Sie interessieren sich für Fotografie und die Kunst des Sehens? Dann sind Sie hier richtig.
Some posts and pages are available in English and German. I'll be glad if you enjoy my pages on photography.
7.
SEP
Interna: Nicht nur Fotos können flau sein
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Ihr werdet gemerkt haben, dass es hier in letzter Zeit etwas flau war. Mit anderen Worten: ich habe nicht viel geschrieben. Warum? Eine gewisse Unlust. Wenig Bereitschaft, meine knapp bemessene Freizeit mit dem Schreiben von Beiträgen zu verbringen, noch dazu, wo es in den Sommerwochen auch sonst etwas flau war:
- wenig Besucher auf Websites generell (Ferienzeit)
- wenig eigenes Fotografieren (Unlust …)
- starke Anziehungskraft von Eisdielen und Biergärten
- lange Tage bei der Arbeit, wo der Sommer wenig entspannend ist
- wenig Anregung von außen
Ich bewundere Fotografie-Blog-Kollegen wie etwa Tim, 8mt oder Martin, die unermüdlich Beitrag für Beitrag produzieren. Klar, nicht alle eure Beiträge sind lang, tiefschürfend oder aufwendig recherchiert, aber man bekommt fast immer was zu lesen. Eure kurzen Beiträge sind oft auch nicht uninteressanter als die langen. Die Kunst des “Quick and dirty” beim Bloggen habe ich leider noch nicht gelernt. Werde ich wohl auch nicht mehr, da ich es nach zweieinhalb Jahren immer noch nicht kann :-).
Also, wann hat das Flaue auf dem Schauplatz ein Ende? Wahrscheinlich Ende September, also sobald ich wieder mit meiner Fotogruppe unterwegs bin und von einer Anregung in die andere stürze. In der Zwischenzeit hoffe ich bei euch auf Nachsicht und Beharrlichkeit.
16.
FEB
Die Bloggerpersönlichkeit: Voyeur, Autist oder Selbstdarsteller?
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“Und wen interessiert das?” ist die häufigste Frage von Freunden oder Bekannten, wenn ich ihnen von meinem Blog (neuerdings: Blogs) berichte. Wenn ich dann versuche, die Faszination und meinen Antrieb beim Bloggen zu beschreiben, komme ich ins Schwimmen. Ich weiß es selbst nicht so genau, oder besser: Es gibt mehrere Gründe, mal ist der eine wichtiger, mal der andere.
Diese Sinnfrage stellen viele Blogger sich selbst und zum Überfluss noch befreundeten Bloggern. Eine bekannte, formalisierte Form solcher Selbstvergewisserung sind die Stöckchen, die immer wieder geworfen und manchmal sogar zu ganzen Bäumen (Blog-Speak: “Stöckchentracker“) zusammengebastelt werden. Ein Stöckchen ist eine Art Kettenbrief für Blogger, der als Alibi für die unersättliche Neugier gilt, man (Blogschreiber wie -Leser) dem anderen entgegen bringt, der diesen oder jenen supertollen, aufgemotzten, genial geschriebenen oder lustigen Blog aufgebaut hat. Je persönlicher die Details, umso besser, scheint man (mit gewissen Grenzen) zu denken.
Manche machen sich auch in eigenen Beiträgen Gedanken darüber, warum sie online so viele Details von sich Preis geben, warum es sie interessiert, von anderen private Vorlieben und Gewohnheiten zu erfahren …
Ich hab dazu auch so meine Thesen. Sie wechseln je nach Stimmung:
- Blogger sind Nerds, die nichts anderes machen, als vorm PC/Mac zu hocken, Pizza und Coke in sich reinzuschlingen und nach Nachrichten zu fahnden, die sie auf ihren Blogs recyceln können (Marke “schlecht kaschiertes News-Recycling”, Mehrwert < oder = Null).
- Blogger sind Schreibende, die mich und die Welt mit ihren rhetorischen Perlen bereichern. Ohne Blogs wäre keiner nichts und jeder alles, äh: ohne Blogs geht es nicht.
- Blogger sind Voyeure, die ihre Neigung in der Gesellschaft nicht unsanktioniert ausleben können und daher sogenannte “social software”, Web 2.0 und Ähnliches brauchen, um im Privatleben anderer herumschnüffeln zu können (frei nach BKA und Innenministerium, bloß ohne Strafandrohung) und sich selbst zugleich aufs bis aufs Hemd entblößen zu können. Motto: Besser notorisch als gar nicht berühmt.
