalköfen, Fördertürme, Gasbehälter, Wassertürme oder Kohlebunker – sind legendär. Ich zitiere aus der Beschreibung einer Ausstellung in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen 2004:
Als “Typologie” bezeichnet das Künstlerpaar solche Werke, in denen Fotografien gleichen Formats zu Blöcken von 9, 12, wie hier 15 oder auch 16 Einzelbildern zusammengefasst sind. Die Objekte werden nach funktionalen, regionalen, strukturellen, historischen und ästhetischen Gesichtspunkten geordnet und zu strengen Tableaus komponiert. Der innere Zusammenhalt solcher Bildfolgen, vor allem aber die Vergleichbarkeit und Lesbarkeit der Objekte wird dabei garantiert durch die Schwarzweißfotografie, ein immer gleich bleibendes Aufnahmeverfahren, und durch die Konzentration auf wenige Konstruktionstypen.
Auch wem eine derartige Akribie fremd ist, der wird sich wiederfinden in dem Drang zur Kategorisierung. Unsere Internet-Galerie sortieren wir in Landschafts-, Porträt- und Reisefotografie, unsere Fotos in Alben oder digitale Ordner …
Ohne Beschränkung, Thema, Projekt … geht nix
Und wenn wir fotografieren gehen, ohne konkretes Ziel? Auf dem Kunstfotografie-Markt kann man heutzutage kaum noch etwas werden ohne ein “Thema”, ein “Projekt”, man beschränkt sich auf eine Kategorie, eine “Schublade”, wenn ihr so wollt, man fotografiert Serien oder eben Typologien – nur den obersten zehn, zwanzig oder hundert Fotografen wird es gelingen, mit 5, 20 oder 45 bezugslos durcheinandergewürfelten Arbeiten eine Ausstellung zu bestreiten. Auch die meisten Fotowettbewerbe setzen ein Thema.
Ausstellung zum Architekturfotografiepreis: Beschränkung als Fokussierung
Gestern gab es in der VHS Stuttgart die Vernissage der Ausstellung zum Europäischen Architekturfotografie-Preis 2007 (mehr Fotos bei architekturbild e.V.). Thema war: “Lieblingsplätze”. Schon die Preisbezeichnung stellt eine Einschränkung der Motivwahl dar (es geht um Architekturfotografie), eine weitere ist das Thema. Die extrem unterschiedlichen Interpretationen der Begriffe “Architektur” und “Lieblingsplatz” im Wettbewerb machen deutlich, dass eine Kategorie, die immer eine Sache eingrenzt und anderes ausgrenzt, offenbar immense kreative Energien freisetzt. Eine Beschränkung ist in diesem Fall, und in vielen anderen Fällen, kein Nachteil, sondern ein Vorteil: Beschränkung bedeutet Fokussierung.
Und: Die Teilnehmer des Wettbewerbs legten sich weitere Beschränkungen auf: Mit Architektur soll es zu tun haben, Lieblingsplätze sollen es sein? Gut, ich fotografiere nur eine einzige Kategorie von Lieblingsplätzen: Knastzellen, Ferienhäuser, Dauercamper bei Nacht … Das Ergebnis ist eine unglaubliche Vielfalt an Sichtweisen, Sehweisen, Fokussierungen.
Beschränkung als Mittel der fotografischen Weiterbildung
Weitere Beschränkungen lassen sich denken und werden immer wieder empfohlen, um uns fotografisch voranzubringen:
- Beschränkung auf die manuellen Einstellungen an der Kamera
- Beschränkung auf ein einziges Objektiv
- Beschränkung auf eine einzige Festbrennweite
- Beschränkung auf einen Ort, eine Tageszeit …
Wie steht ihr zur Kategorisierung in der Fotografie? Wenn ihr fotografieren geht, passiert es euch, dass ihr z.B. die Schönheit und Eleganz von Straßenpollern entdeckt und in der fremden Stadt plötzlich nur noch Straßenpoller “seht”, am Ende mit einer Typologie von Straßenpollern nach Hause kommt? Nichts anderes mehr fotografiert, euch plötzlich auf ein Thema, eine “Kategorie” beschränkt?
Mir ist sowas mal mit stinknormalen Leitungen, Telefonanschlüssen außen an Häusern etc. passiert. Etwa so:

(Mehr davon gibts hier)
Aber eine Typologie ist es nicht geworden. Dafür fehlt mir einfach die pedantische Ader. Dafür hat es mich gelehrt, dass weniger Breite mehr Tiefe bedeutet. Es war eine aufregende Entdeckungsreise. Und bis heute bin ich nicht dahintergekommen, woher genau denn jetzt meine Faszination für diese banalen Objekte rührt.
Ist das dem Menschen offenbar angeborene Denken in Kategorien eine Quelle der Kunst? Ist Sortieren, Kategorisieren, Ordnen der Welt eine Vorausssetzung für Kreativität? Banale Fragen vielleicht, doch sie treiben mich um.
Wie stehts bei euch? Empfindet ihr eine Beschränkung auf einem Gebiet als Chance zur Freiheit und Kreativität auf einem anderen? Welche Beschränkungen erlegt ihr euch beim Fotografieren freiwillig auf? Aus welchen Gründen?
20.
DEZ
Wunschzettel: Fotografen haben nie genug Zubehör
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Von einem Hörer des Photographie-Podcast Happy Shooting, dem ich ab und zu lausche, kommt der Linktipp des Tages: Cleveres Digitalkamera-Zubehör. Ob Joby Gigapod-Stative oder Gepe Speicherkarten-Safe: Einiges davon käme mir in der Fototasche oder drumrum gerade recht. Also, falls ihr Lust habt, für die unendlichen Mühen der Autorin dieses Blogs ein paar Euronen springen zu lassen – schaut mal auf meine Wunschliste bei Amazon.de (nach Claudia Brusdeylins suchen). Zu Weihnachten oder natürlich auch danach würde ich mich sehr über das eine oder andere Geschenk von der Liste sehr freuen und mich dann auch wieder (und gerne regelmäßiger als in letzter Zeit) mit tollen Beiträgen revanchieren!
