Sie interessieren sich für Fotografie und die Kunst des Sehens? Dann sind Sie hier richtig.
Some posts and pages are available in English and German. I'll be glad if you enjoy my pages on photography.
16.
FEB
Die Bloggerpersönlichkeit: Voyeur, Autist oder Selbstdarsteller?
Abgelegt unter Worte des Tages | Trackback
“Und wen interessiert das?” ist die häufigste Frage von Freunden oder Bekannten, wenn ich ihnen von meinem Blog (neuerdings: Blogs) berichte. Wenn ich dann versuche, die Faszination und meinen Antrieb beim Bloggen zu beschreiben, komme ich ins Schwimmen. Ich weiß es selbst nicht so genau, oder besser: Es gibt mehrere Gründe, mal ist der eine wichtiger, mal der andere.
Diese Sinnfrage stellen viele Blogger sich selbst und zum Überfluss noch befreundeten Bloggern. Eine bekannte, formalisierte Form solcher Selbstvergewisserung sind die Stöckchen, die immer wieder geworfen und manchmal sogar zu ganzen Bäumen (Blog-Speak: “Stöckchentracker“) zusammengebastelt werden. Ein Stöckchen ist eine Art Kettenbrief für Blogger, der als Alibi für die unersättliche Neugier gilt, man (Blogschreiber wie -Leser) dem anderen entgegen bringt, der diesen oder jenen supertollen, aufgemotzten, genial geschriebenen oder lustigen Blog aufgebaut hat. Je persönlicher die Details, umso besser, scheint man (mit gewissen Grenzen) zu denken.
Manche machen sich auch in eigenen Beiträgen Gedanken darüber, warum sie online so viele Details von sich Preis geben, warum es sie interessiert, von anderen private Vorlieben und Gewohnheiten zu erfahren …
Ich hab dazu auch so meine Thesen. Sie wechseln je nach Stimmung:
- Blogger sind Nerds, die nichts anderes machen, als vorm PC/Mac zu hocken, Pizza und Coke in sich reinzuschlingen und nach Nachrichten zu fahnden, die sie auf ihren Blogs recyceln können (Marke “schlecht kaschiertes News-Recycling”, Mehrwert < oder = Null).
- Blogger sind Schreibende, die mich und die Welt mit ihren rhetorischen Perlen bereichern. Ohne Blogs wäre keiner nichts und jeder alles, äh: ohne Blogs geht es nicht.
- Blogger sind Voyeure, die ihre Neigung in der Gesellschaft nicht unsanktioniert ausleben können und daher sogenannte “social software”, Web 2.0 und Ähnliches brauchen, um im Privatleben anderer herumschnüffeln zu können (frei nach BKA und Innenministerium, bloß ohne Strafandrohung) und sich selbst zugleich aufs bis aufs Hemd entblößen zu können. Motto: Besser notorisch als gar nicht berühmt.
- Blogger sind Autisten (echte Autisten bitte nicht beleidigt sein ob dieser Beleidigung!), die dick und hässlich sind, keine Freunde haben und deshalb nach Freundschaften im Netz hungern, Aufmerksamkeit suchen und darum immer gegenseitig in ihren Blogs kommentieren, damit der andere es auch tut. Bevorzugt bloggen sie auf A-Blogger-Blogs, um dadurch mehr Traffic und damit potentielle Freunde auf das eigene Blog zu locken. Sie sind Lock-Blogger, um nicht zu sagen Block-Logger …
- Blogger sind Technik-Freaks (eng verwandt mit Typ 1, dem Nerd), die alles Neue ausprobieren müssen und deshalb statt HTML, Flash, Java oder Ajax halt Wordpress, Movable Type oder Typo3 ausprobieren. Auf die Inhalte kommts nicht an, nur aufs Basteln.
- Blogger sind Wortkünstler und Philosophen. Es merkt bloß keiner, dass ihr Geschreibsel Selbstzweck ist.
- Blogger sind unausgefüllte Teenies, denen das Bloggen der Ersatz fürs Kreischen beim Beatles-Konzert ist. (Mit diesem Vorurteil haben wir wohl aufgeräumt, aber das soll’s ja immer noch geben …)
- Blogger sind unverbesserliche Internet-Kapitalisten aus der Ära der Dotcom-Blase, die immer noch hoffen, rasch das schnelle Geld machen zu können.
- Blogger sind ganz normale Fachleute, die ihr Spezial-Wissen geldlich oder unentgeltlich (warum eigentlich hie ein d, aber da ein t?) mit anderen teilen
Sonst noch was? Da ich gerade (nach langer Zeit mal wieder) Scheibenwischer gesehen und dazu Sekt getrunken habe, ist wohl ein wenig rheinischer Frohsinn in den Beitrag eingebrochen … (als Gast meine persönliche Neuentdeckung im Kabarett: Claus von Wagner mit einer überzeugenden Erklärung dafür, warum “die Jugend von heute” sich nicht zu Protesten aufraffen kann).
