Sie interessieren sich für Fotografie und die Kunst des Sehens? Dann sind Sie hier richtig.
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29.
APR

Internationales Trickfilmfestival in Stuttgart: Tricks for Freaks

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Im Stuttgart-Blog ist seit gestern ein kleiner Überblick von mir über den “Internationalen Wettbewerb 2″ des 14. Internationalen Trickfilm-Festivals zu lesen. Da einiges aus dem Festival auch im Ludwigsburger Caligari zu sehen ist, hatte ich es zum Glück nicht weit.

Mal schauen, wo ich noch hingehen werde. Die Atmosphäre auf dem Schlossplatz (abends Konzert, danach Freiluftkino) könnte ja ganz nett sein.

Auf jeden Fall scheint sich die Animations-Prominenz in Stuttgart die Klinke in die Hand zu nehmen. Immer wieder erstaunlich, welche Kreativität dieses Häuflein Mensch, der Mensch an und für sich, in sich birgt.

16.
APR

Mammutbienen in Ludwigsburg: Klimawandel oder Mutation?

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Die Neubepflanzung unseres Balkons hat uns einige Besucher beschert, die wir vorher noch nie hatten begrüßen dürfen. Besonders attraktiv fand unser Besuch den neuen Blauregen, der seit einigen Tagen unsere Straße mit seinem Duft versüßt und wahrscheinlich in zwei bis drei Wochen unseren Balkon völlig zugewuchert hat. So wie am Marktplatz in Staufen sieht er noch nicht aus:

Blauregen, wie er leibt und lebt
Dieses Bild basiert auf dem Bild blauregen.jpg aus der freien Enzyklopädie Wikipedia
und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Joh3-16.

Dafür hat er schon viele schöne Blütentrauben mit zartblauen, betörend, um nicht zu sagen: betäubend duftenden Einzelblüten (Fotos anklicken zum Vergrößern):

Traube des Blauregens (Wisteria, Glyzinie)

Auf diese Schönheit steht auch die Holzbiene, ein wärmeliebendes Insekt, das einem mit seinem flugzeugmäßigen Brummen und den tarantulanischen Dimensionen schon einen ziemlichen Schrecken einjagen kann:

Attacke der harmlosen Holzbiene

Wusstet ihr, dass Bienen fünf Augen haben?

Auf diesem Bild sieht man ihre hummelähnliche Behaarung (die allerdings spärlicher ist als bei einer Hummel, vor allem am Hinterleib) und die drei zusätzlichen Punktaugen zwischen den großen Facettenaugen. Auch hier, wo sie an einer Blüte saugt, sind die Augen gut zu erkennen:

Holzbiene saugt an Wisterienblüte

Die Biene als diebische Elster

Weil der Rüssel der Holzbiene so kurz ist, wie im nächsten Bild zu sehen, behilft sie sich bei großen Blüten mit dem so genannten Nektarraub: Sie beißt die Blüte von der Seite auf, um an den Nektar zu kommen. Dazu kommen ihr die großen Mundwerkzeuge zugute, mit denen sie auch ihre Brutgänge in altes Holz nagt: daher ihr Name.

Rüssel der Holzbiene: gleich beißt sie zu

Die Mundwerkzeuge sind übrigens schon im ersten Bild der Biene gut zu erkennen. Und hier hat sie schon mit dem Nektarraub begonnen:

Holzbiene beim Nektarraub

Seit dieser ersten Begegnung schwirren jeden Tag zwei Holzbienen (eine komplett schwarz, eine mit eher grauem Abdomen) bei uns herum. Sie sind wenig scheu und sehr friedliebend. Selbst als ich ihnen mit dem Makroobjektiv auf den Pelz rückte, haben sie sich nicht beschwert. Ich spiele schon mit dem Gedanken, einen vermodernden Ast aus dem Wald zu holen und ihn schön in der Sonne unter dem Blauregen zu drapieren. Dann gibt es vielleicht bald viele süße kleine Holzbienen!

Klimawandel oder Mutation?

Der Titel des Beitrags ist natürlich eine Provokation – die Holzbiene ist trotz ihrer ungewohnten Größe eine ganz normale Biene. Sie stammt eigentlich aus Südeuropa, breitet sich aber laut Natur-Lexikon seit 2003 auch in Deutschland mehr aus. Ich glaube nicht, dass sie den “normalen” Bienen Konkurrenz macht, da sie einen sehr spezifischen Geschmack hat: Lippenblüter sind ihr Local.

Übrigens: die Eier der solitär lebenden Biene sind 1,7 cm lang. Das schafft sonst kein Insekt!

Kennt ihr die Holzbiene schon? Vielleicht aus dem Urlaub in südeuropäischen Ländern? Oder gar aus Deutschland?