1.
AUG
Fotografische Weiterbildung mit FotoTV
Abgelegt unter Lauschen, Schauen | Trackback
Kürzlich hatte ich auf die eingeschränken Internet-Angebote zum Thema Lightroom auf Deutsch hingewiesen. Video-Tutorials zum Thema Fotografie, die man im anglo-amerikanischen Raum zuhauf findet, sind bei uns noch Mangelware. Filme von YouTube oder Sevenload flimmern auf allen Bildschirmen, aber sicher nicht mit dem Ziel, uns Interviews mit Fotografen oder spezielle Tricks in der Porträtfotografie nahezubringen.
Endlich deutschsprachige Workshops und Fotografen-Interviews
In diese Lücke stößt das Internetportal FotoTV: Es bietet eine ganze Bibliothek von Filmen, Workshops und Interviews, die man teilweise kostenlos, überwiegend aber im Abo anschauen kann. Eine gute Idee des Gründers Marc Ludwig, dem Mangel an guten deutschsprachigen Tutorials und Video-Dokumentationen im Bereich Fotografie abzuhelfen und damit auch noch Geld zu verdienen:
Die Videos werden entweder von den FotoTV-Machern oder von qualifizierten Einsendern in folgenden Kategorien produziert:
- Grundlagen und Geschichte
- Aufnahmetechnik und Präsentation
- Digitale Bildbearbeitung
- Dunkelkammer
- Fotomotive
- Fotokunst
- Infos, Aktuelles, Events
Breites Themenspektrum auch für nicht zahlende Besucher
Fünf Videos können ohne Anmeldung angeschaut werden, wer Name und E-Mail preisgibt, kann auf eine Liste von zur Zeit 24 freien Beiträgen zugreifen. Das Spektrum der Themen reicht von Tipps zum selektiven Entfärben in Photoshop oder zum Erzielen des “Katzenaugeneffekts” in der Porträtfotografie über ein Interview mit dem kürzlich verstorbenen Naturfotografen Fritz Pölking bis hin zu einem Beitrag über die Erzielung eines hochwertigen Prints in der Dunkelkammer vom Experten Ralph Lambrecht.
Andreas Weidner über die Schulter schauen: Motivfindung in der Bretagne
Andreas Weidners Bericht über seine Motivfindung an der Côte du Granite Rose in der Bretagne ist ein gutes Beispiel dafür, welchen Gewinn FotoTV bringen kann. Neben praktischen Anleitungen zur Bildgestaltung und Belichtungsmessung plädiert er darin auch für eine ruhige, kontemplative Annäherung an eine Landschaft oder ein Sujet, das man fotografieren will:
[MEDIA=1]
(präsentiert mit freundlicher Erlaubnis von Andreas Weidner
und ebensolcher Unterstützung von FotoTV-Mitarbeiter Florian Engel)
Das Bezahlmodell von FotoTV sieht folgendermaßen aus: Abos von 3, 6 oder 12 Monaten kosten knapp 12, knapp 9 bzw. knapp 6 Euro pro Monat. Je länger also die Laufzeit, umso günstiger wird das Abo. Die Bibliothek umfasst zur Zeit über 90 Filme. Wie Tim von dokufoto.de halte ich diese Hürde für ziemlich hoch. Zu hoch? Ich zahle gern für gute Qualität, aber vielleicht sollte man bei FotoTV darüber nachdenken, auch ein kürzeres Abo für einen geringeren Betrag anzubieten. Da man die Beiträge in keinem Fall downloaden kann, möchte man etwas länger darauf zugreifen können, dafür aber nicht gleich 36 Euro bezahlen müssen. Und von den Tipps und Workshops zu profitieren, sie selbst auszuprobieren dauert schließlich einige Zeit.
Sind Fotografen gute Videofilmer?
Die Auswahl der Themen und Autoren ist schon jetzt reizvoll. Nachbessern könnte man noch an einigen Stellen: manchmal hapert es an der Klangqualität, manchmal ziehen sich die Beiträge etwas in die Länge, weil der Autor zum Schwafeln neigt. Es mag Fingerspitzengefühl erfordern, bekannte Fotografen bei der Erstellung eines Beitrags so zu beraten, dass man beim Anschauen nicht nach einer Minute einschläft. Manchem würde das aber gut tun. Schließlich ist nicht jeder gute Fotograf automatisch ein guter Sprecher oder gar Video-Produzent.
Andererseits: wann hat man sonst schon mal Gelegenheit, seinen großen Fotografen-Vorbildern beim Fokussieren über die Schulter zu schauen? Vielleicht reizt es euch auch, mal selbst eine Kamera in die Hand zu nehmen und über euer fotografisches Spezialgebiet einen Film zu drehen. FotoTV ist immer auf der Suche nach guten Autoren.
Schauplatz-Bewertung für FotoTV:





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- Claudia: Hallo Smylo, das ist das Training von Maike Jarsetz, das ich schon verlinkt hatte (letzter Punkt). Trotzdem...
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- lightroom_user: hier gibt’s noch was zu lightroom: noch recht neu, deshalb noch nicht viel drin:...
- sylvia: WHOW! CLaudia! das ist ein sehr spannendes Interview - und diese Fotos! Danke für den Input;-))) ich geh...
- Smylo: Vielen Dank für die schnelle Antwort. Bei Vistaprint hatte ich damals von dem kostenlosen Angebot gebrauch...
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