Sie interessieren sich für Fotografie und die Kunst des Sehens? Dann sind Sie hier richtig.
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21.
MRZ
Magnolienblüte in der Wilhelma
Abgelegt unter Schauen | Trackback
##NOLIGHTBOX##
Jetzt wo es wieder so richtig schön kalt geworden ist, kann ich selbst kaum glauben, was ich am vergangenen Freitag im Maurischen Garten der Wilhelma fotografiert habe: Magnolien in allen Stadien der Blüte, vom völlig ummantelten pelzigen Knospenwurm über den gerade aufbrechenden Blütenmantel bis hin zur voll entfalteten Blüte – und all das oft auch noch im gleichen Baum. Selbst Bäume sah ich, bei denen jede einzelne Blüte voll entfaltet zu sein schien. Und das Mitte März:
Die Geburt der Blüte aus dem Geist des Frühlings …
Blütenträume in Weiß …
… in der Masse oder einzeln …
… und dann die Blütenexplosion vor dunkler Eibe!
In London scheint die Blüte durch den Wintereinbruch schon ein wenig gelitten zu haben. Wer sonst noch über Magnolien berichtet, kann man gut über Technorati verfolgen: So ließe sich doch mit ein wenig Arbeit vielleicht eine interaktive Karte des Magnolienblütenbeginns zeichnen ;-).
Keine Ahnung, warum uns diese Bäume so faszinieren. Oder doch: Diese sinnliche Üppigkeit kennen wir ja sonst in Mitteleuropa kaum, diese satte, fette Angeberei mit den zartesten Farben, den vielfältigsten Formen und dem puren Exotismus.
Schön wäre es vielleicht auch, die zarten Dinger mit einer dünnen Schneedecke darauf abzulichten. Aber dazu ist zumindest hier bei uns der Schnee noch nicht dick genug gekommen.
6.
MRZ
Frühlingserwachen
Abgelegt unter Schauen, Schlendern | Trackback
Heute so grau, verregnet und kalt? Kaum zu glauben, dass wir gestern beim Spaziergang im Stromberg zwischen Illingen und Vaihingen/Enz mitten im Weinberg auf einem kleinen Wiesenstück unter einem Kirschbaum lagen:
Bei dem Kirschbaum zeigten sich schon rote Spitzen an den Blütenknospen, und ein Marienkäfer labte sich bereits an den ersten Blattläusen:
Eine Spinne kroch mir geschäftig übers Hosenbein, und in der Nachbarschaft zeigten sich schon Ehrenpreis und Hungerblümchen:
In einem Hohlweg hinunter nach Vaihingen stießen wir dann auf mehrere schöne Exemplare der Palmwedel-Christrose (auch stinkende Nieswurz genannt). Sie hatten an ihrem halbdunklen Standort wenig Konkurrenz:
Später fanden wir noch Huflattich und einen Löwenzahn, der eine Blüte ganz ohne Stengel gebildet hatte: sie kuschelte sich schüchtern in ihre Rosette. Ich wollte sie nicht stören und blieb ihr deshalb mit der Kamera vom Hals.
Ganz keck aber zeigten sich die Blüten der Schlehen, die sich vor allem durch ihren feinen Geruch hervortaten. Original bitte suchen und beschnuppern:
31.
JAN
Geheimnisvolle Vorbereitungen
Abgelegt unter Worte des Tages | Trackback
Pssst, heute erscheint nichts … alles ist ruhig, all is quiet around, der Frühling regt sich schon, traut sich aber noch nicht, und auch das große bevorstehende Ereignis wagt noch nicht, seine Finger nach euch auszustrecken.
Aber nach mir! Darum schweige ich heute, hier, an dieser Stelle. Schweige so wortreich wie nie zuvor. Verschweige die Bel-étage, den Medien-Podcast vom Handelsblatt, verschweige auch den Schneematsch und die 23 Ideen, neue Leser für seinen Blog zu finden. Auch die vier Toten in Virginia, die beim Brand einer Tankstelle ums Leben gekommen sind, müssen leider unerwähnt bleiben.
Und bevor das hier ausartet, lasse ich die Tasten jetzt mal in Ruhe. Bis morgen!
3.
