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30.
SEP

Fotografen vorgestellt: Maria Krause

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Maria Krause habe ich bei meinem Kurs “Gestalterische Fotografie” während der Sommerakademie Schloß Neuhaus kennengelernt. Sie fiel mir sofort auf als eine Frau mit einem ausgeprägten Sinn für Ästhetik. Sie hat vielfältige künstlerische Erfahrungen als Fotografin, Bildhauerin und Lehrerin für Bildhauerei.

Maria Krause, Spiegelporträt mit Kamera

Maria Krause, Spiegelporträt mit Kamera

In der Sommerakademie konnte sie mit dem vorgegebenen Thema nichts anfangen und haderte eine Zeitlang mit der Suche nach einer Alternative. Mit viel Durchhaltevermögen erarbeitete sie sich ihr eigenes Thema: Sie fotografierte in einer Teppichfabrik vor Ort. Darin konnte sie ihre Vorliebe für Materialien voll ausleben. Mit dem Ergebnis war sie dennoch nicht so ganz zufrieden.

Darum bat ich Maria für den Schauplatz um Fotos aus ihrer zum Kurs mitgebrachten Serie “Zeitungen und Zeit”, in der ein vergessener, vergilbter Zeitungsstapel ein Eigenleben entwickelt.

Maria Krause: “Zeitungen und Zeit”

Ein Klick aufs Bild führt zu Marias Fotos

Acht Fragen an Maria Krause:

1. Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Ich bin mit Fotografie augewachsen: Großvater - Berufsfotograf, Vater sehr guter Hobbyfotograf. Schon als Kind habe ich viele Stunden in Atelier und Dunkelkammer verbracht. Während des Kunststudiums habe ich Fotoseminare besucht und später u.a. für meine Lehrtätigkeit an Schule, Uni und Bildhauerkursen das Anschauungsmaterial produziert.

Mein künstlerisches Interesse gilt der Nahaufnahme, der abstrakten Malerei mit der Kamera.

2. Welchen Stellenwert hat die Fotografie in deinem Leben - was bedeutet sie dir?

Sie ist mein ständiger Begleiter.

3. Wie gehst du beim Fotografieren vor? Gehst du von einem Konzept aus oder passiert es eher spontan?

In einem Austellungstext habe ich mein Vorgehen wie folgt beschrieben:

Fundstücke sind ein Hauptthema meiner Fotografie.  Mit der Idee zu einem Projekt durchstreife ich die Welt mit künstlerisch geschulter Wahrnehmung und verhake mich an visuellen Reizen, die ich mit der Kamera in abstrakte Bildkompositionen verwandele. So entstehen Bilder mit malerischem, grafischem oder plastischem Charakter. Es interessieren mich dabei die Spuren, die Zeit und Naturkräfte ( oft ohne Eingreifen des Menschen ) hinterlassen.

4. Nach welchen Kriterien würdest du ein Foto als gelungen bezeichnen?

Ein Foto ist für mich gelungen, wenn es formal gut ist und emotional die beabsichtigte Botschaft transportiert.

5. Welche fotografischen Vorbilder hast du, und warum?

Wichtigstes Vorbild in der Fotografie ist für mich Karl Blossfeldt. Wichtiger ist lebenslanges Kunstinteresse.

6. Wie bildest du dich fotografisch weiter?

In erster Linie durch eigene Experimente; in Diskussionen mit Künstlern und Fotografen; 2008 in der Sommerakademie bei Valérie Wagner.

7. Welche Themen beschäftigen dich zur Zeit?

Zur Zeit bin ich im “Weltkulturerbe Völklinger Hütte” unterwegs. Für meinen kommenden Argentinienaufenthalt plane ich verschiedene Projekte, z.B. Fotografie in Museen.

8. Welche Fotos präsentierst du mir und den Schauplatz-Besuchern heute, und welche Bedeutung haben sie für dich?

Ich zeige einige Fotos aus der Serie “Zeitungen und Zeit”. Sie demonstrieren das, was ich oben über mein Vorgehen geschrieben habe.

Maria Krause präsentiert ihre fotografischen und plastischen Arbeiten auf ihrer Website maria-krause.de.

