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18.
JAN

Webmontag in trauter Ungemütlichkeit

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Eine rege Diskussion über den gestrigen Webmontag läuft ja unter dem unglaublichen Titel “Warmer Arsch” schon auf dem Stuttgart-Blog , und auch Henning hat was geschrieben. (Links zu allen Rückmeldungen gibt es auf dem Wiki). Zufrieden waren wohl die wenigsten. Ich auch nicht.

Eher ein durch Krankheit verursachtes Missgeschick war offenbar die Tatsache, dass das “Ankommen, Kennenlernen” usw. in im sterilen Foyer der Hochschule der Medien an Tischen mit überfüllten Aschenbechern stattfand. Dort saßen Leute, von denen man nicht so recht wusste: Studi oder Webmontagler? Manche waren beides, wie sich herausstellte. Auch der Hörsaal war ein denkbar ungünstiger Raum mit seiner Frontal-Sitzordnung. Diskussionslust kam nicht auf. Ließe sich nicht ein Raum finden, in dem man ein wenig “sozialer” sitzen kann?

Gelungene Intro: Video 3000

Die unguten Gefühle wurden etwas abgemildert, als Uwe Schulz von der HDM uns einen Animationszentrum aus seiner Schule vorführte: “Video 3000“, Best Film & Publikumspreis bei Webcuts 2006, von Jörg Edelmann, Jörn Großhans, Jochen Haussecker, Simon Schleidt und Marc Schleiss, Joh Weisgerber. Eine Animationsfilm in Realkulisse, wirklich sehr gut gemacht, mit witziger Pointe. Die Szene mit dem in der Luft gestoppten Glas erinnert mich an ein spannendes, aber spröde geschriebenes Buch (Thomas Lehr: “42″) über eine Gruppe von Menschen, die plötzlich damit konfrontiert sind, dass nur für sie die Zeit weiterläuft, während für die anderen um sie herum, Tiere, Menschen, Pflanzen, Wetter, die Zeit stillsteht. Sie befinden sich in einer Art Zeitblase, und das hat alle möglichen unerquicklichen Auswirkungen. Leider haben sie keine Fernbedienung … (Hier eine Rezension zum Buch.)

Aber ich schweife ab. Herrn Wittmans Blicke nach der Uhr bei den Vorträgen fand ich, anders als manch anderer, ziemlich diskret. Trotzdem war es unnötig, da wir uns ja nicht sklavisch an die Stunde halten mussten. Es war mal wohltuend, nicht zu viele Vorträge zu haben, es hätte also ganz entspannt sein können.

Handys als Fahrplantools

Die beiden Vorträge von Markus Salamon und Veikko Wünsche über mobiles Web aus verschiedenen Perspektiven fand ich noch recht interessant. Fahrpläne übers Handy sind zwar nicht sexy, aber ungemein praktisch, und es wäre klasse, wenn das mal flächendeckend und benutzerfreundlich hinhauen würde. Aber allzu gut scheinen mir die Chancen nicht zu sein (schon allein zwei komplett separate Fahrplansysteme für Nord- und Süddeutschland sprechen dem entgegen).

Communities als Spielwiese

Wenig erleuchtend allerdings Patrick Schnabels Auslassungen über Social Bookmarking am Beispiel von Mister Wong (eher für Anfänger geeignet, die waren nur leider nicht da, wie ich das einschätze) und über Online-Communities (zu den Skripts hier entlang). Letzteres war für mich wider Erwarten ganz anregend, nämlich im Hinblick auf mein Blog, das ja auch eine winzig kleine Online-Community ist, zugegeben eine Sonderform. Interessant Patricks Unterscheidung (rums, jetzt ist doch was umgekippt auf dem Balkon) von Nutzern – suchen “Boulevard”-Angebote, spielen und experimentieren gern – und Mitgliedern – wollen personalisierte Angebote und bleiben nur, wenn sie an einem möglichst komplexen virtuellen Ich feilen können, das ihnen das Abwandern zur Konkurrenz schwer macht. Weiteres: Die besten Besucherzahlen gibt es, wenn den Nutzern a) Betreiber/in persönlich bekannt ist (Überraschung!), oder man b) bereits gute Besucherzahlen hat. Toll. Ich liebe diese Henne-Ei-Probleme! Das erinnert mich an Stellenanzeigen, die blutjunge Bewerber mit jahrelanger Erfahrung suchen.

Trotzdem mein Fazit: Ich baue ein paar Spielwiesen ein, damit ihr Boulevard-Fans euch gut amüsiert, und ihr lockt mir als Gegenleistung dann die Besucher auf den Schauplatz, die sich wirklich für meinen Themen interessieren. Abgemacht? Abgemacht! Der Pageflakes-Notizblog sollte sowas sein, funktionierte aber leider nur für mich selbst. Mal schauen, was es noch gibt.