- Blogger sind Autisten (echte Autisten bitte nicht beleidigt sein ob dieser Beleidigung!), die dick und hässlich sind, keine Freunde haben und deshalb nach Freundschaften im Netz hungern, Aufmerksamkeit suchen und darum immer gegenseitig in ihren Blogs kommentieren, damit der andere es auch tut. Bevorzugt bloggen sie auf A-Blogger-Blogs, um dadurch mehr Traffic und damit potentielle Freunde auf das eigene Blog zu locken. Sie sind Lock-Blogger, um nicht zu sagen Block-Logger …
- Blogger sind Technik-Freaks (eng verwandt mit Typ 1, dem Nerd), die alles Neue ausprobieren müssen und deshalb statt HTML, Flash, Java oder Ajax halt Wordpress, Movable Type oder Typo3 ausprobieren. Auf die Inhalte kommts nicht an, nur aufs Basteln.
- Blogger sind Wortkünstler und Philosophen. Es merkt bloß keiner, dass ihr Geschreibsel Selbstzweck ist.
- Blogger sind unausgefüllte Teenies, denen das Bloggen der Ersatz fürs Kreischen beim Beatles-Konzert ist. (Mit diesem Vorurteil haben wir wohl aufgeräumt, aber das soll’s ja immer noch geben …)
- Blogger sind unverbesserliche Internet-Kapitalisten aus der Ära der Dotcom-Blase, die immer noch hoffen, rasch das schnelle Geld machen zu können.
- Blogger sind ganz normale Fachleute, die ihr Spezial-Wissen geldlich oder unentgeltlich (warum eigentlich hie ein d, aber da ein t?) mit anderen teilen
Sonst noch was? Da ich gerade (nach langer Zeit mal wieder) Scheibenwischer gesehen und dazu Sekt getrunken habe, ist wohl ein wenig rheinischer Frohsinn in den Beitrag eingebrochen … (als Gast meine persönliche Neuentdeckung im Kabarett: Claus von Wagner mit einer überzeugenden Erklärung dafür, warum “die Jugend von heute” sich nicht zu Protesten aufraffen kann).
Trotzdem will ich noch der Pflicht genüge tun und den einen oder anderen zitieren, der sich zu diesem immer gleichen, immer wieder neuen Thema seine Gedanken macht:
- Schwerin, Schwerin mit “Du bist Blog oder Lob der Leidenschaft“
- einige weitere Kategorien, eher Negativbeispiele, beschreibt Don Alphonoso unter dem Titel “Die 5 beliebten Methoden für Blog-Awareness“. Seine einfache These des wahren Bloggens: “Man schreibt, weil man es braucht und will.” Dem ist nichts hinzuzufügen.
- Authentizität und Persönlichkeit kann man auch und sogar als wichtige Akquise-Faktoren bezeichnen
- manch einer entwickelt, ausgehend von der Frage, ob sie zu lebenslänglichem Bloggen verurteilt sind, eine regelrechte Blog-Philosophie
Die Menschen, die mich immer wieder nach dem Sinn der Bloggerei befragen, macht dieser Beitrag bestimmt nicht klüger. Aber mich vielleicht ;-).
Nachtrag (21.2.07): Ach, ich vergaß, es ist ja seit einiger Zeit nicht mehr in, sich Blogger zu nennen oder gar darüber zu schreiben. Aber das ist ja auch nur wieder eine Regel, eine Sprachregel nämlich: man “schreibt ins Internet”. Ehrlich gesagt klingt mir das zu sehr nach “Was bin ich cool und den gewöhnlichen Bloggern überlegen”. Außerdem widerstrebt es meinem Sprachgefühl. Das Internet ist nun mal nichts, wo man reinschreiben kann. Viel zu abstrakt.
Ach, ist mir eigentlich egal. Zu Blog-Ablehnern oder Internet-fernen Menschen sage ich künftig einfach: “ich pflege meine Website” (klingt eher nach Haustier, und damit liege ich auch gar nicht so falsch, oder? Das Blog als Edel-Tamagochi).
1.
FEB
Happy Birthday, Schauplatz!