14.
AUG

Moo: Visitenkarten für Fotografen

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Wer wünscht sich nicht Visitenkarten, die auffallen, ohne billig zu wirken, die wertig aussehen und individuell, professionell und doch mit persönlichem Touch? Bei Fotografen liegt doch nichts näher, als die Visitenkarte mit einem eigenen Foto zu schmücken. Dann sieht der Empfänger gleich, was für Bilder der Fotograf macht. Am schönsten natürlich, wenn jede Karte ein eigenes Bild hat, damit man sich eine aussuchen kann.

All das bekommt man heutzutage mit dem eigenen Farbdrucker hin, da es festes Druckerpapier in Visitenkartenformat gibt. Es heißt aber, dass das nicht so das Wahre sein soll.

Screenshot der Moo Website

Screenshot der Moo Website

Zum Glück gibt es ja das Vereinigte Königreich, das wir alle für seine Exzentrik lieben. Deshalb haben einige findige Leute ihren Dienst auch Moo genannt (sprich: Muh!), ein Name, dessen Sinn mir nicht einleuchten will, der aber gleich etwas Sympathisches, weil völlig Zweckfreies ausstrahlt. Diese Leute – Slogan: A printing company, where every one is different – haben sich eine tolle Idee ausgedacht: Karten drucken lassen mit eigenen Fotos, aus dem Flickr-Account oder vom Rechner hochladen, schnell die Fotos sortiert, zugeschnitten, Rückseite gestaltet, und schon ist das Produkt bestellt.

Das Produkt: Postkarten, Aufstellkarten, Minikarten (entzückende kleine schmale rechteckige Dinger), Aufkleber und eben auch Visitenkarten. Die Webseite ist mit so viel Liebe gestaltet, dass man neugierig auf die Produkte wird.

So auch ich.

Und hier ist das Ergebnis:

Visitenkarten und Kartenetuis von Moo

Visitenkarten und Kartenetuis von Moo

Der Clou: Jede Karte kann anders sein. Je nachdem, wie viele Fotos man hochlädt, so viele Motive bekommt man. Zum Beispiel lade ich 12 Fotos hoch für 50 Visitenkarten, dann bekomme ich jeweils 4 Karten mit demselben Foto plus 2 Extra (4 x 12 = 48 + 2 = 50). Ich wollte es natürlich wissen und habe 50 hochgeladen. Die Rückseite kann man nach Belieben gestalten, mit oder ohne Logo oder weiteres Foto (wie bei mir), ein paar Layouts sind vorgegeben, die Auswahl der Schriften und Schriftfarben ist etwas beschränkt, aber vielleicht wird das mit der Zeit erweitert.

Ich muss sagen: ich bin sehr zufrieden. Ich habe von den drei Papiersorten (Classic Glanz laminiert, Classic matte und Recyclingpapier) das Matte gewählt, was sehr schön wirkt, unempfindlich ist gegen Fingerabdrücke, das Papier ist schön fest, die Farben sind so rausgekommen wie gewünscht; durch das matte Papier natürlich nicht ganz so brilliant. Weil ichs wissen wollte, habe ich mir auch noch zwei Etuis dazu bestellt: Im Foto oben links ist die pinkfarbene Version für wenige Karten. Die matten Karten lassen sich hier leider nur schwer hineinschieben und wieder herausziehen, so dass dieses Teil wohl in der Schublade liegen bleiben wird. Der Renner ist allerdings das Edel-Etui aus gebürstetem Metall und Leder (in meinem Fall außen dunkelbraun, innen Orange), mit einem Magneten im Deckel, so dass dieser immer schön zuklappt.

Nur hier kann man es so richtig genießen, das Etui zu zücken, 20 Visitenkarten auf dem Tisch zu verteilen zu sagen: “Suchen Sie sich eine Karte aus!”

Und weils so viel Spaß gemacht hat, gab es auch noch ein Set mit 20 Postkarten, die ebenfalls liebevoll verpackt in einem weißen Umschlag mit launigem Aufkleber bei mir ankamen:

Set von 20 Moo-Postkarten, Rückseite unbedruckt

Set von 20 Moo-Postkarten, Rückseite unbedruckt

Der Preis für die Produkte ist in Ordnung, etwas weh tut nur das Porto, das sich aus mir unerfindlichen Gründen mit jedem Produkt erhöht, denn bei unterschiedlichen Produkten, z.B. Visitenkarten einerseits und Postkarten andererseits, zahlt man 2 mal Porto, da sie getrennt verschickt werden.
Ich habe es mir gegönnt, weil ich die gute Qualität und die originellen Produktideen mag.