Trotzdem will ich noch der Pflicht genüge tun und den einen oder anderen zitieren, der sich zu diesem immer gleichen, immer wieder neuen Thema seine Gedanken macht:
- Schwerin, Schwerin mit “Du bist Blog oder Lob der Leidenschaft“
- einige weitere Kategorien, eher Negativbeispiele, beschreibt Don Alphonoso unter dem Titel “Die 5 beliebten Methoden für Blog-Awareness“. Seine einfache These des wahren Bloggens: “Man schreibt, weil man es braucht und will.” Dem ist nichts hinzuzufügen.
- Authentizität und Persönlichkeit kann man auch und sogar als wichtige Akquise-Faktoren bezeichnen
- manch einer entwickelt, ausgehend von der Frage, ob sie zu lebenslänglichem Bloggen verurteilt sind, eine regelrechte Blog-Philosophie
Die Menschen, die mich immer wieder nach dem Sinn der Bloggerei befragen, macht dieser Beitrag bestimmt nicht klüger. Aber mich vielleicht ;-).
Nachtrag (21.2.07): Ach, ich vergaß, es ist ja seit einiger Zeit nicht mehr in, sich Blogger zu nennen oder gar darüber zu schreiben. Aber das ist ja auch nur wieder eine Regel, eine Sprachregel nämlich: man “schreibt ins Internet”. Ehrlich gesagt klingt mir das zu sehr nach “Was bin ich cool und den gewöhnlichen Bloggern überlegen”. Außerdem widerstrebt es meinem Sprachgefühl. Das Internet ist nun mal nichts, wo man reinschreiben kann. Viel zu abstrakt.
Ach, ist mir eigentlich egal. Zu Blog-Ablehnern oder Internet-fernen Menschen sage ich künftig einfach: “ich pflege meine Website” (klingt eher nach Haustier, und damit liege ich auch gar nicht so falsch, oder? Das Blog als Edel-Tamagochi).
7.
FEB
Tagesschau bloggt
Abgelegt unter Worte des Tages | Trackback
Die Tagesschau ist unter die Blogger gegangen. Das ist nichts Neues, denn sie tun es schon seit dem 8. August 2006, aber mir ist es erst jetzt so richtig bewusst geworden (dank zeineku.de). Heut habe ich mich dort mal ein bisschen umgesehen und war recht angetan. Der Ton ist angesichts der 16 Blog-Autoren wechselhaft, aber doch meist frisch und unverkrampft. Interessant ist das, was hinter den Kulissen der Tagesschau vorgeht, allemal. Natürlich ist man neugierig, was beispielsweise Dr. Kai Gniffke über die Personalie “Nachfolge Sabine Christiansen” schreibt.
Und wer möchte nicht gern einen Einblick haben, auf welche Weise welche Nachricht mit welcher Gewichtung in der Tagesschau landet?
Nicht ganz so schön ist das Layout in zwei Punkten: 1) die Kommentare sind ohne deutliche visuelle Trennung hintereinander gehängt, zwar im Zebrastreifendesign, aber es fehlt Luft zwischen den Absätzen, und 2) die Beiträge könnten etwas aufgelockerter daherkommen, Zwischenüberschriften und hier und da mal ein Foto würden das schon entschärfen. Punkt 1 und 2 machen besonders aus viel kommentierten Beiträgen eine digitale Bleiwüste.
Der Feed ist jedenfalls abonniert, mal sehen, wie sich die Sache entwickelt.
4.
FEB
Jürgen gewinnt das Blogspiel
Abgelegt unter Lauschen | Trackback
Juhu, Jürgen ist diese Woche Gewinner beim Blogspiel, dem Wettbewerb des Deutschlandradios für künstlerische Audios und Podcasts. Sein Beitrag “Das 30. Jahr” kann hier als MP3 angehört werden. Beeindruckende Produktion: Der Anfang von Ingeborg Bachmanns Erzählung “Das 30. Jahr” wird von unterschiedlichen Laiensprechern gelesen. Das Ganze ist teils übereinander geschnitten, teils bruchstückhaft gelesen, mit Pausen an den richtigen Stellen …
Jürgen wurde auch in der Blogspiel-Sendung interviewt (hier anhören). (Die ganze Sendung von gestern ist ebenfalls als MP3 erhältlich.) Ein schöner Erfolg. Und: ja, ich bin mit Jürgen verbandelt (;-)) und natürlich unparteiisch …
Die Blogspiel-Sendung wird immer besser und hat sich einen festen Platz in meinen wöchentlichen Radiosendungen erobert. Weiter so!
1.
