Sie interessieren sich für Fotografie und die Kunst des Sehens? Dann sind Sie hier richtig.
Some posts and pages are available in English and German. I'll be glad if you enjoy my pages on photography.

28.
MAI

[german]Serie zur Straßenfotografie auf dem Sonic Blog[/german][english]Link Tipp: Learn about Street Photography with The Sonic Blog[/english]

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[german]Peter Feldhaus vom Sonic Blog hat es dankenswerterweise auf sich genommen, eine Serie zur Straßenfotografie zu veröffentlichen. Die ersten beiden Teile sind bereits online: Straßenfotografie heute und Straßenfotografie-Gemeinschaften. Da ich mich zur Zeit auch allmählich an dieses Genre herantaste …

Woman on the phone

… ganz heimlich von hinten eben …

… freut mich das sehr. Es lohnt sich wirklich, sich bei den von Peter verlinkten Fotografen und Street-Communities einmal umzuschauen.

Die Frage, die mich am brennendsten interessiert, sobald ich die praktische Frage “Wie schaffe ich es, mich zu trauen?” hinter mir gelassen habe, ist allerdings die:

Was macht eine gute Straßenfotografie aus?

Wenn es vor allem auf den berühmten Augenblick ankommt, wenn technische Aspekte in den Hintergrund treten – wer rettet uns dann vor der Beliebigkeit einer willkürlich ausgewählten Straßenszene?

Fangen wir doch bei mir an: Warum finde ich das Bild von der Frau gelungen?

  • Die nach hinten gestreckte Hand mit der Zigarette hat ein Gegengewicht in dem linken nach außen gestellten Bein
  • die beiden angedeuteten Diagonalen von linkem Bein und rechtem Arm haben ihr Gegengewicht in den senkrechten Linien der Telefonsäulen, aber mehr noch:
  • Man sieht nicht, was die Frau in ihrer linken Hand hält: ein Adressbuch? ihre Geldbörse?
  • Will sie telefonieren? Hat sie telefoniert? Überlegt sie, ob sie ihren Liebsten anruft und mit ihm Schluss macht? –> man könnte sagen, das Bild möchte eine Geschichte erzählen, bleibt aber offen
  • das Bild weckt Emotionen, ein Aspekt, der mir in der Fotografie sehr wichtig ist. Nicht im Sinne von Werbung (”Oh, die Kampagne ist so emotional!!”), sondern im Sinne von einer sich mit fortgesetzter Bildbetrachtung steigernden Emotion, die sich z.B. in Fragen, Staunen oder Neugier äußern kann

Häufig finde ich Straßenfotografie gelungen, wenn disparate Elemente im Bild auf berührende oder witzige Weise kombiniert sind. Das gilt z.B. für den zur Zeit “gefeatureten” (gibts das auf deutsch?) Fotografen Jeffrey Ladd von der ebenfalls von Peter genannten Street-Gemeinschaftsseite iN-Public.

Wie gehts euch bei Betrachten von guter oder schlechter Street Photographie? Habt ihr Qualitätskriterien? Vorlieben, Abneigungen?

[/german]
[english]

Peter Feldhaus of The Sonic Blog thankfully undertakes to write a series on street photography. The first two installments have already been published: Street photography today and Street Photography Communities. Since I’ve been approaching this genre, gradually …

Woman on the phone

… secretly behind your backs, as it were …

… I’m very glad about Peter’s initiative. It is really worthwile to study the work of the photographers Peter mentioned and to browse the sites of the street photographers’ communities.

The question which interests me most, though – as soon as I have solved the practical question how to be bold enough to start – is this:

What constitutes a good street photograph?

If street photography is all to to with the famous ‘moment’, if technical aspects remain in the background – who is going to save us from the arbitrariness of a street scene chosen at random?

Let’s start by looking at my photo above.: Why do I find it’s rather well done?

  • The hand with the cigarette held out is counterweighed by the left leg held slightly askew
  • the diagonal lines suggested by the woman’s left leg and right arm are counterweighed by the vertical lines of the phone posts, but what is more:
  • you don’t see what she holds in her left hand: an address book? a purse?
  • Does she want to make a phone call? Has she just made it? Does she wonder whether to call her lover and break with him over the phone? –> you might say the photograph would like to tell a story but isn’t allowed to.
  • the image triggers emotions, an aspect which is very important to me in photography. Not in the sense of emotional advertising (’well, this campaign is so emotional!’) but in the sense of an emotion which grows stronger, the longer one looks at a photograph, an emotion which may be expressed as questions, amazement, curiosity …

Often, I like street photography when there are disparate elements combined in a touching or funny way. This is the case, for instance, with the work of Jeffrey Ladd which is just being featured on the community iN-Public.

