Sie interessieren sich für Fotografie und die Kunst des Sehens? Dann sind Sie hier richtig.
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23.
AUG
Himmelsdramatik: Potz, es blitzt!
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Guten Abend. Folgendes spielte sich heute in unserer Straße ab:

Wolken türmen sich über dem Haus auf …

… und schon blitzt die Lampe auf.
Genau so war es: praktisch unbearbeitet, nur aus dem Raw entwickelt und leicht optimiert. Wer braucht da noch Kino?
16.
APR
Mammutbienen in Ludwigsburg: Klimawandel oder Mutation?
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Die Neubepflanzung unseres Balkons hat uns einige Besucher beschert, die wir vorher noch nie hatten begrüßen dürfen. Besonders attraktiv fand unser Besuch den neuen Blauregen, der seit einigen Tagen unsere Straße mit seinem Duft versüßt und wahrscheinlich in zwei bis drei Wochen unseren Balkon völlig zugewuchert hat. So wie am Marktplatz in Staufen sieht er noch nicht aus:

Dieses Bild basiert auf dem Bild blauregen.jpg aus der freien Enzyklopädie Wikipedia
und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Joh3-16.
Dafür hat er schon viele schöne Blütentrauben mit zartblauen, betörend, um nicht zu sagen: betäubend duftenden Einzelblüten (Fotos anklicken zum Vergrößern):
Auf diese Schönheit steht auch die Holzbiene, ein wärmeliebendes Insekt, das einem mit seinem flugzeugmäßigen Brummen und den tarantulanischen Dimensionen schon einen ziemlichen Schrecken einjagen kann:
Wusstet ihr, dass Bienen fünf Augen haben?
Auf diesem Bild sieht man ihre hummelähnliche Behaarung (die allerdings spärlicher ist als bei einer Hummel, vor allem am Hinterleib) und die drei zusätzlichen Punktaugen zwischen den großen Facettenaugen. Auch hier, wo sie an einer Blüte saugt, sind die Augen gut zu erkennen:
Die Biene als diebische Elster
Weil der Rüssel der Holzbiene so kurz ist, wie im nächsten Bild zu sehen, behilft sie sich bei großen Blüten mit dem so genannten Nektarraub: Sie beißt die Blüte von der Seite auf, um an den Nektar zu kommen. Dazu kommen ihr die großen Mundwerkzeuge zugute, mit denen sie auch ihre Brutgänge in altes Holz nagt: daher ihr Name.
Die Mundwerkzeuge sind übrigens schon im ersten Bild der Biene gut zu erkennen. Und hier hat sie schon mit dem Nektarraub begonnen:
Seit dieser ersten Begegnung schwirren jeden Tag zwei Holzbienen (eine komplett schwarz, eine mit eher grauem Abdomen) bei uns herum. Sie sind wenig scheu und sehr friedliebend. Selbst als ich ihnen mit dem Makroobjektiv auf den Pelz rückte, haben sie sich nicht beschwert. Ich spiele schon mit dem Gedanken, einen vermodernden Ast aus dem Wald zu holen und ihn schön in der Sonne unter dem Blauregen zu drapieren. Dann gibt es vielleicht bald viele süße kleine Holzbienen!
Klimawandel oder Mutation?
Der Titel des Beitrags ist natürlich eine Provokation – die Holzbiene ist trotz ihrer ungewohnten Größe eine ganz normale Biene. Sie stammt eigentlich aus Südeuropa, breitet sich aber laut Natur-Lexikon seit 2003 auch in Deutschland mehr aus. Ich glaube nicht, dass sie den “normalen” Bienen Konkurrenz macht, da sie einen sehr spezifischen Geschmack hat: Lippenblüter sind ihr Local.
Übrigens: die Eier der solitär lebenden Biene sind 1,7 cm lang. Das schafft sonst kein Insekt!
Kennt ihr die Holzbiene schon? Vielleicht aus dem Urlaub in südeuropäischen Ländern? Oder gar aus Deutschland?
9.
APR
Zeitschriften-Mauerblümchen 2: Naturblick
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Markt der Fotomagazine: Von der Postille für Technik-Freaks bis zum Nischenmedium
Der Fotozeitschriften gibt es viele, vor allem seit die Digitalfotografie zum Massenphänomen geworden ist. Seit dieser Zeit haben aber auch rein oder überwiegend technisch orientierte Blätter mit Schwerpunkt auf Produkttests, oftmals ähnlich aufgebaut wie Computermagazine, Hochkonjunktur. Manche Zeitschrift erinnert in ihrer Titelblattgestaltung gar an ein Softporno-Magazin. Das illustriert die Ausrichtung auf ein (fast) reines Männerpublikum, lenkt aber von den oftmals hochwertigen Inhalten ab.
Neben diesen allgemeinen Fotozeitschriften gibt es andere, die auf bestimmte Teilbereiche der Fotografie spezialisiert sind, wie etwa das Schwarzweiß-Magazin (das durchaus nicht nur für Schwarzweiß-Fotografen spannende Informationen bietet) oder das Foto-Forum mit seinem Schwerpunkt auf Präsentation.