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Heute ist es soweit: Der Schauplatz feiert seinen ersten Geburtstag! Zeit für einen kleinen Rückblick, ein Innehalten, einen Ausblick in die Zukunft, und ein Glas Sekt.
1. Phase: Euphorie
Vor genau einem Jahr, am 1. Februar 2006, schrieb ich den ersten Eintrag. Ziemlich unzeremoniös ging es los, die ersten tastenden Schritte, die auch die ersten tastenden Schritte in der neuen Stadt waren, führten ins Kunstmuseum, erschlossen neue Musik und priesen “die Weite der Plätze “. Im ersten Monat schaffte ich immerhin 23 Einträge. Zusätzlich schrieb ich etliche Listen, in denen akribisch vermerkt wurde, was alles “ins Blog soll”. Needless to say, je mehr ich aufschrieb, umso mehr blieb ungeschrieben. Ein Problem, was mich die ganze Zeit begleitet hat und wohl auch unlösbar ist. Die Wochenarbeitszeit wird zwar verlängert, aber niemand kommt auf die Idee, dem Tag entsprechend mehr Stunden zu geben, damit der Anteil der Freizeit mitwachsen kann.
2. Phase: Lethargie
Im März hatte ich denn auch den ersten Durchhänger und schaffte nur sechs Beiträge, eigentlich nur vier, wenn man die privaten abzieht. Ach ja, der Monat war ja geprägt von der Renovierung der neuen Wohnung (Fenster streichen!), Fertigstellen von Aufträgen, Einleben in der norddeutschen Diaspora. Die Beiträge wurden länger, nachdenklicher und anspruchsvoller.
3. Phase: Konsolidie(rung)
In der Folge dümpelte das Blog so dahin, bis ich im Juni neuen Elan spürte. Aber ich war nicht allein: Die ganze Nation spürte neuen Elan, und so fand meine Serie über die “Gefühlte WM” mehr Leser, als ich erwartet hätte. Das waren die schönen Sommertage, an denen ganz Deutschland im Fußballtaumel schwebte und erst mit der Debatte um den neuen oder alten “Patriotismus” wieder Boden unter den Füßen bekam (oder rutschte uns der Boden unter den Füßen weg? ach nein, das kam erst mit der Gesundheitsreform …).
4. Phase: Technophilie
Ende Mai hatte ich übrigens am ersten Stuttgarter Webmontag teilgenommen und darüber einen Fotobericht verfasst. Inzwischen war ich auch beim Stuttgart-Blog als Autorin angemeldet und fühlte mich mehr und mehr vernetzt.
Zunehmend begann ich mich auch mit der Technik auseinanderzusetzen. Ich installierte neue Wordpress-Plugins, die den Schauplatz besucherfreundlicher machen oder mir Arbeit abnehmen sollten. Mit Basteleien kann man zudem wunderbar verdrängen, dass man in Wahrheit zu faul zum Schreiben ist. Das habe ich aber zum Glück rechtzeitig gemerkt.
Seit Juli, als der Schauplatz bei Robert Basics Aktion “Blogs vorstellen” zum Zuge kam, begann ich mich für Statistik zu interessieren. Seitdem läuft der Statcounter, der mir zeigt, dass die Besucherzahlen so zwischen 450 und 550 im Monat herumdümpelten. Seitdem habe ich ein wenig mehr Ehrgeiz entwickelt, im Januar fleißig geschrieben, mit dem Ergebnis, dass die Besucherzahlen im Januar erstmals die 1000er Grenze überschritten haben: yeah!!
5. Phase: Zeitnotstand
Noch mehr als die Zahlen interessieren mich natürlich die Inhalte. Anfangs ging es schlicht darum, das neue Medium zu erkunden, eine eigene Stimme zu finden. Nach dem ersten euphorischen Monat war es das Schwierigste, dabei zu bleiben und immer wieder neue Kraft aufzubringen, sich nach Feierabend noch an den PC zu setzen. Was las ich jüngst irgendwo: “Es gibt hundert Millionen Blogs und zweihundert Millionen Ex-Blogger.” (laut Gartner-Studie; Widerspruch gegen die prognostizierte Blog-Stagnation z.B. von Olaf Nitz.) Schließlich bin ich nicht nur Bloggerin (vulgo neuerdings: ich “schreibe ins Internet”), sondern auch Sängerin, Fotografin, Freunde-Besucherin und Neffen-Herzerin.