I also like photograph where, on looking closely, you discover relationships between people, between things, or between people and things. Like in my photo where there seems to be a relationship between the woman and the two telephone poles.

What do you feel when looking at good, bad or ugly street photography? Are you conscious of criteria of excellence? What preferences or aversions do you have?

[/english]

16.
FEB

Manche schimpfen auf Stöckchen – und antworten doch: Martins Fotografie-Blog-Parade

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(In letzter Zeit neige ich zu überlangen Titeln. Was sagt uns das? Nix.)

Martin Gommel schart mal wieder die deutschsprachige Foto(grafie)-Blogosphäre um sich und fragt:

Deutsche Fotografie-Blogs – wo sind sie denn?

Hier sind wir, und du kennst uns doch längst, möchte man rufen, und mancher kann sich eine ironische Bemerkung nicht verkneifen. Antwortet aber doch, hihi.

Ich dagegen mache es ganz dialektisch: Ich schildere die Embryonaldebatte um das Für und Wider von Stöckchen, und wie man damit praktischerweise Reichweite scheffelt, und antworte dann ebenfalls. Toll was? Ganz im Ernst, ich hege Stöckchen gegenüber so eine Art Hassliebe: Sie führen uns in Versuchung (let’s face it: Jeder möchte sich gern vorstellen und mehr Besucher gewinnen, denn warum würden wir sonst bloggen?), und gleichzeitig finden wir es cool, sie uncool zu finden.

Echte Asketen wie Tim antworten erst gar nicht – aber bei Tim ahnen wir den wahren Grund: Er ist mit dem Relaunch seiner Fotonews beschäftigt, die auch schon super cool aussehen, d.h. sie heißen jetzt gar nicht mehr Fotonews. Dafür aber gibt es jetzt massenhaft Content auf der Startseite, denn das neue Layout ist im Magazinstil gehalten. Auch dazu (Magazin-Templates) hege ich eine Art Hassliebe (damit hab ichs heute), denn einerseits sehen sie oft, auch in diesem Fall, wirklich super aus, andererseits fühle ich mich von dem ganzen Angeteasertwerden geradezu überfahren, überwältigt, reizüberflutet.

Was soll ich sagen: Beim neuen Fotografie-Blog scheint es ein Mittelweg zu sein, also herzlichen Glückwunsch zum neuen Design, Tim! Mensch, jetzt schreibst du in diesen Minuten auch noch ausgerechnet über Magazin-Themes und listest mehr Nachteile als Vorteile deines aktuellen Designs auf ;-). Wohl auch eine Art Hassliebe, was? (Glaub nicht, dass ich darüber für den Schauplatz noch nicht nachgedacht habe. Aber ich bin keine Journalistin sondern bloß eine kleine Freizeitbloggerin, darum bleibe ich bei meinem fehlerbehafteten Handstrickverfahren …)

Ich schweife ab. Hier meine Antworten auf Martins Suchanfragen nach Fotografie-Blogs:

  • Wie lange schreibst Du schon über Fotografie?

Bloggen tu ich seit 1.2.2006, der erste Beitrag in meiner Kategorie “Schauen”, die zu meiner Fotografie-Kategorie geworden ist und mittlerweile mit Abstand am häufigsten bedient wird, erschien am … 3.2.2006. War aber kein wirklicher Fotografie-Beitrag, das hat sich erst im Lauf der Zeit herauskristallisiert.

  • Über welche Themen der Fotografie schreibst Du am liebsten?

Mein großes Anliegen ist das langsame Fotografieren. aber nicht zu langsam, Mittel- oder gar Großformat is nicht drin bislang. Die Themen Gestaltung, Fotografie “an sich” (meine Güte …), Emotionen in der Fotografie (kommt bald) interessieren mich besonders. Ansonsten schreibe ich über meine Fotogruppe “Kunst des Sehens” (ihr könnts wohl schon bald nicht mehr hören lesen), über Ausstellungen, die mich inspirieren, über Fotozeitschriften und Internet-Fotogalerien. Ganz hinten kommt die Technik, die von andern zur Genüge abgedeckt wird.

  • Wieviele Artikel veröffentlichst Du pro Woche?

Ein bis zwei, wenn ich gut drauf bin. Begrenzende Faktoren sind mein Brotberuf, die tägliche Fahrtzeit und die Tatsache, dass ich auch mal schlafen muss und auch mal wieder raus zum Fotografieren.

