Sie interessieren sich für Fotografie und die Kunst des Sehens? Dann sind Sie hier richtig.
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30.
JUN
Sommerakademie Gestalterische Fotografie: Erster Tag
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So, der erste Tag meines Workshops ist vorbei. Ich sitze in einem Etablissement in Bad Lippspringe, in dem man neben Poolspielen und Wetten auch noch ins Internet gehen kann. Leider klappts in der Ferienwohnung mit dem Internetanschluss nicht so recht. Der Sohn des Hauses ist einfach zu beschäftigt …
Um 9.00 trafen sich alle Workshop-Teilnehmer, auch die der anderen Kurse (Bildhauerei, Malerei usw.), im Marstall-Café auf dem Areal von Schloß Neuhaus zum Frühstück. Ich lernte gleich eine nette Malerin (!) aus Hamburg kennen, die in meinem Fotokurs ist. Am ersten Tag lief in Valérie Wagners Kurs “Gestalterische Fotografie” neben Formalem, Vorstellungsrunde und Brainstorming schon einiges: 2 Teilnehmerinnen legten mitgebrachte Arbeiten auf den Tisch, die wir diskutierten. Durchaus kontrovers; immer wieder spannend.
Eine ziemlich heterogene Runde ist da zusammengekommen. Freischaffende Malerin, Architekturstudentin, langjährige Sommer-Akademie-Besucherinnen entsprechenden Alters, … mit entsprechend unterschiedlichen Vorerfahrungen. Bin gespannt, wie wir alles unter einen Hut kriegen. Da es aber vor allem um selbständige Arbeit, Bildbesprechungen und Konzeptentwicklung geht, können alle so etwa auf ihrem Niveau loslegen. Gewisse technische Grundlagen werden halt kurz wiederholt, das schadet nie.
Die Bedingungen in Schloß Neuhaus sind traumhaft: umflossen von Pader, Alme und Lippe, umgeben von Seen und Grünanlagen, findet das Seminar in einer wunderschönen Umgebung statt. Die Räume sind schön groß, wir haben einen Seminarraum, ein Malzimmer (Fotogramme und Ähnliches) und ein Fotolabor mit 8 Vergrößerungsplätzen. Zum Beiprogramm gehören Galerie- und Museumsbesuche, Kennenlern-Grillabend, Freilichttheater usw., alles natürlich freiwillig und vieles umsonst.
Meine tägliche 45-Minuten-Radtour von Bad Lippspringe (FeWo) nach Schloß Neuhaus (Paderborn), vorbei an weiteren Seen, durch Wälder, über wunderschöne Radwege (gesegnet sei Nord-, West-, vor allem nicht Süddeutschland!) wird mich fit halten. Weitere Berichte, vielleicht sogar mit Foto, werden folgen.
26.
JUN
10 Tipps für die fotografische Weiterbildung
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Ihr fragt euch sicher ähnlich wie ich immer wieder mal, wie ihr fotografisch weiterkommen könnt. Die Frage ist verständlich; schließlich möchte man nicht auf der Stelle treten, sondern neue Möglichkeiten, Themen, Herangehensweisen an die Fotografie kennen lernen. Einen bedenkenswerten Artikel über die Grenzen des Weiterkommens hat Adrian Ahlhaus vor einiger Zeit geschrieben. Ich selbst habe einige Zeit suchen müssen, bis ich für mich die richtige Mischung gefunden hatte. Die folgende Liste ist konzentriert auf die Bedürfnisse jener, die wissen, was Blende und Belichtungszeit sind, die einen eigenen Stil entwickeln möchten und denen es nicht (mehr/nur) um die pure Beherrschung der Technik geht.