5.
APR

Fotografen vorgestellt: Irene Müller

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Mehr als “Milk meets Coffee”

Ihre Fotos machen zur Zeit die Runde in der deutschen Blogosphäre : Phantastische Bilder von einem Milchtropfen, der in eine Kaffeetasse fällt. Wunderschöne Gebilde, perlengesäumte Milchkuppel über braun glänzender Flüssigkeit … ein profaner, alltäglicher Vorgang, von der Fotografin in ein visuelles Wunder verwandelt. Auf dpreview.com beschrieb Irene Müller bereits im Januar, wie die Bilder entstanden sind, und ein Bild ihres “Versuchsaufbaus” ist zu sehen.

Sicher hat diese Bilder mittlerweile fast jeder gesehen, da man sich im Internet ja nur allzu gern mit den Fotos anderer Leute schmückt und damit auch mit den Früchten ihrer jahrelangen Ausbildung und harten Arbeit. Natürlich ohne Urheberangabe oder gar einen Link zur Fotografin.

Bilderschau statt Bilderklau

Ich bin neugierig geworden und habe mir das Portfolio von Irene Müller, einer in Deutschland lebenden Schottin, im Original angesehen. Hier zeigt sich, was diese Fotografin drauf hat. Was sie zu einer ihrer Galerien erläutert hat, kann wohl als Motto über ihrer gesamten Arbeit stehen:

This started out as an experiment and ended as a passion.

Mit ihrer freundlichen Erlaubnis stelle ich hier einige Bilder vor und appelliere an alle, sie nicht zu stehlen, sondern sie hier oder noch besser auf ihrer Website anzuschauen und zu genießen.

Queen of Liquids

Am stärksten sind ihre Bilder von Flüssigkeiten, Tropfen, Rauch oder durchbrennenden Glühbirnen. Bei vielen Bildern sitzt man staunend davor und fragt sich, wie um alles in der Welt sie das hinbekommen hat. Zugleich fasziniert ihre Ästhetik der runden, weichen Formen, die Eleganz ihrer teilweise abstrakt anmutenden Kompositionen (mit der Maus übers Bild fahren, um die Titel zu sehen):

Diagreenal (aus Challenge: Still Life) Weiterlesen …

24.
NOV

Schule des Sehens I

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In den kommenden Wochen werde ich hier in loser Folge einige Erkenntnisse aus meinem Fotografie-Kurs “Schule des Sehens” diskutieren. Thema dieses Semesters ist “Belebtes und Unbelebtes”, darunter auch “Porträt”.
Unser Kursleiter gestern: “Am besten finde ich es, wenn ein Foto etwas vollkommen Neues zeigt, etwas was es vorher noch nicht gab.” Ein Satz, den ich ohne Zögern unterschreiben könnte. Als Beispiel mag hier ein älteres Foto von mir gelten, das ich eines Sonntag morgens im Schlafzimmer gemacht habe: völlig fasziniert von dem Lichtzauber in den Vorhängen:

Rippen

Diese Überzeugung kann aber auch dazu führen, Fotos wie das Folgende abzulehnen …

Hemdsärmlig

… mit dem Argument: “Das war halt unser Foto-Hintergrund, der sah eben so aus, du hast ja nichts gemacht.” Im ersten Moment wurmte mich diese Aussage geradezu, hat doch dieser bemalte Hemdsärmel für mich eine eigene Poesie. Und doch ist der Einwand berechtigt: Die “Kunst” bestand nur darin, einen guten Ausschnitt zu suchen und eine saubere Aufnahme hinzubekommen. “Das sind Bilder, die man mal so nebenbei macht”, so mein Kursleiter. Stimmt, aber ein winziger nagender Zweifel bleibt.

Eine gute Lehre zog ich hingegen aus dem folgenden Bild, das im Rahmen eines Porträt-Shootings mit Saxofon entstanden ist:

Kugeln und Stangen

Hier kam es mir auf Gold und Geometrie der parallelen Stangen des Instruments an und auf die damit kontrastierenden Rottöne des Hintergrunds. Die Querstreben zwischen den senkrechten Linien, die im Unscharfen verschwimmen, hatte ich bemerkt, aber erst durch das Gespräch mit dem Kursleiter über das Foto wurde mir klar, dass sie den eigentlichen Reiz ausmachen.

Ausgiebige Diskussionen über eigene und fremde Fotos, jenseits von Technik und vordergründigen “Bewertungen”, das ist genau das, was ich brauche und was mir noch kein Fotoclub geben konnte. Womit man immer rechnen muss, ist das Ego des einen oder anderen, und manchmal auch das eigene … Aber bei der Kritik kein Blatt vor den Mund nehmen ist wichtig, denn nur so kann sich der andere verbessern – oder eben widersprechen: Denn genauso wichtig ist es, die eigenen Fotos zu verteidigen. Oftmals wird mal dem Kritiker, mal dem Kritisierten erst im Laufe der Diskussion klar, worin die Vorzüge oder Fehler eines Fotos bestehen.

Spannend wird es morgen: Eine Exkursion in die Münchner Glyptothek steht an, wo es um das Fotografieren von Skulpturen geht: ohne Blitz, nur mit dem vorhandenen Licht und Stativ.