In diese Kategorie der spezialisierten Fotozeitschriften gehört auch die “Naturblick“, der dieser zweite Beitrag aus meiner Reihe “Zeitschriften-Mauerblümchen” gewidmet ist. Weiterlesen …
4.
SEP
Gelungener Sonntag
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Gelegentlich muss man den inneren Schweinehund mal überwinden und einen schönen Ausflug machen: weg von PC und hausinternen Aufgaben.
Wir also: rauf aufs Fahrrad, rein in den Zug nach Vaihingen/Enz, und von da aus losgelaufen durch den Naturpark Stromberg-Heuchelberg. Bedeckter Himmel, aber warme Luft, und je nach Höhenlage recht windig. Ideales Wanderwetter also. Als relativ Ungeübte kalkulierten wir für die 12 Kilometer, die laut Buch (Kompass Wanderführer “VVS-Wanderführer Region Stuttgart. Wandern im VVS-Gebiet mit Bus- und Bahn-Anschluß”) in vier Stunden zu schaffen sein sollten, sechs Stunden ein. Damit kamen wir dann auch reichlich hin.
Die Route ging von Vaihingen über den Ensinger See und die Eselsburg nach Gündelbach, das wir vom Fleck weg als Traumdorf ins Herz schlossen: charmanter, teilweise mittelalterlicher Ortskern, nicht schickimicki-renoviert, sondern original geblieben, freundliche Stimmung, traumhafte Lage inmitten von bewaldeten Hügeln und Weinbergen. Oberhalb des Dorfes rasteten wir, Wind in den Haaren, Sonne auf der Nase, und verspeisten die unterwegs aufgeklaubten Äpfel und Zwetschgen. Dann als kleine Fitnesseinlage die Weinbergstaffeln hoch bis zum Wachtkopf. Von dort am lauschig gelegenen Hamberger See vorbei durch den Wald über den “Ameisenweg” – so nannten wir ihn, weil wir mindestens fünfzehn Ameisenhaufen auf 50 Meter Wegstrecke entdeckten, einer größer als der andere – bis hinunter nach Hüfnerhaslach.
Dieses Dorf nun, obwohl von der Lage her eigentlich als Traumdorf prädestiniert, gefiel uns gar nicht. An jedem der zweifellos schönen mittelalterlichen Gebäude eine schlaue Plakette, aber alle öffentlichen Flächen wie geleckt, ohne Atmosphäre, dazu eine leere Stimmung, trotz der Menschen, die unterwegs waren. Trotzdem verbrachten wir eine angenehme Mußestunde auf der Bank am Dorfbrunnen, wo wir die müden Füße ausruhten, während wir auf die Abfahrt des Busses nach Sachsenheim warteten. Von dort aus kamen wir dann schnell wieder zurück nach Ludwigsburg.
Reine Wanderzeit: viereinhalb Stunden, effektiv unterwegs von Vaihingen nach Häfnerhaslach inklusive Dorfrundgang: fünfeinhalb Stunden. Die Beschreibung im Buch, obwohl teilweise irreführend, brachte uns im Zusammenspiel mit der Karte “Landkreis Ludwigsburg: Radwandern im Herzen von Baden-Württemberg” (1:50.000) gut ans Ziel. Das oben erwähnte Buch hält weitere 49 Wanderungen im VVS-Gebiet bereit. Eine tolle Art zu reisen, denn schon auf der Fahrt mit Bus oder Bahn zum Ausgangspunkt sieht man viel von der Landschaft, man bessert die eigene CO2-Bilanz auf, und das Schönste: Wir brauchen nicht zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Einfach am Ziel wieder in Bus oder Bahn steigen und geruhsam nach Hause gondeln.
Ein Tag voller schöner Aussichten, Weinproben vom Rebstock, Wolken, Sonne und Wind, Hügel, Täler und Teiche. Was will man mehr?
13.
JUL
Es gibt kein falsches Leben in der Natur …
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… frei nach Robert Gernhardt natürlich. Solange der ausführliche Nachruf in der Pipeline schmort, sei mir ein wenig Entspannung gestattet.
Seit längerem war ich heute mal wieder in der Oßweiler Feldmark unterwegs, obwohl nach Arbeit und Wetter so erschöpft, dass eigentlich keine Energie … puh! Was mir aber immer Energie gibt, das ist die Natur, und sei sie auch noch so gezähmt, wie hier herum ja üblich.
Die Gewitterwolken, die vorher noch gelbweiß gedräut hatten, verdichteten sich ins schieferfarbene und dann ins Bläuliche.
Die ersten Märchenfiguren erhoben sich am Himmel:
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Und der Spaziergang in der lauen, vergeblich auf die Erlösung wartenden Luft wurde perfekt, als sich die sinkende Sonne doch noch einmal blicken ließ auf dem Rückweg:
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