Sie interessieren sich für Fotografie und die Kunst des Sehens? Dann sind Sie hier richtig.
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19.
JUL

Sommerakademie Gestalterische Fotografie: Ein Thema entwickeln

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So, nun nach einer längeren Denkpause mal weiter mit meiner Sommerakademie:

Nach den technischen Fingerübungen widmen sich nun alle Teilnehmerinnen (wie es der Zufall will, ausschließlich Frauen) ihrem eigenen Thema. Unter dem Stichwort “Gestalterische Fotografie” ist im Folgenden eher künstlerische Fotografie zu verstehen als … andere, aber wo die Grenzen liegen bzw. ob sie überhaupt wichtig sind, muss jede(r) selbst entscheiden.

6 Monate sind für die Entwicklung und Durchführung eines Themas übrigens ein normaler Zeitraum, wir haben das Ganze in 10 Tage gequetscht. Inklusive Fotos entwicklen (lassen) und Ausstellung konzipieren. Anfangs kam uns diese Zeit lang vor, aber das hat sich schnell gegeben.

Schloss Neuhaus bei Paderborn

Im Kurs gingen wir bei der Entwicklung und Bearbeitung unseres fotografischen Themas, unserer Serie in etwa so vor:

Wie entwickelt man ein fotografisches Thema?

  • Brainstorming des (vorgegebenen) Themas gemeinsam, evtl. Auflösung des Themas in Unterthemen, dafür jeweils separaten Gehirnsturm entfachen (z.B. Summertime = Sommer + Zeit)
  • Befrage dich selbst:
    • Welche Begriffe in dem Brainstorming rühren dich an, rufen ein Echo hervor?
    • Was genau ist es, was dich interessiert, wie kannst du es genauer “einkreisen”?
    • MIt welchen Themen hast du dich bislang beschäftigt, zu welchen (genauen) Themen hast du (immer wieder) Serien erstellt, was lässt dich nicht los?
    • Was interessiert dich im Leben allgemein, ganz grundsätzlich?
    • Welche Erfahrungen und Talente bringst du mit? Also: Wo kommst du her, was kannst du besonders gut, auf welchem Gebiet kennst du dich gut aus?
    • Was hast du dir bis jetzt noch nicht zugetraut, was möchtest du gern ausprobieren?
  • Wenn du deine Idee, dein Thema gefunden hast: Was ist es, was dich an diesem Thema reizt? Wie kannst du deine Idee dem Betrachter vermitteln? Welche Fotos, welche Art von Fotos drücken dein Thema am besten aus? Wie “übersetzt” du die Idee (vielleicht ein abstrakter Begriff, vielleicht ein Gefühl) für die anderen, die Betrachter deiner Bilder?

Nicht knipsen, sondern denken!

All diese Fragen und Überlegungen finden statt, bevor du überhaupt etwas fotografiert hast. Wichtig ist also: bring Gehirn und Seele auf Touren, öffne dich (dir selbst gegenüber), sei ehrlich mit dir, spür in dich hinein. Das klingt manchen vielleicht nach Esoterik oder Psychokram, aber für die Fotokunst halte ich es für unabdingbar. Stellst du dir die Fragen nicht gleich zu Anfang, so wirst du spätestens beim “Losknipsen” früher oder später merken, dass du Fragen hast.

Zum Beispiel: Dich faszinieren alte Gemäuer, Verfall, Wände, Materialien, verrottendes Holz, verrostendes Metall. Willst du all das in eine Serie bringen, stellen sich solche konkreten Fragen: Was ist es genau, was mich daran interessiert? Das Alter, die Vergänglichkeit, der Zahn der Zeit, die Veränderlichkeit des Materials? Und was hat das alles mit mir zu tun? Die Antworten auf diese Fragen sagen dir, welche Fotos du auswählen musst und welche aussortieren. Welche Fotos transportieren dein Anliegen am besten?

Jetzt kanns losgehen: Das Thema “anfotografieren”

Bevor du im stillen Kämmerlein oder auf der grünen Wiese, wo du nachdenkst, einschläfst, solltest du dich aufraffen und die nun schon viel schwieriger gewordene Aufgabe angehen: Anfotografieren. Mit dem Notizbuch in der Hosentasche und dem Equipment, das dir für deine Aufgabe geeignet scheint (nicht zu viele Objektive, die lenken vom Thema ab), gehst du raus bzw. dorthin, wo du fotografieren willst, und fängst an. Spätestens jetzt wirst du feststellen, dass dir die Antworten auf die vorab gestellten Fragen sehr gelegen kommen. Oder, dass du die Fragen eigentlich noch gar nicht beantwortet hast und erstmal weiter nachdenken musst.

Wie es weitergeht, wird demnächst verraten.

17.
JUL

BarCamp Stuttgart: Anmeldung läuft

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Logo BarCamp Stuttgart

Ziemlich off topic, aber vielleicht doch nicht ganz: Das BarCamp Stuttgart findet am 27./28. September im Literaturhaus Stuttgart statt. Die Anmeldung läuft schon auf vollen Touren, aber es sind noch Plätze frei.