  • Bist Du selbst Hobby- oder Berufsfotograf?

Siehe letzte Frage. Ich fotografiere erst, seit mein Freund mir vor fünf Jahren seine Minolta SRT 101 in die Hand gedrückt hat. Seitdem bin ich infiziert. Berufliche Ambitionen habe ich derzeit nicht, aber man weiß ja nie: Es soll auch noch andere Spätzünder geben :-).

  • Welchen Artikel würdest Du als Deinen beliebtesten einschätzen?

Eindeutig meine Linktipps zu Adobe Lightroom. Hier scheint eine echte Angebotslücke zu herrschen (deutschsprachige Infos zu Lightroom), deren ich mich auch bald mal annehmen werde.

  • Welchen deutschen Fotografieblog würdest Du (außer Deinem eigenen) empfehlen?

Preisfrage. Ich nenne einfach mal meine regelmäßig gelesenen Fotografie-Blogs:

  • fotografr.de: 8mt schreibt so erfrischend flott und ironisch und hat so schöne Fotos und Geschichten aus der Natur zu bieten, dass man einfach nicht an ihm vorbeikommt.
  • Fotografie-Blog (ehemals Fotonews): Wissenswertes und Spannendes über Fotografie und Fotojournalismus findet man bei Tim.
  • Die Welt der Photographie: Adrian Ahlhaus verlangt seinen Besuchern Ausdauer beim Lesen ab, dafür belohnt er uns mit fundierten Überlegungen zur Technikentwicklung, zu Licht und Gestaltung, zur Philosophie möchte ich fast sagen.
  • Bildwerk 3: Auch an diesem “Online-Magazin für Fotografie und Fotografen” kommt man nicht vorbei: Marko Radloff und Kristina Schade kennen sich in der Agenturszene aus und haben häufig spannende Interviews mit Fotografen zu bieten.
  • So gesehen: Stefan Bucher aus Zürich hat ebenfalls etwas zu sagen, besonders in seinen Fotos stöbere ich gern herum
  • Nachbelichtet: Markus Dollinger erfreut unter der Kategorie “Fotografie und EBV” oft mit beißender Ironie
  • Weitere Empfehlungen findet ihr rechts in der Sidebar unter “Meine Nachbarn”

Also, Martin, reicht dir das? Allein mit diesen deutschsprachigen Fotografieblogs kann man sich schon lange genug vom Fotografieren abhalten!

20.
NOV

Linktipp: 30 mal Fotografie in einem Wort

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Martin Gommel von Kwerfeldein.de rief seine Besucher dazu auf, ein einziges Wort dafür zu finden, was für sie Fotografie bedeutet. Eine schöne Idee. Die gefundenen Definitionen regen zum Nachdenken an. Auffällig, wenn auch vielleicht nicht verwunderlich, dass (fast) alle Synonyme positiv sind. Am orginellsten finde ich “Eier (im Sinne von Hingabe)“, auch wenn es die Ein-Wort-Vorgabe natürlich nicht erfüllt.

In den verlinkten Websites ist so manche schöne Entdeckung zu machen, zum Beispiel die Fotos von Jana Manja alias “Redaktusse” aus Winterthur (mir gefällt am besten dieses Album) oder die Fotos von Menschen auf der Straße von Gregor Winter.

Bei manchen Webseiten fragt man sich allerdings auch, wie man die Fotos genießen soll, weil sie entweder ständig von Werbung überlagert werden oder auf einer einzigen HTML-Seite so groß untereinander gehängt wurden, dass man es nie schafft, ein Foto im ganzen zu betrachten. Diese Seiten lasse ich jetzt mal unverlinkt …

23.
JUL

Neue, alte und erneuerte Seiten rund ums Hören

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Das Thema “Hören” in allen möglichen Ausprägungen ist das Thema einiger Seiten, die ich heute kurz vorstellen möchte:

