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28.
DEZ

Zwischen den Jahren: Fotos der Stille

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Nach den Adventswochen und Weihnachtsfeiertagen, die bei vielen Menschen hierzulande von zu viel Essen und nicht immer friedlichen Familientreffen geprägt sind, freut man sich über ein paar Tage der Stille “zwischen den Jahren”. Dieser Zeitraum, den es eigentlich gar nicht gibt, schafft auch Gelegenheit für Fotos der Stille. Die folgenden entstanden in meinem Spazierrevier bei Ludwigsburg. Meine Heimat liegt zwar weiter im Norden, aber gerade diese winterlichen Ansichten haben für mich viel mit Heimat zu tun (für eine große Version auf das Bild klicken):

Winterspaziergang I
Winterspaziergang I

Winterspaziergang II
Winterspaziergang II

Treffen unter Bämen
Treffen unter Bäumen

Tauben unter Bämen
Tauben unter Bäumen

Alle Fotos aus dieser Galerie findet ihr auf dem Foto-Schauplatz.

25.
JAN

Winterliche Mini-Wonnen

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Winterlich ist die Welt, und da wir nicht daran gewöhnt sind, feiern wir die kleinen Wunder in Weiß:

Morgens erblickte ich rätselhafte Busen auf dem Balkon, am Bahnhof kuschelten sich eingeschneite Fahrräder aneinander. Im Innenhof meiner Arbeitsstätte wissen die Bäume nicht, ob ihnen die rechte oder die linke Seite schwerer wird vom Schnee. Und auf dem Weg zur Kantine erfuhren wir, warum der Winterjasmin so heißt, wie er heißt.

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Und die Bahnhofslampen erwiesen sich als fotogen, ob bei Nacht am Ludwigsburger oder bei Tag am Vaihinger Bahnhof.

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Lustig: Henning sind die Lampen auch aufgefallen :-).

Wenn jetzt noch die Busse immer pünktlich und die S-Bahnen immer geheizt wären, könnte richtig fröhliche Winterstimmung aufkommen …

3.
NOV

Jahreszeiten

Abgelegt unter Schlendern, Worte des Tages | Trackback

Am schönsten sind die Jahreszeiten, wenn sie gerade anfangen:

  • der erste warme Tag nach einem langen Winter, wo die Luft anders riecht, die Sonne plötzlich wärmt, die Vögel sich gegenseitig zu überbieten versuchen …
  • der erste heiße Tag, an dem die Füße sich der lästigen Schuhe entledigen, die Kleidung minimalistisch wird und kalte Getränke attraktiv werden …
  • der erste Herbstgeruch, Altweibersommer, schräges Licht, mild-schmeichelnde Luft und eine Würze, ah … melancholisch beklagt man: “Jedes Jahr geht es schneller, verdammt!” und freut sich zugleich auf lange Abende und Zeit für die Fotoalben. Hypnotisiert starrt man jeden Tag aufs Neue die Bäume am Wegrand an, ob sich ihr Laub schon verfärbt, und diskutiert mit Kollegen über die chemischen Prozesse, die zu der Verfärbung führen …

Ihr merkt schon, der Herbst braucht den meisten Platz in dieser Aufzählung. Warum nur ;-)? Erfreulich sind die Übergänge zwischen den Extremen, Herbst und Frühling, auch für die Fotografin: schräges Licht, Seitenlicht, Streiflicht und warme Farben sind auch noch Mittags zu haben, wenn man sich endlich aus den Federn gepellt hat am Wochenende, im Gegensatz zum Sommer, wo das Licht tagsüber langweilig und flau ist, oder zum Winter, wo man sich zu jeder Tageszeit die Finger abfriert …

Allein, je kühler es wird, umso mehr Kleidung muss man auf und um sich und mit sich herumtragen, ein Gewicht, das sich durchaus zur Fotoausrüstung addiert. Praktisch ist allerdings, dass man endlich mal wieder ein Objektiv schnell in die Jackentasche stecken kann, was mit Hemdchen und Shorts nicht so gut geht im Sommer.

Herbst heißt auch: riesige Schwärme von Staren, die sich über den Platanen auf der Stuttgarter Königstraße sammeln, mit ohrenbetäubendem Lärm sich niederlassen und wieder auffliegen, die Passanten mit offenem Mund nach oben starren lassen und sie mit akrobatischem Formationsflug vor stahlblauem Himmel erfreuen. (Eine skurrile Anekdote zu selbstmörderischen Stuttgarter Staren findet sich hier.)

Herbst heißt auch: Kürbissuppe aus dem roten oder grünen Hokkaido, heiße Schokolade nach kalten Spaziergängen, modernde Äpfel in feuchten Wiesen, Pilze unter braunem Laub, Nebel in Niederungen.

Und um die Romantik auf die Spitze zu treiben, ende ich mit ein paar wehmütigen Worten des zeitweiligen Stuttgarters Nikolaus Lenau:

Herbst

Rings ein Verstummen, ein Entfärben:
Wie sanft den Wald die Lüfte streicheln,
Sein welkes Laub ihm abzuschmeicheln;
Ich liebe dieses milde Sterben.

Von hinnen geht die stille Reise,
Die Zeit der Liebe ist verklungen,
Die Vögel haben ausgesungen,
Und dürre Blätter sinken leise.

Die Vögel zogen nach dem Süden,
Aus dem Verfall des Laubes tauchen
Die Nester, die nicht Schutz mehr brauchen,
Die Blätter fallen stets, die müden.

In dieses Waldes leisem Rauschen
Ist mir als hör’ ich Kunde wehen,
daß alles Sterben und Vergehen
Nur heimlich still vergnügtes Tauschen.