9.
AUG

Magic hour

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Zum Wochenende ein kleines Schmankerl für wochenend- und feriengeplagte Fotografen:

Danke an Fotografr für den Link.

30.
JUL

Ausstellungstipp: “Female Trouble” in München

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Lust an der Selbstinszenierung, Maskeraden, Fragen nach geschlechtlicher Identität und Repräsentation des Weiblichen in der Kunst – um diese Themen kreist eine Ausstellung, die zur Zeit in der Pinakothek der Moderne zu sehen ist:

Female Trouble: Die Kamera als Spiegel und Bühne weiblicher Selbstinszenierungen

Weg zur Ausstellung

Früher konnte ich Selbstinszenierungen nichts abgewinnen. Ich dachte höchstens: Ach, was für eitle Menschen müssen die sein, die so etwas machen. Meine Erfahrungen in der Sommerakademie Gestalterische Fotografie haben mich eines Besseren belehrt. Jetzt sage ich: Selbstinszenierung ist toll!

Nachdem ich meine Serie mit dem Titel “Vertrautes Land” in der Sommerakademie erstellt hatte, dachte ich bei mir: Eigentlich ist diese Selbstinszenierung eine Therapie für die Fotografin – der Betrachter der resultierenden Fotos hat nichts davon. Bei der Präsentation der Serie stellte ich dann aber fest, dass ich Unrecht hatte. Die Besucher konnten sich durchaus damit identifizieren.

Selbstinszenierung - Therapie oder Provokation

Nach dem Besuch der Ausstellung würde ich das ähnlich sehen: Ja, teilweise erschienen mir die Bilder stark therapeutisch (der Ausdruck ist übrigens in keiner Weise abwertend gemeint, ich will das Ganze auch nicht pathologisieren), vielleicht ist “heilend” der bessere Begriff. Der heilende Effekt mag aus dem Vertreiben beängstigender eigener Dämonen, der Darstellung unbewusster Ängste, wie in Francesca Woodmans Arbeiten “Polka Dots”, “House # 3″ und “House # 4″, Bilder, in denen die Fotografin sich an abblätternden Wänden eines verlassenen Hauses darstellt, verwischt mit dem Gesicht zur Wand oder unter einer Fensterbank an die Wand gepresst, mit wehendem Kleid und verschrecktem Blick oder gar hinter einer losen Kaminverkleidung verschwindend. Sehr starke, emotionale Arbeiten, die aber nicht nur der Fotografin etwas bedeuten. Offenbar finden hier, wie so oft in der Kunst, individueller Ausdruck und gesellschaftliche Bedürfnisse zusammen.

Andere Arten der Selbstinszenierung sind Experimente mit dem eigenen Körper, Provokation oder der Versuch, den eigenen Körper als Ausdrucksmittel und Projektionsfläche zu benutzen, wie in Ana Mendietas Serie “Glass on Body Imprints”:

Ana Mendieta

Ana Mendieta, “Glass on Body Imprints”, 1972

Prokante Selbstinszenierungen sind die “Self Portraits” von Sarah Lucas, die ich als “very seventies’” empfand, die aber zwischen 1990 und 1998 entstanden sind. Dass die Künstlerin hier den ambivalenten Blick auf weibliche Figuren aufs Korn nimmt und sich über verbreitete erotische Phantasien vom Weiblichen lustig macht – sie sitzt breitbeinig herausfordernd im Sessel, zwei Spiegeleier auf der T-Shirt-Brust -, mag stimmen, doch ich habe den Verdacht, dass sie sich einfach nur köstlich amüsiert hat.

Sarah Lucas
BesucherInnen bestaunen Sarah Lucas’ Selbstporträts

In der Ausstellung sind jedoch beileibe nicht nur Selbstinszenierungen vertreten. Monica Bonvicinis Videoinstallation “Destroy She Said” zum Beispiel ist eine Collage aus Filmausschnitten aus den 1950er bis 1970er Jahren, mit Bildern von Frauen, die sich an Wände lehnen, ängstliche Frauen, traurige, enttäuschte, verlassene Frauen in Filmen von Godard, Antonioni, Rosselini, Polanski und Fassbinder - hintereinander geschaltet, entlarven sie ein Frauenbild, das von Schwäche und Hilflosigkeit geprägt ist, ein Bild von der Frau, die sich immer an eine Wand lehnen muss, hinter der sie zugleich gefangen ist. Eine verwirrende und bedrückende Arbeit, die auf zwei schräg zueinander stehenden, sehr großen Leinwänden präsentiert wird, einfachen Holzkonstruktionen, die noch von Resten des Baumaterials umgeben sind. Dieser Aspekt ist mir allerdings etwas fremd geblieben.