  • Jürgen Gisselbrecht ist der Betreiber des Portals Hoerspiel.com, das seit 1997 besteht und einen großen Fundus an Informationen über das Hörspiel zusammengetragen hat. Seit Anfang Juli hat das Portal ein neues Gewand, das dem Besucher mehr fürs Auge bietet und mehr Möglichkeiten, sich zu beteiligen, die schon immer rege genutzt wurden: Ein Forum, einen Flohmarkt, eine komfortable Hör-Bar mit Up- und Downloadmöglichkeiten und einen noch jungen Blog. Ja, ich kenne den Betreiber dieser Seiten persönlich, und natürlich ist das auch ein bisschen Eigenwerbung, denn ich habe auf dem Hörblog gerade einen Beitrag übers Hören veröffentlicht. ;-) Die Hoerspiel.com ist aber nicht einfach irgendeine Seite, sondern ein lange bekanntes, anerkanntes und fachlich fundiertes Portal zum Thema Hörspiel, was gerade in Zeiten, in denen kaum noch jemand den Unterschied zwischen Hörbuch und Hörspiel zu kennen scheint, umso notwendiger ist. Die Hoerspiel.com lädt so richtig zum Herumstöbern ein, und man erfährt vieles über Geschichte, verschiedene Genres und Technik des Hörspiels, inklusive Interviews mit Autoren und Regisseuren.
  • Max Nyffeler ist der Beckmesser, ein Portal für neue Musik und Musikkritik. Dort habe ich im Zuge der Recherchen zu meinem erwähnten Beitrag einen Text gefunden, der in eine etwas andere Richtung zielt und schon 2002 geschrieben wurde: “Neue Wege des Hörens: Gedankengänge zwischen Konzertsaal und Klangkunst”.
  • Zahlreiche fachlich fundierte Beiträge auf akademischem Niveau bietet Frank Schätzlein auf seinem Portal zu Akustischen Medien. Er verfügt außerdem über eine umfangreiche Liste von Links, Bibliographien und Mailinglisten zum Thema.
  • Die “Initiative (Stiftung) Hören” gründet sich auf eine Idee von Prof. Karl Karst (WDR/Schule des Hörens) von 2001. Entstanden ist ein Dachverband verschiedenster Vereinigungen, die mit dem Thema Hören zu tun haben, mit politischer Unterstützung durch die Bundesregierung. Er verfolgt das Ziel, die Bevölkerung gegenüber allen Facetten des Themas Hören zu sensibilieren. Auf der Website sind zum Beispiel Informationen über gemeinsame Projekte (etwa der “Deutsche Klangkunstpreis 2006″), Spiele für Kinder oder interessante Hör-Beiträge als pdf oder als Audiodatei abzurufen. Man könnte hier noch einiges für die Nutzerfreundlichkeit tun, zum Beispiel bei Ausschreibungen die Bewerbungsfrist gleich im Einleitungstext mit anzugeben, damit man nicht erst zig pdf-Dateien öffnen muss, um dann zu erfahren, dass die Frist schon im März abgelaufen ist. Oder die Bewerbungsunterlagen nach Fristablauf aus dem Netz nehmen. Bedauerlich auch, dass die Rundfunkseite auf den WDR beschränkt ist …
  • Dann gibt es noch das Soundmuseum, wunderbar, was man mit Metager doch so alles findet: ein Projekt des Klangkünstlers Stefan Zintel aus Wuppertal. Laut Selbstaussage versteht sich sein Klangmuseum als “multimediale Enzyklopädie von Klang, Klangkunst und Musik. 168 Stunden in der Woche ist das Museum geöffnet! Das System unterstützt die Erfassung, Verwaltung, Recherche und Präsentation (Audiowiedergabe) von Digitalisierten Material. Der Name Soundmuseum soll keine Verengung des Blickes auf Akustik und Technik im musealen Kontext beinhalten, sondern ganz im Gegenteil wichtige Künstlerische Exponate, sowie vergängliche klangliche Gegebenheiten aus allen Ländern ausstellen.” Ob das jetzt ein Projekt mit Werken nur von ihm und nahestehenden Kollegen ist, wird mir nicht deutlich. Es gibt eine Login-Seite – aber für wen?
  • Zum guten Schluss noch ein tolles Fundstück: Kultura extra, das Online-Magazin zu Kunst, Musik, Literatur, Theater, Celluloid, Compuart … In den einzelnen Rubriken sind, etwas lesefeindlich, einfach monatsweise geordnet alle Rezensionen untereinander gelistet, aber die Texte haben Hand und Fuß. Die Darstellung des Veranstaltungskalenders funktioniert leider im Firefox nicht richtig (sieht zumindest blöd aus …). Aber die Existenz dieses Portals, das gar nicht so klein ist, war bis jetzt völlig an mir vorbeigegangen. Da gibt es einiges aufzuarbeiten. Nicht speziell übers Hören natürlich, aber auch.

Und hier mache ich Schluss, denn irgendwann muss auch der hörende Mensch, hier in schreibender Funktion tätig, ins Bett und seinen Ohren, die das Summen des PC-Lüfters ja doch hören, eine Pause gönnen.