Atempause mit Foto

Schwächelt ihr schon beim Lesen? Also gut, zwischendurch mime ich mal die Alleinunterhalterin, wenn auch nur als Link: Hier sieht man nämlich Jan Theofel beim Schneiden seines phänomenal realistischen und schmackhaften Fußballkuchens, meine Wenigkeit beim Versuch, meine neu erworbene Lumix zum richtigen Belichten zu bewegen, und im Hintergrund Herrn Wittmann, der die ganze Aktion schmunzelnd beobachtet.

Problem zum Weiterdenken: Wer entwickelt Tagging 3.0?

Im Zusammenhang mit einem der Vorträge wurde angesprochen, dass Tagging nur etwas bringt, solange die Tagging-Wolken (oder Listen) noch klein sind. Große Wolke = große Unübersichtlichkeit. Ein Problem, das einem bei jeder Verschlagwortung begegnet, sei es in der Fotosammlung, in der Bibliothek (die können es zum Glück) oder im Internet. Mich nervt schon allein die Tatsache, dass es so viele Schreibweisen, Ableitungen und Wortzusammensetzungen und womöglich Synonyme gibt, die ich bei einem Thema alle angeben müsste, damit es wirklich von allen, die sich dafür interessieren, gefunden wird (Beispiel: Foto, Photo, Fotografie, Photography, fotografieren usw.).

Gibts doch schon längst, semantisches Web und so weiter. Suchmaschinen haben das Problem ja auch. Deshalb fragen G. und Konsorten ja auch immer brav “Meinten Sie xy?”. Aber fürs Tagging gibts das nicht. Konsequenz müsste sein, dass ich mir, bevor ich irgendwo, sei es im Blog, bei Del.icio.us oder von mir aus Mister Wong oder in der Fotosammlung Schlagworte vergebe, mir erstmal eine möglichst kurze und aussagekräftige Liste derselben anlegen. Das macht wohl niemand, und nicht alle Dienste, Tools oder Software bieten einem die schon vergebenen Schlagworte zur Auswahl an. So kriegt man schnell eine Tagcloud, die einer Gewitterwolkenwand in den Alpen alle Ehre machen würde. Weiß hier jemand Abhilfe?

Stimmungsvoller Ausklang

Na ja, man sieht, der Abend hat doch wieder einige Gedanken in Bewegung gesetzt. Ich freue mich also trotz der erwähnten Schwächen des letzten Webmontags auf den nächsten Termin im gastlicheren Literaturhaus.

Ludwigsburger Bahnhof im Nebel

Auf dem Nachhauseweg konnte ich mich dann doch noch ein wenig näher mit der Lumix vertraut machen. So sah es am Ludwigsburger Bahnhof aus.

Ein stimmungsvolles Ende für einen Webmontag, der sicher bald wieder stimmungsvoller wird!

14.
JAN

Wieder mal ist Webmontag

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Gerade hat mich mein Kalender an den morgigen Webmontag in der Hochschule der Medien in Stuttgart erinnert. Ich war erst einmal da, ich könnte mich dort mal wieder blicken lassen. Mal ein bisschen die Kontakte auffrischen. Details zu der Veranstaltung gibt es im Wiki zum Webmontag. Es gibt folgende Vorträge:

  • Gründungsvorhaben “Handyfahrplan” von Markus Salamon
  • Sinn und Unsinn von “Social bookmarking und tagging im mobilen Web” von Veikko Wünsche
  • “Social Bookmarking am Beispiel Mister Wong” von Patrick Schnabel
  • “Virtuelle Communities” von selbigem

Bis jetzt sind 40 Leute angemeldet. Das ist doch eine gute Zahl. Ob Jans Fußballkuchen für alle reicht?

3.
JUN

Webmontag in Stuttgart: Verheißungsvoller Beginn

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Beim Webmontag in Stuttgart gab es endlich Gelegenheit, einige AutorInnen des Stuttgarts-Blog live zu sehen. Ab 19.00 Uhr traf man sich im Literaturhaus vorab zum Klönen, wobei man die natürliche Scheu vor Fleisch gewordenen digitalen Existenzen bei sich und den anderen verspürte. J. und ich hoben außerdem den Altersdurchschnitt ein klein wenig an …

Zum Ablauf haben schon andere ausreichend geschrieben, und hier gibts ebenfalls Fotos und Berichte. Daher von mir nur ein paar Stichworte:

  • Am meisten interessierten mich der erste und der vorletzte Beitrag. Wolfgang Tischer vom Literaturcafé berichtete anregend von Entstehung, Konzept und Erfolgsgeschichte seines Projekts. (Seinen Vortrag als pdf und zum Anhören gibts übrigens hier.) Ich muss sagen, dass ich die Seite schon ein paarmal besucht hatte und sie vom Design her eher abschreckend fand. Ich fand sie visuell überladen. Eigentlich geht es mir immer noch so. Aber nach dem Vortrag habe ich mich mal genauer auf der Seite umgeschaut und bin sehr angetan. Für mich eine gelungene Mischung aus Aufmuntern zum Mitmachen, was offensichtlich gern angenommen wird, und sanfter, aber bestimmter Hilfestellung. Und dann natürlich der Podcast: Die letzte Folge gleich heruntergeladen und auf der Fahrt zur Arbeit in der S-Bahn angehört. Gut gemacht, finde ich. Wiederum die richtige Mischung aus informiertem Plauderstündchen, Information und Literatur.
    • Aside: Sehr verdienstvoll übrigens, sich die Normseite mal vorgenommen zu haben. Aus meiner Zeit als Übersetzerin weiß ich dieses Instrument zu schätzen und könnte Bände über ihre mehr oder weniger subtile Bekämpfung durch viele Verlage sprechen … [(Interessierte finden bei den Literaturübersetzern eine kleine Argumentationshilfe.)]
  • Kurz: eine ganz wichtige, informative, spannende und auch ein wenig “anheimelnde” Seite für Leseratten und Schreibfüchse.
  • Tobias Günther erzählte über Ajax einiges Interessantes, mir noch Unbekanntes, und ich wurde in meiner Begeisterung über diese Technik bestärkt, auf der ja auch meine Fotogalerie beruht. Man kann die Alben und auch die Fotos als Admin innerhalb der Alben einfach per Drag und Drop sortieren, was sich ausgesprochen gut anfühlt und schick aussieht.
    Dort gibt es übrigens auch meine Fotos von der Veranstaltung zu sehen:
    [zp]webmontag[/zp]
  • Margit Locher von Pons erzählte von ihrem geplanten “Ponscast“, einer regelmäßigen Audiokolumne, die ein Engländer namens Michael Jackson für sie schreiben/sprechen wird, natürlich auf Englisch, Kommentare erwünscht. Entgegen anderen Kollegen vom Stuttgart-Blog (ottz und Thorsten Ulmer etwa) fand ich die Idee klasse, aber vielleicht war mir auch nur der so wunderbar Englisch aussehende Birminghamer Jung’ sympathisch, und ich als alte Anglophilin finde sowas ja fast immer toll ;-). Also, Familie Pons: Sagt mir unbedingt Bescheid, sobald’s losgeht!
  • Ralf Schmid erzählte mit Händen und Füßen sehr sympathisch vom Stuttgart-Blog, was mich gleich noch mehr als zuvor für das erst kürzlich entdeckte Projekt erwärmte.
  • Ach ja, und dann war da noch der Vortrag von Marc Beyerlin über Ruby on Rails, eine Programmiersprache. Der “so wenig nerdig wie möglich” gemeinte Vortrag war nerdig genug, um mir ab und zu ein hysterisches Auflachen zu entlocken, aber erstaunlicherweise dafür, dass ich kaum mehr als Bahnhof verstand, ungemein kurzweilig.

Das waren schon mehr als nur Stichworte. Zum Abschluss traf man sich noch im Vinum zum Absacker, aber leider entdeckte ich erst am Schluss, als wir schon gehen wollten, dass einige vom Stuttgart-Blog noch da waren. Schade. Beim nächsten Mal bin ich auf jeden Fall wieder dabei. Bekomme ich dann auch ein paar von den sagenumwobenen Aufklebern?

Update am 23.6.

Aktuelle Termine des Webmontags in Stuttgart nebst Programm ist zu finden im Wiki zum Webmontag, wo man auch nachlesen kann, wer kommt und was sie machen, sich selbst eintragen kann und so weiter. Der nächste Termin ist am 31.7. ab 19 Uhr im Literaturhaus.

23.
MAI

Webmontag in Stuttgart – wird er zur Boa constrictor?

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Nachdem ich anderswo las, was sich im Schlossgarten für Bestien herumtreiben …

Bild der Boa constrictor

… stieß ich prompt auf die Meldung vom Stuttgarter Webmontag. Nun, warum nicht auch mal vorbei und die Verrückten beäugen, die ebenfalls halbe oder ganze Nächte vor der wenig alternativen Glotze verbringen …

Geht man nach der Zahl der Anmeldungen, die bereits vorliegen, kann es eine ganz schön beengende und beengte, wenn nicht gar constricte Angelegenheit werden im Literaturhaus. Aber wir freuen uns, dass der Web2.0-Hype endlich auch den virtuellen Weg in die reale Welt des beschaulichen Schwabenstädtchen findet.

P.S.: Bewundern muss ich übrigens die feine Ironie in der Bemerkung der Journalistenkollegen, es handle sich bei der “Boa constrictor imperator” um eine “ungiftige Würgeschlange” …

P.P.S.: Soweit ich weiß, wird die Schlange immer noch gesucht. Wollen wir hoffen, dass sie nicht wie der arme verfolgte bayrische Braunbär zum Abschuss freigebeben wird …