Sie interessieren sich für Fotografie und die Kunst des Sehens? Dann sind Sie hier richtig.
Some posts and pages are available in English and German. I'll be glad if you enjoy my pages on photography.
8.
JAN
Neuer Fotografie-Blog kurz vor dem Start: Ansichtssache
Abgelegt unter Schauen, Schlendern, Schmökern | Trackback
Themenblogs über Autos, Frauen, Katzen und Kameras
(was braucht der Mann von heute mehr?)
Es tut sich was im deutschsprachigen Bloggerwald: Der unermüdliche Robert Basic baut an. Sein überaus erfolgreicher Basic Thinking Blog bekommt vier neue Wohnungen: eine für Autos (Autor Alex aus Bielefeld, finde leider keine bisherige Website), eine für Frauen (Nimue), eine für Katzen (Eli) und eine für Fotografen (gleich!). Bedingungen: Der Autor bekommt eine Subdomain von Basicthinking und Roberts Beistand, Gastbeiträge und Menschlichkeit, dafür gibt er 30 % der evtl. anfallenden Einnahmen ab, schreibt mindestens 20 Posts im Monat und spendet all sein Herzblut.
An dieser Aktion erkennt man mal wieder Roberts unglaubliche Energie und Offenheit. Die Mieter der BasicThinking-Wohnungen nebst ihrer Besucher, Freunde und Untermieter können sich auf spannende Entwicklungen freuen.
Fotografieblog über Equipment, Bildbearbeitung und Bildästhetik
Besonders spannend für unsereins ist natürlich der geplante Fotografieblog; ich poliere schon mal das Objektiv und lege die Speicherkarte bereit. Mit “Ansichtssache” ist auch ein griffiger Name gefunden (aber gibt es das nicht schon mal irgendwo?). Einen Vorgeschmack vom Inhalt gibt es bereits unter ansichtssache.basicthinking.de zu besichtigen (Rechtschreibkorrektur nicht vergessen!).
Die beiden Autoren sind “Béla Beier, 27 Jahre alt, Onlinejournalismus-Student, Minolta-jünger und ehemaliger Mitarbeiter des Magazins PHOTOGRAPHIE [das ist die Zeitschrift mit den "wahnsinnig raffinierten und künstlerischen Aktfotos auf der Titelseite"]“. Bélas privater Blog gibt ist der Zeitlupenbaer. Sein Co-Autor ist der 18-jährige Berliner Schüler Felix Xiel, der wohl eher aus der Entertainment-Ecke kommt, falls man mit 18 schon aus irgendeiner Ecke kommen kann (correct me if I’m wrong, Felix).
Als Minolta-Jünger ist mir Béla schon mal sympathisch, habe ich doch an einer SRT-101 und einer X-700 fotografieren gelernt. Das Magazin-Layout, das er für das neue Projekt ausgesucht hat, gefällt mir gut, und ein paar Gedanken zur Struktur hat er sich offensichtlich auch schon gemacht. Man darf gespannt sein.
Neben einer “Kamera-Top-Liste” und “väterlichem Rat von Robert Basic” gibt es laut Béla folgende Schwerpunkte, wie er in einem Kommentar bei Robert schreibt:
Ein Thema wäre natürlich Equipment, mit dem Gedanken an einen Leser, der KEIN Milliardär ist. DIY, kleine Hersteller und der unterschied zwischen sinnvollem und sinnlosem Equipment wäre ein Teil - ich nenn’s jetzt mal spontan “Der kleine Fotograf”. Ein anderes Gebiet wäre Fotografie und Netz: Bildersharing, Urheberrechte, Onlinewerkzeuge, diese Richtung. Dann muss noch rein die „Arbeitswelt“ – Objektive, Software (bevorzugt Open Source, auch wenn Photoshop nach wie vor für jeden die Referenz ist), Papier, Druckereien (webbasiert), und Ähnliches. Und das letzte Thema (vorläufiger Titel: Vor-bilder) wären dann Portfolios und Websites guter Fotografen. Vielleicht noch den Bereich „neben der Linse“ für Skurriles und Unterhaltsames.
Die Beiträge wären oft Verlinkungen mit einer Beschreibung, dazu eine große „Link-Seite“. Ein paar statische Seiten mit den jeweiligen Tipps, Nachrichten auch oft antizyklisch zu den Verkaufsmagazinen (Bsp: Modellpflege – man kann’s doch auch so sagen).
Autor wäre meine Wenigkeit für den Anfang, um dann evtl. Leute von kleinen Blogs dazuzugewinnen, beispielsweise Adrian Alhaus, oder Martin Gommel von kwerfeldein.de oder sogar die Jungs von den „Bildjournalisten“ des djv…
Dazu soll es dann eine Art Tutorial-Abteilung für den “Mittelklasseknipser” geben, à la “kooperative Fotoschule”. Sowas ist natürlich immer willkommen, im angelsächsischen Bereicht gibt es das zuhauf, hier bei uns noch nicht so.
Bildästhetik und Gestaltung Nebensache?