FEB
Happy Birthday, Schauplatz!
Abgelegt unter Worte des Tages | Trackback
Heute ist es soweit: Der Schauplatz feiert seinen ersten Geburtstag! Zeit für einen kleinen Rückblick, ein Innehalten, einen Ausblick in die Zukunft, und ein Glas Sekt.
1. Phase: Euphorie
Vor genau einem Jahr, am 1. Februar 2006, schrieb ich den ersten Eintrag. Ziemlich unzeremoniös ging es los, die ersten tastenden Schritte, die auch die ersten tastenden Schritte in der neuen Stadt waren, führten ins Kunstmuseum, erschlossen neue Musik und priesen “die Weite der Plätze “. Im ersten Monat schaffte ich immerhin 23 Einträge. Zusätzlich schrieb ich etliche Listen, in denen akribisch vermerkt wurde, was alles “ins Blog soll”. Needless to say, je mehr ich aufschrieb, umso mehr blieb ungeschrieben. Ein Problem, was mich die ganze Zeit begleitet hat und wohl auch unlösbar ist. Die Wochenarbeitszeit wird zwar verlängert, aber niemand kommt auf die Idee, dem Tag entsprechend mehr Stunden zu geben, damit der Anteil der Freizeit mitwachsen kann.
2. Phase: Lethargie
Im März hatte ich denn auch den ersten Durchhänger und schaffte nur sechs Beiträge, eigentlich nur vier, wenn man die privaten abzieht. Ach ja, der Monat war ja geprägt von der Renovierung der neuen Wohnung (Fenster streichen!), Fertigstellen von Aufträgen, Einleben in der norddeutschen Diaspora. Die Beiträge wurden länger, nachdenklicher und anspruchsvoller.
3. Phase: Konsolidie(rung)
In der Folge dümpelte das Blog so dahin, bis ich im Juni neuen Elan spürte. Aber ich war nicht allein: Die ganze Nation spürte neuen Elan, und so fand meine Serie über die “Gefühlte WM” mehr Leser, als ich erwartet hätte. Das waren die schönen Sommertage, an denen ganz Deutschland im Fußballtaumel schwebte und erst mit der Debatte um den neuen oder alten “Patriotismus” wieder Boden unter den Füßen bekam (oder rutschte uns der Boden unter den Füßen weg? ach nein, das kam erst mit der Gesundheitsreform …).
4. Phase: Technophilie
Ende Mai hatte ich übrigens am ersten Stuttgarter Webmontag teilgenommen und darüber einen Fotobericht verfasst. Inzwischen war ich auch beim Stuttgart-Blog als Autorin angemeldet und fühlte mich mehr und mehr vernetzt.
Zunehmend begann ich mich auch mit der Technik auseinanderzusetzen. Ich installierte neue Wordpress-Plugins, die den Schauplatz besucherfreundlicher machen oder mir Arbeit abnehmen sollten. Mit Basteleien kann man zudem wunderbar verdrängen, dass man in Wahrheit zu faul zum Schreiben ist. Das habe ich aber zum Glück rechtzeitig gemerkt.
Seit Juli, als der Schauplatz bei Robert Basics Aktion “Blogs vorstellen” zum Zuge kam, begann ich mich für Statistik zu interessieren. Seitdem läuft der Statcounter, der mir zeigt, dass die Besucherzahlen so zwischen 450 und 550 im Monat herumdümpelten. Seitdem habe ich ein wenig mehr Ehrgeiz entwickelt, im Januar fleißig geschrieben, mit dem Ergebnis, dass die Besucherzahlen im Januar erstmals die 1000er Grenze überschritten haben: yeah!!
5. Phase: Zeitnotstand
Noch mehr als die Zahlen interessieren mich natürlich die Inhalte. Anfangs ging es schlicht darum, das neue Medium zu erkunden, eine eigene Stimme zu finden. Nach dem ersten euphorischen Monat war es das Schwierigste, dabei zu bleiben und immer wieder neue Kraft aufzubringen, sich nach Feierabend noch an den PC zu setzen. Was las ich jüngst irgendwo: “Es gibt hundert Millionen Blogs und zweihundert Millionen Ex-Blogger.” (laut Gartner-Studie; Widerspruch gegen die prognostizierte Blog-Stagnation z.B. von Olaf Nitz.) Schließlich bin ich nicht nur Bloggerin (vulgo neuerdings: ich “schreibe ins Internet”), sondern auch Sängerin, Fotografin, Freunde-Besucherin und Neffen-Herzerin.
Zunehmend machen sich meine beiden Haupt-Hobbys, die Bloggerei und die Fotografie, Konkurrenz. Beide befruchten sich allerdings auch gegenseitig. Endgültig für eins entscheiden will ich mich zur Zeit nicht. Aber die Liebe darf auch nicht zu kurz kommen. (Zum Glück ist mein Liebster genauso internet-verrückt wie ich ;-).)