Zunehmend machen sich meine beiden Haupt-Hobbys, die Bloggerei und die Fotografie, Konkurrenz. Beide befruchten sich allerdings auch gegenseitig. Endgültig für eins entscheiden will ich mich zur Zeit nicht. Aber die Liebe darf auch nicht zu kurz kommen. (Zum Glück ist mein Liebster genauso internet-verrückt wie ich ;-).)
Ausblick und Danksagung
Sei’s drum, ich finde, der Schauplatz braucht wie heutzutage jede anständige Unternehmung eine Straßenkarte (newspeak: Roadmap), und die sieht ungefähr so aus:
- allgemeine Verstärkung der Vernetzung, unterfüttert durch persönliche Kontakte
- englische Kolumne “Schauplatz Weekly” bis Mitte 2007
- Erneuerung des nicht ganz staubfreien Designs bis Ende 2007
- 2000 “unique visitors” im Monat zum zweiten Schauplatz-Geburtstag
Nachdem ich mich so weit aus dem Fenster gelehnt habe, muss ich eure Aufmerksamkeit schnell ablenken, indem ich mich bedanke bei allen (absolut wenigen, aber darum umso wertvolleren) Besuchern, Wegbegleitern, aus der Ferne gelegentlich Vorbeischauenden : Danke für eure Treue!
Am schönsten am Bloggen ist für mich nach wie vor das Schreiben selbst. Es ist eine Publikationsform, deren Inhalte ich vollkommen selbst bestimme und die ohne großen finanziellen und technischen Aufwand auskommt. Das Zweitschönste ist die Tatsache, dass man interessante Menschen kennenlernt, die vielleicht aus einer ganz anderen Ecke kommen (geografisch, biografisch usw.), mit denen man aber wichtige Interessen teilt. Solche Kontakte haben sich gerade in den letzten zwei Monaten vermehrt entwickelt.
Also: es bleibt spannend, für mich und hoffentlich auch für euch!
29.
JUL
Henning hat gepfiffen: mein Stöckchen
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Ein Stöckchen ist eine Art Kennenlern-Kettenbrief für Blogger, der zur Zeit große Mode ist, weil alle so schrecklich neugierig drauf sind, wie die anderen so drauf sind. Wenn ich so recht darüber nachdenke, erinnert es mich ein wenig an die berühmte Big-Brother-Show (”Zieh dich aus, damit wir sehen, wer du bist!”), aber ich denke ja nicht darüber nach. Ich apportiere einfach. (Danke, Henning, fürs Zuwerfen!)
Du
Warum bloggst du?
Um mit wildfremden Menschen über Dinge zu streiten, die uns interessieren. Um meine Ideen, Gedanken, Meditationen, meine Fotos und meine Vorlieben schriftlich und bildlich gestalten zu können, und zwar ein- und demselben Platz: dem Schauplatz. Um über Gesellschaft, Politik, Bücher, Unsinn und Frohsinn ins Gespräch zu kommen. Um zu schreiben.
Seit wann bloggst du?
Seit dem 31.3.05 um 13.27 Uhr. Das war der erste zaghafte Versuch, damals auf 20six.de unter dem Namen Wortklauberin auf meinem Blog namens “Nordlicht im Süden”. Es gefiel mir eigentlich, aber nach wenigen Wochen änderte der Dienst seine Software, und man musste seine Beiträge anpassen und etliche formallayouterischen Dinge tun, zu denen ich absolut keine Lust hatte. Damit war erstmal die Luft raus, und ich dachte: Bloggen? Pah, ich kann auch ohne. (Übrigens: Das olle Blog von damals gibts noch! Ich habs grad wiedergefunden. Wird diskret versteckt, wie alle Jugendsünden großer Künstler ;-))
Selbstporträt
Dein Blog
Warum lesen deine Leser deinen Blog?
Mich interessiert eher, warum sie ihn nicht lesen ;-). Nun ja, ich will nicht meckern, es werden eigentlich täglich mehr. Jetzt muss ich sie nur noch zum Diskutieren bewegen. Schreibe ich nicht kontrovers genug? Meine treuen Leser kommen vielleicht, weil sie meinen Stil gut finden, ihnen meine Sprache gefällt, sie Themen und meine Fotos mögen? Ich weiß es nicht. Hallo, warum lest ihr eigentlich meinen Blog?