So dornig ist der Weg, auf dem wir weiterkommen wollen …
- Regelmäßiger Austausch mit anderen in einem fortlaufenden Kurs: Über meine Foto-Peer-Group “Kunst des Sehens” (VHS-Kurs in Stuttgart) habe ich schon früher geschrieben. Gemeinsame Fotoexkursionen, Ausstellungsbesuche und vor allem immer wieder schlicht und einfach: Bilder auf den großen Tisch legen und darüber sprechen, optimalerweise unter Anleitung eines guten Fotografen. Alternativ bietet sich auch ein örtlicher Fotoclub an, hier muss man jedoch aufpassen, dass man nicht von Technikfreaks umgeben ist, die sich nur gegenseitig mit ihrer Ausrüstung beeindrucken wollen. Oder eine Entschuldigung fürs abendliche Bier suchen.
- Besuch von Ausstellungen von KünstlerInnen und FotografInnen: Eine nicht zu unterschätzende Inspirationsquelle. Glücklich, wer in oder im Umkreis einer kulturell gut versorgten Großstadt wohnt. Hilfreich ist es, eine Ausstellung mit anderen zusammen zu besuchen, um die ausgestellten Werke diskutieren zu können. Auch aus Malerei und Skulptur kann man übrigens viele Lehren ziehen für die eigene Fotografie: Bildaufbau, Umgang mit Licht und Schatten, Gestaltung …
- Eigentlich eng verbunden mit Punkt 2: Von guten Fotografen lernen. Ob man deren Bilder nun schätzt oder ablehnt: auch aus Ablehnung kann eine produktive Auseinandersetzung werden. Ein sehr wichtiger Punkt. Solche Werke lassen sich natürlich nicht nur in Ausstellungen, sondern auch in Fotobüchern (Monographien) studieren, die es übrigens auch in vielen Stadtbüchereien gibt – man muss nicht immer gleich 40 Euro ausgeben. Auch hier bringt es am meisten, die Fotos mit anderen zu diskutieren.
- Urlaub für die Weiterbildung opfern: Mehrtägige Fotokurse und Sommerschulen. Intensive Erlebnisse mit der Fotografie, und meist einen großen Qualitäts- und Motivationsschub, bringen gut ausgesuchte Kurse vorzugsweise an schönen Orten im In- oder Ausland. Sehr wichtig sind hier nicht nur die Bedingungen vor Ort (möglichst geringe Teilnehmerzahl, gute Organisation, erfahrene Kursleiter …). Auch den oder die Kursleiter, dessen/deren Lebenslauf und Portfolio sollte man sich gut anschauen. Interessiert mich, was er macht? Wird er oder sie mir etwas beibringen können? Ist der Kurs von Kameraherstellern gesponsert und womöglich nur eine gut getarnte Werbeveranstaltung? Einen guten Überblick über Fotokurse und Sommerakademien bietet Fototrainer.de, wo man nach Kursen in der eigenen Stadt suchen kann und aktuell eine Übersicht über fotografische Sommerakademien geboten wird.
- Auseinandersetzung mit der eigenen Einstellung zum Leben (ja!) und zur Fotografie: Was will ich erreichen? Welche Themen sind mir wichtig? Welche Ziele will ich mir in der Fotografie setzen? Dazu gehört auch, sich ein Thema zu suchen und es konsequent zu verfolgen und umzusetzen. Wie schwer das ist, weiß jeder, der es einmal versucht hat. Dazu gehört auch, ein Portfolio zu entwickeln oder ein “Body of Work”, wie es John Paul Caponigro in einem lesenswerten Aufsatz genannt hat (Download hier als pdf auf Englisch). Man kann sich dazu auch professionelle Hilfe suchen, sofern es der Geldbeutel erlaubt.
- Das gute alte fotografische Lehrbuch: Der Markt für Fotografie-Bücher ist inzwischen riesengroß und es ist relativ schwierig, die Spreu vom Weizen zu trennen. Besonders Bücher, bei denen die Kunst des Sehens und die Bildgestaltung im Vordergrund stehen, sind schwer zu finden. Eine aktuelle Neuerscheinung sollte man sich vielleicht ansehen: George Barrs “Besser Fotografieren”. Der US-Bestseller ist nun auch auf Deutsch erhältlich. Inhaltsverzeichnis, Einleitung und ein Auszug aus dem ersten Kapitel, die ihr auf der Webseite des Verlags ansehen könnt, lesen sich recht vielversprechend. (EDIT: Gelesen und empfohlen von Lars, siehe Kommentar.)