Das Konzept scheint mir insgesamt ganz interessant zu sein, wenn mich auch der Verdacht beschleicht, dass meine Lieblingsthemen Ästhetik, Fotokunst, Gestaltung usw. auch bei diesem Projekt eine Nebenrolle spielen werden. Auf jeden Fall wünsche ich Robert als frischgebackenem Vermieter, allen seinen Mietern und besonders der Abteilung Fotografie viel Spaß und Erfolg bei der neuen Aufgabe – ich komme dann gern mal auf einen Pixelkaffee vorbei und lade euch natürlich auch zu selbigem auf dem Schauplatz ein. Wann soll’s denn richtig losgehen?
(Hintergründe der Aktion bei Robert in diesem Post, aktueller Stand in diesem).
7.
FEB
Tagesschau bloggt
Abgelegt unter Worte des Tages | Trackback
Die Tagesschau ist unter die Blogger gegangen. Das ist nichts Neues, denn sie tun es schon seit dem 8. August 2006, aber mir ist es erst jetzt so richtig bewusst geworden (dank zeineku.de). Heut habe ich mich dort mal ein bisschen umgesehen und war recht angetan. Der Ton ist angesichts der 16 Blog-Autoren wechselhaft, aber doch meist frisch und unverkrampft. Interessant ist das, was hinter den Kulissen der Tagesschau vorgeht, allemal. Natürlich ist man neugierig, was beispielsweise Dr. Kai Gniffke über die Personalie “Nachfolge Sabine Christiansen” schreibt.
Und wer möchte nicht gern einen Einblick haben, auf welche Weise welche Nachricht mit welcher Gewichtung in der Tagesschau landet?
Nicht ganz so schön ist das Layout in zwei Punkten: 1) die Kommentare sind ohne deutliche visuelle Trennung hintereinander gehängt, zwar im Zebrastreifendesign, aber es fehlt Luft zwischen den Absätzen, und 2) die Beiträge könnten etwas aufgelockerter daherkommen, Zwischenüberschriften und hier und da mal ein Foto würden das schon entschärfen. Punkt 1 und 2 machen besonders aus viel kommentierten Beiträgen eine digitale Bleiwüste.
Der Feed ist jedenfalls abonniert, mal sehen, wie sich die Sache entwickelt.
24.
JAN
Web 2.0: Journalismus von unten oder Spielwiese der Konzerne?
Abgelegt unter Schlendern, Schmökern, Worte des Tages | Trackback
Zum Thema von gestern passt ein Artikel aus der Januar-Ausgabe von Le Monde diplomatique. Eric Klinenberg schreibt unter dem Titel “Der Wolf als Ente” einen etwas widersprüchlichen Essay darüber “was sich an den Falschmeldungen im Internet ablesen lässt.” Wie der Titel kaum vermuten lässt, geht es ihm eher um den ungleich verteilten Zugang zu digitalen Angeboten, was gemeinhin unter dem Begriff “digitale Spaltung” gehandelt wird.
Die digitale Spaltung
Nach seinen Angaben haben 21 Prozent der AmerikanerInnen – die USA sind seine Perspektive – 2005 das Internet überhaupt nicht genutzt. Wohlhabende und gebildete Schichten verfügten weit häufiger über einen Internet-Anschluss als ärmere (oder Menschen weißer und asiatischer Herkunft häufiger als Menschen farbiger oder lateinamerikanischer Herkunft). Die Nichtverfügbarkeit eines Anschluss, so der Autor, bedeute eine klare Benachteiligung in vielen Situationen: Beim Hurrikan “Katrina” habe es z.B. im Internet weitaus mehr und vor allem realistischere Informationen und Augenzeugenberichte gegeben, als in den etablierten Medien (hier vor allem das Fernsehen). Das Leben der Schwarzen in New Orleans kam ebenso wenig vor wie die Stadt außerhalb des Zentrums.
Hier sprang nola.com in die Bresche, die Onlineausgabe der lokalen Tageszeitung The Times Picayune. Hier konnten Besitzer eines Internetzugangs wirklich authentische Nachrichten von Angehörigen finden oder später Katastrophenhilfe beantragen, was per Telefon offenbar nicht möglich war. Ein Internetzugang bedeutet in diesem Fall die Chance zur Teilnahme am politischen und gesellschaftlichen Leben und muss laut Klinenberg als “unverzichtbare öffentliche Versorgungsleistung” gelten, so wie Wasser, Gas oder Strom.
Nachrichten im Netz: Agenturmeldungen und News-Recycling
Der Autor preist in vielen Einzelbeispielen das Internet als Gegengewicht zu den etablierten Medien, während er zugleich vor der Machtausweitung der etablierten Konzerne in eben diesem Netz warnt. Die Internetausgaben großer Tageszeitungen oder Zeitschriften gelten als glaubwürdiger und werden weitaus häufiger gelesen als die Seiten ausgesprochener Internet-Firmen (wie Google, AOL, Yahoo usw.). Letztere hätten kaum eigene Inhalte aufzuweisen, sondern würden nur Agenturmeldungen wiederkäuen, die ja auch der Zeitung und den Fernsehberichten zugrunde liegen. Hier fehlen aber, sowohl bei den Internet-Content-Anbietern wie auch häufig schon bei den “alten Medien” in ihren Internet-Ausgaben, Redakteure, die Agenturmeldungen durch eigene Recherchen ergänzen und verifizieren. Der Internet-Nutzer konsumiert also schlechtere Nachrichten aus denselben Quellen wie früher, nur anders aufbereitet und zusammengestellt. Zweitklassiges Material und “die Wiederverwertung von Berichten aus den Morgenzeitungen” dominiere.
