Sie interessieren sich für Fotografie und die Kunst des Sehens? Dann sind Sie hier richtig.
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14.
AUG

Moo: Visitenkarten für Fotografen

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Wer wünscht sich nicht Visitenkarten, die auffallen, ohne billig zu wirken, die wertig aussehen und individuell, professionell und doch mit persönlichem Touch? Bei Fotografen liegt doch nichts näher, als die Visitenkarte mit einem eigenen Foto zu schmücken. Dann sieht der Empfänger gleich, was für Bilder der Fotograf macht. Am schönsten natürlich, wenn jede Karte ein eigenes Bild hat, damit man sich eine aussuchen kann.

All das bekommt man heutzutage mit dem eigenen Farbdrucker hin, da es festes Druckerpapier in Visitenkartenformat gibt. Es heißt aber, dass das nicht so das Wahre sein soll.

Screenshot der Moo Website

Screenshot der Moo Website

Zum Glück gibt es ja das Vereinigte Königreich, das wir alle für seine Exzentrik lieben. Deshalb haben einige findige Leute ihren Dienst auch Moo genannt (sprich: Muh!), ein Name, dessen Sinn mir nicht einleuchten will, der aber gleich etwas Sympathisches, weil völlig Zweckfreies ausstrahlt. Diese Leute – Slogan: A printing company, where every one is different – haben sich eine tolle Idee ausgedacht: Karten drucken lassen mit eigenen Fotos, aus dem Flickr-Account oder vom Rechner hochladen, schnell die Fotos sortiert, zugeschnitten, Rückseite gestaltet, und schon ist das Produkt bestellt.

Das Produkt: Postkarten, Aufstellkarten, Minikarten (entzückende kleine schmale rechteckige Dinger), Aufkleber und eben auch Visitenkarten. Die Webseite ist mit so viel Liebe gestaltet, dass man neugierig auf die Produkte wird.

So auch ich.

Und hier ist das Ergebnis:

Visitenkarten und Kartenetuis von Moo

Visitenkarten und Kartenetuis von Moo

Der Clou: Jede Karte kann anders sein. Je nachdem, wie viele Fotos man hochlädt, so viele Motive bekommt man. Zum Beispiel lade ich 12 Fotos hoch für 50 Visitenkarten, dann bekomme ich jeweils 4 Karten mit demselben Foto plus 2 Extra (4 x 12 = 48 + 2 = 50). Ich wollte es natürlich wissen und habe 50 hochgeladen. Die Rückseite kann man nach Belieben gestalten, mit oder ohne Logo oder weiteres Foto (wie bei mir), ein paar Layouts sind vorgegeben, die Auswahl der Schriften und Schriftfarben ist etwas beschränkt, aber vielleicht wird das mit der Zeit erweitert.

Ich muss sagen: ich bin sehr zufrieden. Ich habe von den drei Papiersorten (Classic Glanz laminiert, Classic matte und Recyclingpapier) das Matte gewählt, was sehr schön wirkt, unempfindlich ist gegen Fingerabdrücke, das Papier ist schön fest, die Farben sind so rausgekommen wie gewünscht; durch das matte Papier natürlich nicht ganz so brilliant. Weil ichs wissen wollte, habe ich mir auch noch zwei Etuis dazu bestellt: Im Foto oben links ist die pinkfarbene Version für wenige Karten. Die matten Karten lassen sich hier leider nur schwer hineinschieben und wieder herausziehen, so dass dieses Teil wohl in der Schublade liegen bleiben wird. Der Renner ist allerdings das Edel-Etui aus gebürstetem Metall und Leder (in meinem Fall außen dunkelbraun, innen Orange), mit einem Magneten im Deckel, so dass dieser immer schön zuklappt.

Nur hier kann man es so richtig genießen, das Etui zu zücken, 20 Visitenkarten auf dem Tisch zu verteilen zu sagen: “Suchen Sie sich eine Karte aus!”

Und weils so viel Spaß gemacht hat, gab es auch noch ein Set mit 20 Postkarten, die ebenfalls liebevoll verpackt in einem weißen Umschlag mit launigem Aufkleber bei mir ankamen:

Set von 20 Moo-Postkarten, Rückseite unbedruckt

Set von 20 Moo-Postkarten, Rückseite unbedruckt

Der Preis für die Produkte ist in Ordnung, etwas weh tut nur das Porto, das sich aus mir unerfindlichen Gründen mit jedem Produkt erhöht, denn bei unterschiedlichen Produkten, z.B. Visitenkarten einerseits und Postkarten andererseits, zahlt man 2 mal Porto, da sie getrennt verschickt werden.
Ich habe es mir gegönnt, weil ich die gute Qualität und die originellen Produktideen mag.