Ausblick und Danksagung
Sei’s drum, ich finde, der Schauplatz braucht wie heutzutage jede anständige Unternehmung eine Straßenkarte (newspeak: Roadmap), und die sieht ungefähr so aus:
- allgemeine Verstärkung der Vernetzung, unterfüttert durch persönliche Kontakte
- englische Kolumne “Schauplatz Weekly” bis Mitte 2007
- Erneuerung des nicht ganz staubfreien Designs bis Ende 2007
- 2000 “unique visitors” im Monat zum zweiten Schauplatz-Geburtstag
Nachdem ich mich so weit aus dem Fenster gelehnt habe, muss ich eure Aufmerksamkeit schnell ablenken, indem ich mich bedanke bei allen (absolut wenigen, aber darum umso wertvolleren) Besuchern, Wegbegleitern, aus der Ferne gelegentlich Vorbeischauenden : Danke für eure Treue!
Am schönsten am Bloggen ist für mich nach wie vor das Schreiben selbst. Es ist eine Publikationsform, deren Inhalte ich vollkommen selbst bestimme und die ohne großen finanziellen und technischen Aufwand auskommt. Das Zweitschönste ist die Tatsache, dass man interessante Menschen kennenlernt, die vielleicht aus einer ganz anderen Ecke kommen (geografisch, biografisch usw.), mit denen man aber wichtige Interessen teilt. Solche Kontakte haben sich gerade in den letzten zwei Monaten vermehrt entwickelt.
Also: es bleibt spannend, für mich und hoffentlich auch für euch!
27.
JAN
Interna: Hilfe, ich ersticke!
Abgelegt unter Worte des Tages | Trackback
Wer nicht glaubt, dass ich an einem Schreibtisch in diesem Zustand arbeiten kann, liegt gar nicht so falsch … Links türmen sich die zu rezensierenden Bücher, daneben der Stapel “ganz wichtig, unbedingt erledigen!” (Rechnungen vor allem), zur Zeit überlagert von Zeitungsausschnitten zu Themen, die ich demnächst schreiberisch verarbeiten will … und eins führt zum anderen. Meine Tastatur versteckt sich fast erfolgreich vor meinen Fingern, die allerdings erstmal dazu verdammt wurden aufzuräumen. Abgelenkt werden sie von dieser genussvollen Aufgabe allerdings von dem leckeren Mohnkuchen, den mir J. aus der realen Welt (was war das nochmal? liegt die auch irgendwo in dem Stapel?) mitgebracht hat.
Was mache ich falsch? Hilft lautes Schreien? Rausgehen und einen anderen Raum in Unordnung bringen? Der Point of no hardly any return ist erreicht: Der Punkt, wo ich mich in meinem Zimmer so unwohl fühle, dass ich nicht umhin komme aufzuräumen.
Als Belohnung winkt immerhin, dass die Seele bei der Gelegenheit meist auch ein klein wenig aufgeräumt wird. Bloß: dabei kommen manchmal auch neue Ideen für neue Projekte heraus. Und dann geht das ganze Spiel von vorne los …
Und damit der Beitrag für euch auch einen kleinen Mehrwert hat, verlinke ich hier noch einige nützliche Adressen:
- “Die Ordnung der Bücher” (Riesenmaschine)
- “Die Ordnung ist das halbe Leben?” (DonsTag)
- “Das Chaos wertschätzen” (Geistesblitz.de, sehr ermutigend)
Site information:
Recent posts:
Recent comments:
- Fotoalbum: Schreiben Schreiben in ein Gästebuch oder ein Blog ist manchmal wirklich nciht leicht. Aber wer ein wenig...
- Claudia: @nord67: sehr löblich
@R. Kneschke: nein - hab mal angeschaut, aber nichts bestellt. kann mir nichts... - R. Kneschke: Hast Du das mit dem Müsli-Versand über das Internet schon mal ausprobiert?
- Manfred: … nur eine kleine Anmerkung: Sammatz liegt (fast) am Ende der Welt, jedenfalls von Süden aus gesehen....
- nord67: Bin zwar nicht so ein Müsliesser, aber wenn, stelle ich es mir auch selbst zusammen. Danke für den Tipp mit...
My photography:
My neighbours:
- Bildjournalisten
- bildwerk3
- Die Welt der Photographie
- Fotofeinkost
- fotografr.de
- Happy Shooting
- Intermayer.com
- ISO 800
- Kwerfeldein
- Lens-Flare
- Nachbelichtet
- realfragment
- So gesehen
- The Public Eye Blog
- The Sonic Blog
- For my del.icio.us photography bookmarks, see Fotolinks.