Langweilige Lokalzeitung oder Blog aus dem Kiez?
Erfundene Nachrichten (ein Beispiel ist die Saga von der gefährlichen Chemikalie DHMO) verbreiten sich im Internet natürlich besonders schnell, machen die Nutzer misstrauisch und treiben sie erst recht auf die Websites der großen Medienproduzenten. Diese investieren jedoch immer weniger in Lokalberichterstattung und Nachrichten aus erster Hand. Das können Internet-Portale und Websites verschiedener “Kieze” besser, sie bieten Kontakt- und Informationsmöglichkeiten, die in keiner Lokalzeitung zu finden sind (Beispiel: die Gotham Gazette) in New York. Genau hier sind aber benachteiligte Bevölkerungsgruppen wieder ausgeschlossen.
Wieder geht es um die zerstörte Illusion, dass sich die im “realen Leben” kränkelnde Demokratie und Chancengleichheit im “virtuellen Leben” kurieren lasse. Doch natürlich setzen sich reale politische Entwicklungen im Internet fort oder spiegeln sich dort.
Web 2.0: Es menschelt gewaltig
Was das alles mit Web 2.0 zu tun hat? In der ganzen Diskussion fehlt mir der Faktor Mensch. Er ist es, der das Web 2.0 ausmacht. Warum treibe ich mich in Blogs herum und weniger auf Internetseiten etablierter Medien? In Blogs und Foren begegne ich Menschen, die ihre Meinung äußern, auf den Seiten etablierter Anbieter auch, doch hier sind diese Meinungen häufig als objektive Wahrheit getarnt und darum nicht weniger tendenziös. Ein Blogger zeigt mir sein “Gesicht” (vielleicht verfälscht, aber zumindest individuell), ein auf Unabhängigkeit bedachter, professioneller Journalist hält sich da eher zurück.
Und das Problem: Die etablierten Zeitungen meinen, ihre finanziellen Probleme durch Entlassungen von Redakteuren lösen zu können. Die Kommentar- und Feuilletonseiten schrumpfen und werden mit recycelten Agenturmeldungen notdürftig aufgefüllt, auf Papier wie in der digitalen Version. Im “Web 2.0″ aber finde ich Menschen, die mit Begeisterung für andere, ihre Besucher, Leser und Mitblogger, Nachrichten aufbereiten, ihr Expertenwissen teilen, die manchmal Schrott liefern, häufig aber wertvollen “Content” (das nächste Unwort des Jahres?), und all das serviert mit Hingabe und großer Hilfsbereitschaft. Wie schon gestern gesagt: Die 5 Prozent Nicht-Schrott reißen es heraus.
Wa-rum in die Ferne schwei-fen, lebt der Nach-bar doch so na-ha?
Das Web 3.0 wird wahrscheinlich gar nicht vor lauter toller Ajax-Tools strotzen, sondern etwas ganz Einfaches bieten: Nachbarschafts-Online-Kommunikation. Wie ich ja seit dem letzten Stuttgarter Webmontag weiß, bringt persönliche Bekanntschaft mit den Nutzern dem Betreiber einer Seite (Blog, Community) die besten Nutzerzahlen. Und warum fahre ich wohl ab und zu mit der Gemeinde der Liebhaber von Olympus-Digitalkameras des E-Systems in Deutschland herum? Weil das Fotografieren mehr Spaß macht, als darüber im Internet zu schreiben, und weil das Schreiben übers Fotografieren mehr Spaß macht, wenn ich meine Adressaten kenne. So einfach ist das.
Vielleicht bringt es das Web 2.0, 3.0 und beyond sogar einmal fertig, dass wir unsere Nachbarn wieder persönlich kennenlernen. Auf dem Umweg übers Internet.
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- Fotoalbum: Schreiben Schreiben in ein Gästebuch oder ein Blog ist manchmal wirklich nciht leicht. Aber wer ein wenig...
- Claudia: @nord67: sehr löblich
@R. Kneschke: nein - hab mal angeschaut, aber nichts bestellt. kann mir nichts... - R. Kneschke: Hast Du das mit dem Müsli-Versand über das Internet schon mal ausprobiert?
- Manfred: … nur eine kleine Anmerkung: Sammatz liegt (fast) am Ende der Welt, jedenfalls von Süden aus gesehen....
- nord67: Bin zwar nicht so ein Müsliesser, aber wenn, stelle ich es mir auch selbst zusammen. Danke für den Tipp mit...
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