3.
JUL

Sommerakademie Gestalterische Fotografie: Technische Grundlagen

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Zwölf Teilnehmerinnen, eine Dozentin: macht dreizehn verschiedene fotografische Niveaus. Obwohl der Kurs nicht für AnfängerInnen ausgeschrieben war, haben sicher die Hälfte kaum Vorerfahrungen bzw. nur geringe technische Grundlagen. Daher stand am Anfang unseres Kurses die Wiederholung (für einige) bzw. Aneignung der erforderlichen Kenntnisse. Frau ist ja keine Spielverderberin, macht mit und stellt fest, dass die eine oder andere Grundlage von der Wiederholung durchaus profitiert. Teilweise ergeben sich ganz neue Erkenntnisse und Schwierigkeiten.

  • Schwierigkeit 1: Bei allen Übungen Autofokus aus. Meine Güte, ich bin wahrlich kein Autofokus-Freak, steige aber sonst in letzter Zeit eigentlich nur im Notfall auf manuell um, ich gestehe es. Die Devise im Kurs hingegen lautet: Nur im Notfall Autofokus benutzen! Bei manchen Übungen ist das schwierig, siehe unten.
  • Schwierigkeit 2: Bewegungsunschärfe. Eigentlich kein Problem, denkt die geübte Fotografin. Leider hat sie aber keine intuitive Einschätzung davon, bei welcher Situation und welcher Helligkeit z.B. die Beinbewegung eines vorbeigehenden Passanten verwischt wird. Der Verwacklungsschutz meiner E-510 hat jegliches Gefühl für die Darstellung von Bewegung verdorben. Ich erfahre bei unseren Übungen im Paderquellgebiet, dass nicht nur Licht und Geschwindigkeit des Objekts sondern auch Abstand zum Motiv einen Einfluss haben.
  • Schwierigkeit 3: Mitziehen. Das habe ich eigentlich erst einmal in meinem Leben bewusst geübt, nämlich vor ca. vier Jahren, als bei mir der Fotowahn anfing. Bei einem Bus in der Heilbronner Fußgängerzone hat es wunderbar geklappt. Damals war ich aber auch noch an das Arbeiten ohne Autofokus gewohnt (Minolta X-700). Mitziehen ohne Autofokus entpuppte sich als richtige Herausforderung. a) Mitziehen bei einem Fußgänger klappte gar nicht (zu langsam). b) Mitziehen bei Radfahrern klappte halbwegs, das Tempo stimmte ungefähr, aber dafür war es schwer, das Objekt halbwegs scharf abzubilden (der Fußweg, wo sie vorbeifuhren, war leicht in unsere Richtung gebogen, zuerst waren wir zu nah dran usw.). Hier mein bester Versuch, an dem das Schönste nicht die Schärfe ist oder der schaurige Hintergrund, sondern die nicht unbedingt gewollte Verwischung an den Laufrädern. Nun ja:

    Mitgezogen

    Dann kam wir auf die Idee, ein bisschen Bauchmuskeltraining zu machen: Zurückgelehnt auf dem Rasen, Fuß anvisiert und schön mit dem Fuß gewackelt. Das wars:
    c) Mitziehen mit dem eigenen Fuß. Da weiß man immer genau, wie schnell er sich bewegt, und bewegt sich synchron.
    Insgesamt wäre ein Stativ natürlich hilfreich gewesen …

    Mitziehen mit dem eigenen Fuß

Morgen gehts dann um die Entwicklung einer Bildidee. Da wirds richtig spannend.

19.
JUN

[german]Summertime: Vorstudien zum Thema[/german][english]Summertime: Preliminary Studies[/english]

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[german]Ich komme aus einer landwirtschaftlich geprägten Gegend. Im Dorf gab es zwei Bauern mit großen Höfen. Bei meinem Großonkel im Stall durfte ich auf den Kühen reiten und mit den Katzenkindern spielen. Um das Dorf herum gab es Felder mit Weizen und Gerste, Roggen und Zuckerrüben, Wiesen für Grünfutter. An den Feldwegen wuchsen Apfelbäume, die im Herbst und Winter ihre krummen Äste dekorativ in den Himmel streckten.

Der Sommer war geprägt von den verschiedensten Grüntönen: jede Feldfrucht ein eigenes Grün, jedes Grün setzte sich wiederum aus verschiedenen Grüntönen zusammen. Nichts schöner als die Gerste, die sich als weicher Teppich über das Feld legte.

In diesen Tagen ist es wieder soweit: das Getreide gedeiht und zeigt sich von seiner schönsten Seite:

Gerstenfeld in der Abendsonne Gerstenfeld vor Mais Roggenfeld im Gegenlicht Felder mit Weg

Roggenähren Roggenstengel Grille auf Maisblatt Gerste vor untergehender Sonne

[/german]
[english]I’m from an area in the north of Germany which is characterized by agriculture. In our village, there were two farmers with large farms. In the cow barn on my great-uncle’s farm, I was allowed to ride the cows and play with the kittens. Around the village, there were fields with wheat and barley, rhy and sugar beets as well as meadows for forage. Along the dirt tracks, there were apple trees which in autumn and winter stretched their twisted branches decorately towards the sky.

The summer was full off the different tones of green: every crop its own green, every green made up of various different green tones. Nothing more beautiful than the barley covering the field with its soft green down.

These days remind me of my childhood: the crops grow and show all their beauty.