NOV
Jahreszeiten
Abgelegt unter Schlendern, Worte des Tages | Trackback
Am schönsten sind die Jahreszeiten, wenn sie gerade anfangen:
- der erste warme Tag nach einem langen Winter, wo die Luft anders riecht, die Sonne plötzlich wärmt, die Vögel sich gegenseitig zu überbieten versuchen …
- der erste heiße Tag, an dem die Füße sich der lästigen Schuhe entledigen, die Kleidung minimalistisch wird und kalte Getränke attraktiv werden …
- der erste Herbstgeruch, Altweibersommer, schräges Licht, mild-schmeichelnde Luft und eine Würze, ah … melancholisch beklagt man: “Jedes Jahr geht es schneller, verdammt!” und freut sich zugleich auf lange Abende und Zeit für die Fotoalben. Hypnotisiert starrt man jeden Tag aufs Neue die Bäume am Wegrand an, ob sich ihr Laub schon verfärbt, und diskutiert mit Kollegen über die chemischen Prozesse, die zu der Verfärbung führen …
Ihr merkt schon, der Herbst braucht den meisten Platz in dieser Aufzählung. Warum nur ;-)? Erfreulich sind die Übergänge zwischen den Extremen, Herbst und Frühling, auch für die Fotografin: schräges Licht, Seitenlicht, Streiflicht und warme Farben sind auch noch Mittags zu haben, wenn man sich endlich aus den Federn gepellt hat am Wochenende, im Gegensatz zum Sommer, wo das Licht tagsüber langweilig und flau ist, oder zum Winter, wo man sich zu jeder Tageszeit die Finger abfriert …
Allein, je kühler es wird, umso mehr Kleidung muss man auf und um sich und mit sich herumtragen, ein Gewicht, das sich durchaus zur Fotoausrüstung addiert. Praktisch ist allerdings, dass man endlich mal wieder ein Objektiv schnell in die Jackentasche stecken kann, was mit Hemdchen und Shorts nicht so gut geht im Sommer.
Herbst heißt auch: riesige Schwärme von Staren, die sich über den Platanen auf der Stuttgarter Königstraße sammeln, mit ohrenbetäubendem Lärm sich niederlassen und wieder auffliegen, die Passanten mit offenem Mund nach oben starren lassen und sie mit akrobatischem Formationsflug vor stahlblauem Himmel erfreuen. (Eine skurrile Anekdote zu selbstmörderischen Stuttgarter Staren findet sich hier.)
Herbst heißt auch: Kürbissuppe aus dem roten oder grünen Hokkaido, heiße Schokolade nach kalten Spaziergängen, modernde Äpfel in feuchten Wiesen, Pilze unter braunem Laub, Nebel in Niederungen.
Und um die Romantik auf die Spitze zu treiben, ende ich mit ein paar wehmütigen Worten des zeitweiligen Stuttgarters Nikolaus Lenau:
Herbst
Rings ein Verstummen, ein Entfärben:
Wie sanft den Wald die Lüfte streicheln,
Sein welkes Laub ihm abzuschmeicheln;
Ich liebe dieses milde Sterben.Von hinnen geht die stille Reise,
Die Zeit der Liebe ist verklungen,
Die Vögel haben ausgesungen,
Und dürre Blätter sinken leise.Die Vögel zogen nach dem Süden,
Aus dem Verfall des Laubes tauchen
Die Nester, die nicht Schutz mehr brauchen,
Die Blätter fallen stets, die müden.In dieses Waldes leisem Rauschen
Ist mir als hör’ ich Kunde wehen,
daß alles Sterben und Vergehen
Nur heimlich still vergnügtes Tauschen.
19.
APR
Vier gute Dinge
Abgelegt unter Worte des Tages | Trackback
Vier gute Dinge sind heute passiert:
- Das Wetter hat sich besonnen. Wohl von meinem Ostermontagsbeitrag über verregnete Narzissen aufgerüttelt, setzte es der Kälte und der Ungemütlichkeit ein Ende und punktete mit strahlendem Sonnenschein. Weil dies der Horror einer jeden echten Fotografin ist, gibt es heute keine Fotos :-).
- Ich bekam ein echtes Päckchen von einer guten Freundin, sehr nachträglich zum Geburtstag. Darin fand ich neben einem Osterschokohasen ein Foto-Memory (ja, ihr werdet sagen, auf Memorykarten sind doch immer Fotos drauf, aber diese Fotos sind: schön!) von der Firma “Remember Products“. Ein ästhetisches Vergnügen. Noch größeres Vergnügen bedeutete die Tatsache, dass auch noch ein vierseitiger, natürlich handgeschriebener Brief beilag, den ich aufgrund von Punkt 1. genüsslich auf meinem Balkonsessel lesen konnte. Wer will da noch bloggen …
- Ich bekam eine persönliche Einladung zur Eröffnung des Ludwigsburger Kulturfestivals “Kommen und Gehen: Kunst und Internationalität in Ludwigsburg“, das vom 28.4. bis 7.5. läuft. Die Eröffnung bietet neben diversen wahrscheinlich wenig aufregenden Reden die Möglichkeit, einmal die Oberen Zehn aus Kulturamt und Filmakademie kennen zu lernen. Deren Server ist leider im Moment nicht erreichbar, deshalb kann ich hier nicht schreiben, was es mit den beiden Filmen “Derya” und “Fräulein Papst und Fräulein Wüst” auf sich hat, die bei dem Empfang ebenfalls gezeigt werden. – Welchem Umstand ich diese exklusive Einladung verdanke, ist mir übrigens verborgen geblieben.
- Das vierte gute Ding ist rein privat und wird hier nicht verraten.
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