- Fotozeitschriften: Bitte kein werbestrotzendes Foto-Equipment-Testheft, was man wohl über mindestens 80 % aller Fotozeitschriften sagen kann. Ich hatte mich seinerzeit schon mal über dieses Thema ausgelassen. Meine Favoriten zur Zeit: Photonews (interessante Fotografen und Artikel, Neuigkeiten aus der Szene, viel guter Inhalt für wenig Geld) und Schwarzweiß (interessant auch für Farbfotografen: gute Fotoauswahl, Schwerpunkt auf Bildkritik und Gestaltung, hochwertig gemacht). EDIT: Ralf Spieß empfiehlt außerdem Photo International und Leica Fotografie International (auch für Nicht-Leicaner).
- Fotografie studieren: Wer entschlossen ist, sein Hobby zum Beruf zu machen und sich eine Fotografie-Lehre nicht vorstellen kann, wer jung genug ist oder sich fühlt, kann natürlich auch an ein Studium denken. Eine Übersicht über die Fotografie-Studiengänge in Deutschland mit weiteren Informationen gibt es auf der Seite Foto-Studium.
- Informationen aus dem Internet zusammensuchen: Diese eigentlich vielversprechende Möglichkeit ist gar nicht so einfach zu verwirklichen. In Foto-Foren und Communities wird eine echte Bildkritik kaum je geleistet. Im Internet am häufigsten zu finden sind technische Hilfestellungen bei der Umsetzung bestimmter Aufgaben, die technischen Grundlagen der Fotografie oder das Erörtern der Vor- und Nachteile bestimmter Ausrüstungsgegenstände. Gelegentlich trifft man dann auch auf wertvolle Tipps zur Gestaltung, leider meist im englischsprachigen Bereich.
- Fotografieren, fotografieren, fotografieren! Dieser Punkt steht nur deshalb am Ende, weil er sich eigentlich von selbst versteht und selbstverständliche, unabdingbare Voraussetzung für das eigene Weiterkommen ist.
Wenn ich diese 10 Punkte so lese, wird mir klar, dass für mich persönlich Punkt 1, 2/3, 5 und 10 am wichtigsten sind. Mit sich immer wieder verschiebenden Schwerpunkten.
Habt ihr noch mehr Ideen zur fotografischen Weiterbildung? Bitte weist in einem Kommentar darauf hin, ich werde sie dann in den Artikel einbauen.
Tipps von Schauplatz-Besuchern:
- Sich selbst limitieren, also z.B. nur mit einem 50-mm-Objektiv losziehen. Das schult das Auge auf eine bestimmte Brennweite und macht Spaß! (Ralf-Jürgen Stilz)
- Kaufe Bilder. Wer Kunden ansprechen will, der sollte selbst auch Kunde sein. (Uwe Mayer)
2.
JUN
Sommerakademie Gestalterische Fotografie: Noch Plätze frei
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Welcher Hobbyfotograf hat sich nicht schon einmal gewünscht, sich zwei Wochen lang konzentriert mit Fotografie beschäftigen zu können - und mit nichts anderem? Ohne Ablenkung durch Alltag oder Familie ein eigenes Thema entwickeln und es konsequent verfolgen? In der Auseinandersetzung mit anderen und unter Anleitung einer erfahrenen Fotografien?