Gerstenfeld in der Abendsonne Gerstenfeld vor Mais Roggenfeld im Gegenlicht Felder mit Weg

Roggenähren Roggenstengel Grille auf Maisblatt Gerste vor untergehender Sonne

[/english]

24.
APR

[german]Herbst … äh Frühling in Ludwigsburg[/german][english]Autumn …, sorry: Spring in Ludwigsburg[/english]

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[german]

cobweb

Zartes hängt an Hartem

Zu diesem Bild ließe sich einiges fragen: Beginnt die Spinne von außen oder von innen? Von außen natürlich. Wie ist die Beziehung zwischen hartem, brutalem, ausschließendem Stacheldraht und weichem aber festen, brutal gefangennehmendem Spinnennetz? (Manche sammeln Stacheldraht sogar, und in Texas gibts ein Stacheldrahtmuseum … perverse Welt.) Macht die Schönheit von Wassertropfen und natürlichen Strukturen die düsteren Assoziationen wett? Und warum hängt da so ein komischer Unterrock links oben in der Ecke des Bildes?

Oder sollen wir bloß stille sein und staunen?

[/german]
[english]

cobweb

Seen while cycling to work through the fog. The spider has finished its work for the day.

This image poses questions: Does the spider start from the outside or from the centre? Sure, she has to start where she can fix her web. And what is the relationship between hard, brutal, excluding barbed wire (some peopel even collect this stuff, and in Texas there’s a Devil’s Rope Museum) and soft but strong, brutal, insect-catching cobweb? Does the beauty of the water beads and the natural structure somehow redeem our somber thoughts?

Or should we just wonder in silence?
[/english]

14.
FEB

Hände hoch! Auf dem Pragfriedhof

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[german]Der Pragfriedhof in Stuttgart Nord ist überraschend geometrisch angelegt. Gefasst auf ein parkähnliches Juwel wie den Highgate Cemetery in London oder ein Grabmal-Labyrinth auf dem Hügel wie die Nekropolis in Glasgow, war ich von der Ordnungswut auf dem Pragfriedhof zunächst etwas ernüchtert. Aber ich war ja auf der Suche nach Händen für Martins Fotowettbewerb. Und die fand ich bald. Die nüchterne Geometrie des Friedhofs tat nämlich dem Pathos seiner Grabmalsfiguren keinen Abbruch. Sie zeigten mir bereitwillig ihre Hände:

Hände I

Hände II
Dies war mein glückloses Wettbewerbsfoto (zweites von oben)

Hände III

Hände IV
Vielleicht hätte ich lieber dieses letzte Foto einreichen sollen.
Es strahlt so eine zeitlose Ruhe aus. Oder was meint ihr?

Friedhofsfotografie ist ja überhaupt sehr beliebt, sowohl bei Fotografen als auch beim “Konsumenten” der Fotos. Wer kennt nicht den Klassiker, “Und alle Lust will Ewigkeit” von Isolde Ohlbaum?

Wer kennt weitere schöne Friedhöfe in Deutschland? Melaten in Köln scheint sich zu lohnen, wie man z.B. an Frank Krumbachs Fotos von dort ablesen kann. Außerdem natürlich der Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg, laut Wikipedia der größte Parkfriedhof und der zweitgrößte Friedhof – auf der Welt.

Die Teilnahme an Martins Wettbewerb hat sich also auch ohne Gewinn gelohnt. Hab endlich den Pragfriedhof besucht und dann noch ein paar weitere noch-zu-besuchende-Locations auf meiner persönlichen Liste.

[/german]
[english]The Prag Cemetery (Pragfriedhof) in North Stuttgart shows a surprisingly geometric layout. Hoping to find some kind of a parklike jewel like the Highgate Cemetery in North London or a tombstone labyrinth on a hill like the Glasgow Necropolis, I was a bit taken aback at first in the face of such order overdone. But then, I was looking for hands to photograph for Martin Gommel’s photo contest. And hands I found. The prosaic geometry of this cemetery did not, indeed, act against the pathos of its tombstone figures:

Hände I

Hände II
This was my luckless competition photo (above)

Hände III

Hände IV
Perhaps I should have submitted this last photograph. It seems to radiate such timeless peace. What do you think?

Photographing cemeteries is very popular, anyway, and most people also like looking at the results. Is there anyone who does not know the classic, Isolde Ohlbaum’s “Und alle Lust will Ewigkeit” (quoting Nietzsche and Ohlbaum’s most popular cemetery book)?

What other beautiful cemeteries are there in Germany, or in the rest of the world, for that matter? Cologne with Melaten comes to mind, as is evident from Frank Krumbach’s photography. Another one, of course, is Ohlsdorf Cemetery on the outskirts of Hamburg. Wikipedia calls it the greatest park cemetery and the second greatest cemetery of the world. Wow. Unfortunately I haven’t been there yet.

Taking part in Martin’s contest has already paid off, even without having won: I’ve seen Pragfriedhof, and I’ve added more photo-locations-to-be-visited on my personal list. [/english]