Welche war die letzte Suchanfrage, über die jemand auf deine Seite kam?
Killesberg Park Klang
Welcher deiner Blogeinträge bekam zu Unrecht zu wenig Aufmerksamkeit?
Eigentlich alle ;-). Das gilt jedenfalls, wenn Aufmerksamkeit heißt, dass auch kommentiert wurde. Wirklich zu wenig beachtet wurde dieser fotolastige Beitrag: “Es gibt kein falsches Leben in der Natur.” Melancholische Abendfotos, die ich gemacht hatte, kurz nachdem Robert Gernhardt gestorben war. Am Tag nach der Vorstellung meines Blogs bei Robert Basics Aktion “Dein täglich Blog” erschien dieser Beitrag. Es gab aber ein Darstellungsproblem im Internet Explorer, und bis ich es repariert hatte, waren rund fünfzig Leser vergrault ;-(.
Die anderen Blogs
Dein aktueller Lieblings-Blog?
Delicious:days. Nicky und Oliver aus München begeistern mit tollen Fotos und charmant präsentierten Texten, in denen man irgendwo immer ein Rezept findet. Charmante Perfektionisten, Erst heute wieder brachten sie ein mouth-watering wonder. Das Blog (oder vielmehr: dieses Gesamtkunstwerk) hat mich zu einigen Aktivitäten inspiriert: Brioches backen und sie fotografieren, eine Foccaccia fabrizieren, und schließlich die Überlegung, wie ich es schaffen könnte, in einem einzigen Blog deutsche und englische Leser bei Laune zu halten. Ein paar Ideen habe ich schon, kann noch jemand was beisteuern?
Welchen Blog hast du zuletzt gelesen?
The Daily Mo. Weil sie gut schreibt, und weil sie für meine Lieblingszeitung schreibt. Hiermit outet sich eine deiner treuen Leserinnen, Mo!
Wie viele Feeds hast du gerade im Moment abonniert?
Ungefähr 20, von denen ich ungefähr zehn regelmäßig lese.
An welche vier Blogs wirfst du das Stöckchen weiter und warum?
- an Jürgen Gisselbrecht, weil er gut schreibt, und damit er motiviert wird, häufiger zu schreiben. Er ist bekannt für sein Hörspielportal und seine Hör-Bar.
- an The Daily Mo, weil ich mehr über sie erfahren möchte
- an Joachim Ott, dessen Blog ich neulich über OpenBC entdeckt hab, weil mir seine Fotos und die leise, gepflegte Art seines Blogs gefallen.
- an Sylvia Hagenbach, weil ihre Kunst mehr Publikum verdient, und weil ich neugierig auf ihre Antworten bin
Ach ja, ihr meine Nachfolger: Wie’s geht, steht bei DonsTag hier, und hier steht, wie man sein Stöckchen nach dem Verfassen in Dons Tracking-Graphen (was es nicht alles gibt – aber hübsch!) einträgt. Ihr braucht dazu meine ID, sie lautet 1211221233. Viel Spaß!
28.
MRZ
Stirbt die Handschrift aus?
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Jetzt muss ich mich doch einmal einmischen in die unzähligen Webdiskussionen: Ich lese heute in der Telepolis die Nachricht von einer britischen Studie, nach der nur noch 13 % der schriftlichen Kommunikation handschriftlich erfolge und die Briefkultur “tatsächlich bereits weitgehend untergegangen” sei. Unter anderem heißt es dort auch:
Die
Studie macht noch einmal bewusst, dass die Mediennutzung eine Generationenfrage ist. So schreiben noch 39% der über 65-Jährigen auf Papier, bei den 15-24-Jährigen sind es gerade noch 5%. Handschriftliche Papierkommunikation ist nicht nur langsam und umständlich, vermutlich geht auch die sensomotorische Fertigkeit des Schreibens und Entzifferns verloren. Zumal wenn man seine eigene Handschrift nicht mehr lesen kann, wird man möglichst auch andere Menschen nicht mehr damit belästigen wollen. Aber auch innerhalb der schriftlichen Kommunikation mit elektronischen Medien gibt es große Unterschiede. So hat Email allgemein einen Anteil von 49%, bei den Jüngeren aber nur noch einen von 28%. Dafür benutzen diese sehr viel stärker SMS oder Instant Messaging, was die schriftliche Kommunikation weiter verdichtet und verknappt, aber auch auf die Erwartung hindeutet, schneller eine Antwort zu erhalten oder eben die Schrift dem Gespräch anzunähern.