In der tiefsten katholischen Provinz geht das sicher am besten :-). Dort bietet die Fotografin Valérie Wagner aus Hamburg im Rahmen der Sommerakademie im Schloß Neuhaus bei Paderborn einen Kurs “Gestalterische Fotografie” an. Der Kurs findet vom 30.6. bis 11.7. statt und kostet 260 Euro - für einen Kurs dieses Umfangs ein unschlagbarer Preis. Möglich wird das, wie ich vermute, weil die Sommerakademie vom Kulturamt Paderborn veranstaltet wird.
Die Arbeiten der Dozentin Valérie Wagner finden sich hier. Weitere Informationen über den Kurs gibt es dort unter Aktuelles/Workshops und auf der Webseite des Kulturamts Paderborn, das auch die Anmeldungen entgegennimmt. Wer hat noch Lust, an der Sommerakademie teilzunehmen?
31.
JAN
Meine erste Kamera lernt sehen
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Viel können musste sie nicht, meine erste Kamera: Ritsch - Objektivabdeckung fährt auf, Kamera ist eingeschaltet. Durch den Sucher (besser: Guckloch) geschaut, kurz orientiert, ob das Pferd die Ohren spitzt, Auslöser gedrückt – eine unnachahmlich scheußliche Geräuschmelange aus Schalten, Jaulen, Klacken, gefordert vom sirrenden Filmtransport, und schon kann das nächste Bild gemacht werden. Damit bin ich im Alter zwischen zehn und siebenunddreißig gut klargekommen. Ich war einfach nicht fotografiebegeistert. Erinnerungen festhalten, vor allem draußen, ging mit der Kamera tadellos. Heute weiß ich, warum: eine 35-mm-”Festbrennweite”, mit 1:2,8 recht lichtstark, damit kann man schon viel anfangen.
Kamera reist ohne mich um die Welt
Meine kleine Ricoh FF-700 (hier ein Bild eines Artgenossen) ist viel herumgekommen. Während meiner WG-Zeit habe ich sie ständig an Freundinnen verliehen, die damit Indien, Sri Lanka und China bereist haben. Aus China kam sie sogar mit einer original rot-goldenen Handbemalung, Motiv “Chinesischer Drache”, von einem Straßenmaler zurück. Das war auch der Grund, warum ich sie später nie entsorgt habe: sie ist mir einfach ans Herz gewachsen.
Vor ein paar Wochen habe ich sie entmottet, mit einer neuen Batterie gefüttert und mit einem Ilford FP4 Plus versorgt. Ich wollte mal schauen, was die Kamera kann, wenn ich sie an die Hand nehme. Der Fotografiergenuss war mäßig, weil ich mit dem Auslösegeräusch immer alles, was in ein paar hundert Meter Umkreis Ohren hatte, sofort verschreckt habe. Trotz ihrer Kompaktheit hat sie nicht das schöne Taschenformat heutiger “Digitalknipsen”, in der Hosentasche trägt sie ziemlich dick auf.
Aber so ab und an kam sie doch zum Einsatz, und das hat sie mitgebracht:
Wiederbegegnung mit der ersten Kamera: Was ist möglich mit der Technik von damals und dem fotografischen Wissen von heute?
Lehrreich bei solchen Experimenten ist, die Reduktion der Mittel zu erfahren, zu entdecken als eine Erweiterung der kreativen Möglichkeiten. Die Beschränkung aufs Nötigste nötigt dazu, sich auf wenige Dinge zu konzentrieren:
- die Motive suchen, zu denen Brennweite und Einfachheit der Kamera passen
- erfahren, wie die eigenen Beine dasn Zoom ersetzen können
- Perspektive einer festen Brennweite sehen lernen, sich daran gewöhnen, damit verwachsen
Kleines Blogprojekt: Meine erste Kamera
Was war eure erste Kamera? Habt ihr sie noch, und kommt sie noch manchmal zum Einsatz? Wie oft und für welche Motive benutzt ihr sie? Würde mich freuen, wenn ihr in einem Kommentar von euren Erfahrungen berichtet und auch einen Link zu aktuellen Fotos mit eurer “Mutter aller Kameras” beisteuert.
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