Monica Bonvicini
Monica Bonvicini, “Destroy She Said”, 1998

Ein starker Magnet der Ausstellung sind natürlich die Werke von Cindy Sherman, die mit ihren “Untitled Film Stills” bekannt wurde. Sie ist mit der Serie “Bus Riders” (1976), mehreren Einzelwerken und einigen “History Portraits” vertreten. Letztere inszenieren Gemälde der Vergangenheit mit überzeugender technischer Perfektion, um diese klischeebehafteten Frauendarstellungen dann durch einzelne Gesten oder Details zu entlarven, meist künstliche Brüste, die irritierend wirken durch ihre malerische Darstellung, der man zunächst fast auf den Leim geht. Ein Beispiel ist “Untitled #216″, das hier im Hintergrund zu erahnen ist:

Cindy Sherman
Cindy Shermans Foto den hinter Besuchermassen

Cindy Sherman
Cindy Sherman, “Untitled #93″ (1981) und “Untitle #114″ (1982)

Über die erwähnten Fotografinnen (und Fotografen!) hinaus gibt es noch zahlreiche weitere zu entdecken – unter anderem Diane Arbus, Gertrud Arndt, Marta Astfalck-Vietz, Ellen Auerbach, Claude Cahun, Sophie Calle, Valie Export, Nan Goldin, Mathilde ter Heijne, Hannah Höch, Birgit Jürgenssen, Jürgen Klauke, Astrid Klein, Nikki S. Lee, Tracy Moffatt, Pierre Molinier,Pippilotti Rist, Katharine Sieverding.

Adlige und bürgerliche Rollenspiele im 19. Jahrhundert

Besonders spannend auch die Erkenntnis, dass es schon im 19. Jahrhundert Frauen gab, die sich vor der Kamera inszeniert haben. So etwa Virginia Oldoini Verasis Comtesse de Castiglione (1837-1899), die sich von einem Pariser Modefotografen in schönsten Posen ablichten ließ (etwa “Vengeance”, 1863-1867). Zu sehen sind auch wunderschöne Albuminabzüge aus den 1860er und 1870er Jahren von Julia Margaret Cameron, die allein schon das Anschauen lohnen.

Der Kuratorin Inka Grave Ingelmann, auch Herausgeberin des bei Hatje Cantz erschienenen Katalogs, hat eine aufregende Ausstellung zusammengestellt, auf der so manche Entdeckung zu machen ist. Die Schau ist noch bis zum 26.10.2008 in der Pinakothek der Moderne zu sehen.

Eingang zur AusstellungBesucherin asking for female trouble

Rezensionen der Ausstellung haben außerdem:

29.
JUL

Lightroom 2.0 ist da

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Ich hatte es schon geahnt, da ich in den letzten Tagen öfters Lightroom 2.0 in Online-Shops gesehen habe - sogar mit dem Vermerk “lieferbar”. Jetzt ist es draußen.

Ich habe die Beta-Version nicht getestet, da nicht klar war, ob man die Anpassungen der Fotos in die endgültige Version übernehmen können würde.

Die Highlights der neuen Version sind für mich:

  • Unterstützung von 2 Monitoren
  • Gezieltes Optimieren einzelner Bildbereiche mittels Pinseln (Abwedeln, Nachbelichten usw.)
  • Selektives Scharfzeichnen
  • Scharfzeichnung vor dem Druck

Damit tritt für mich (als Amateurin) Photoshop immer weiter in den Hintergrund. Das ist durchaus in meinem Sinne: eine Software reicht mir. Bei Bedarf benutze ich bislang entweder Photoshop 6 oder Photoshop Elements; letztere kenne ich aber noch nicht besonders gut.

Ich hoffe, dass man in Lightroom die Verschlagwortung vereinfacht hat. Das Konzept schien mir nämlich bislang ziemlich unausgegoren.

Einziger Nachteil der neuen Version: Man muss wieder Geld ausgeben. Mit rund 118 Euro für das Update ist es aber nicht so gravierend.

Weitere Informationen:

Viel Spaß beim Testen!