Interessant sind nun weniger die Ergebnisse dieser Studie als das, was die Telepolis-Leser dazu sagen. Einer schreibt zum Beispiel:
Gut zu wissen, dass ich nicht in dieses Schema passe.
Handy - nope. TV - nope. Instant Messaging - nope. Radio - vielleicht ne halbe Stunde in der Woche. Telefon ca. 3€ im Monat (hauptsächlich Kontakt zu Eltern und Oma, und Behördenscheiß). Der Hauptteil meiner Kommunikation läuft direkt, von Mensch zu Mensch, hier im Forum oder per Email.
Dass dieser fleißige Kommentator sich etwas darauf zugute hält, nicht in ein “Schema” zu passen, ist verständlich. Interessanter, wenn nicht geradezu erschütternd ist, dass er E-Mail- und Foren-Kommunikation als “direkte” Kommunikation “von Mensch zu Mensch” auffasst. Dass zwischen den kommunizierenden Menschen Tastatur, Rechner, Datenübertragung, Rechner, Bildschirm stehen, von geographischer Entfernung ganz zu schweigen, ist ihm offenbar nicht bewusst.
Dies drückt wohl zweierlei aus:
- für die Medien konsumierenden Menschen (immerhin hat der Autor des Forenbeitrags bei Telepolis innerhalb von zwei Jahren mehr als tausend Beiträge verfasst) sind direkte menschliche Kontakte und Kontakte per E-Mail oder Internet-Forum kaum noch unterscheidbar, und
- die Frage nach dem handschriftlichen Schreiben und ihren Auswirkungen auf die menschlichen Beziehungen wird ausgeklammert. Hier wird es allerdings erst richtig interessant …
Handschriftliche Mitteilungen als Beweis von Zuwendung
Wie es ist, eine Serien-E-Mail oder SMS als Geburtstagseinladung zu erhalten, weiß wohl jeder. Wie fühlt es sich an, nur einer von vielen Menschen zu sein, der diese Seriennachricht bekommt? Früher gab es einen handschriftlichen Brief, zwar manchmal mehrfach kopiert, aber doch nie ohne ein paar persönliche Zeilen am Ende, die deutlich machten, dass sich der oder die Einladende auf mich, und gerade auf mich, besonders freut!
Das alles ist nicht wirklich neu, aber mich fasziniert immer wieder, wie widersprüchlich die viel beschworenen Auswirkungen der “schnellen Medien” sind. Auch ich empfinde nämlich E-Mail oder Forenbeiträge, oder Blog-Kommentare (;-), als “direkte Kommunikation”. Direkt wohl deshalb, weil die Entfernung keine Rolle mehr spielt. Weil die Zeit, die sonst zwischen Schreiben eines Briefs und Empfangen der Antwort verging, durch das Internet so zusammengeschnurrt ist. Indirekt ist sie, was die emotionale Seite angeht. Die Auseinandersetzung mit meinem Gegenüber kann ich, wenn ich will, völlig ausklammern. Wenn ich sie suche, geht sie oft schief. Nicht umsonst eskalieren so viele Internet-Diskussionen innerhalb kürzester Zeit, und es kommt zu Machtkämpfen und wahren Meinungsschlachten, die kaum noch etwas mit der Sache zu tun haben.
Übrigens ist gerade das Tempo, mit dem ich einen Forenbeitrag tippe, oft der Grund für spätere Missverständnisse: Sitze ich mit einem Briefbogen im Café und schreibe einen handschriftlichen Brief, lasse ich mir jeden Satz und so manche Formulierung mehrfach durch den Kopf gehen. Bei Internet-Meinungsäußerungen könnte ich das zwar auch tun, aber die Versuchung ist eben größer, es nicht zu tun. Auf “Absenden” klicken, ist eben so viel leichter, als den Brief einzutüten, zu adressieren, eine Briefmarke aufzutreiben und dann noch daran zu denken, ihn einzuwerfen …
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