Ich würde mich freuen, einige Fotografie-Blogger zu sehen, damit wir uns mal über ein Bündeln der Kräfte oder gemeinsame Projekte austauschen können – jenseits von Blogparaden, Fotowettbewerben und Umfragen. Wir müssten doch eine Session zusammenkriegen, oder?

Für die Anmeldung müsst ihr euch erst ein Profil bei mixxt anlegen und dann im Netzwerk “Barcamp Stuttgart” anmelden. Dann auf die entsprechende Veranstaltung gehen (Freitag abend: Get-together, Samstag oder Sonntag, oder alle drei) und rechts auf “Ich nehme teil” klicken. Außerdem natürlich Vorschläge für Themen (”dieses Thema interessiert mich”) oder Sessions (”Ich biete folgendes an”) abgeben. Also: ihr schafft das schon :-).

Würd mich über ein paar ähnlich gesinnte Fotografie-Freunde freuen. Wie wärs?

10.
JUL

Tag der Offenen Tür in der Sommerakademie

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Ihr denkt wahrscheinlich, während der Sommerakademie hat mich jemand vom Fleck weg engagiert, und vor lauter Aufträgen vergesse ich die Fortsetzung meiner kleinen Serie über den Kurs “Gestalterische Fotografie”. Weit gefehlt. Ich bin so beschäftigt mit meinem Fotoprojekt, dass mir abends für zeitraubende Bild- und Beitrags-Hochladereien per 56k-Verbindung die Kraft fehlt. Daher müsst ihr euch noch ein paar Tage gedulden. Einstweilen könnt ihr mal schauen, wie schön es hier im Paderborner Land ist:

Landschaft der nördlichen Egge

Eins sei aber doch gesagt: Eine ganz neue Erfahrung ist es, zunächst ein Thema zu entwickeln und dann fotografieren zu gehen, um es zu verwirklichen. Sonst gehe ich eher los und schaue, was sich ergibt. Die Interpretationen kommen dann nachträglich. Ein äußerst interessante und teilweise unangenehmer Prozess. (Zum Beispiel: Dies und jenes hat nicht geklappt, hier und da fehlt noch ein Bild. Jetzt muss ich da nochmal hin und “nachfotografieren”. Öd. Mecker. - So öde ist es dann aber doch nicht. Und hinterher freut man sich über wundersame Themenentwicklungen. Wie wer wo was, das erfahrt ihr bald.)

Abend der Offenen Tür in der Sommerakademie

Und noch eins: Morgen (d.h. heute, Donnerstag, der 10. Juli 2008) zwischen 18 und 22 Uhr werden in einem “Tag der offenen Tür” die Ergebnisse der Sommerakademie präsentiert. Wer Lust hat zu kommen, ist herzlich eingeladen. Wir sind auf dem Gelände von Schloß Neuhaus im Haus der VHS, über dem Marstallcafé im 1. Stock (Raum 5 und Flur), zur Anreisebeschreibung bitte hier entlang.

3.
JUL

Sommerakademie Gestalterische Fotografie: Technische Grundlagen

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Zwölf Teilnehmerinnen, eine Dozentin: macht dreizehn verschiedene fotografische Niveaus. Obwohl der Kurs nicht für AnfängerInnen ausgeschrieben war, haben sicher die Hälfte kaum Vorerfahrungen bzw. nur geringe technische Grundlagen. Daher stand am Anfang unseres Kurses die Wiederholung (für einige) bzw. Aneignung der erforderlichen Kenntnisse. Frau ist ja keine Spielverderberin, macht mit und stellt fest, dass die eine oder andere Grundlage von der Wiederholung durchaus profitiert. Teilweise ergeben sich ganz neue Erkenntnisse und Schwierigkeiten.

  • Schwierigkeit 1: Bei allen Übungen Autofokus aus. Meine Güte, ich bin wahrlich kein Autofokus-Freak, steige aber sonst in letzter Zeit eigentlich nur im Notfall auf manuell um, ich gestehe es. Die Devise im Kurs hingegen lautet: Nur im Notfall Autofokus benutzen! Bei manchen Übungen ist das schwierig, siehe unten.
  • Schwierigkeit 2: Bewegungsunschärfe. Eigentlich kein Problem, denkt die geübte Fotografin. Leider hat sie aber keine intuitive Einschätzung davon, bei welcher Situation und welcher Helligkeit z.B. die Beinbewegung eines vorbeigehenden Passanten verwischt wird. Der Verwacklungsschutz meiner E-510 hat jegliches Gefühl für die Darstellung von Bewegung verdorben. Ich erfahre bei unseren Übungen im Paderquellgebiet, dass nicht nur Licht und Geschwindigkeit des Objekts sondern auch Abstand zum Motiv einen Einfluss haben.
  • Schwierigkeit 3: Mitziehen. Das habe ich eigentlich erst einmal in meinem Leben bewusst geübt, nämlich vor ca. vier Jahren, als bei mir der Fotowahn anfing. Bei einem Bus in der Heilbronner Fußgängerzone hat es wunderbar geklappt. Damals war ich aber auch noch an das Arbeiten ohne Autofokus gewohnt (Minolta X-700). Mitziehen ohne Autofokus entpuppte sich als richtige Herausforderung. a) Mitziehen bei einem Fußgänger klappte gar nicht (zu langsam). b) Mitziehen bei Radfahrern klappte halbwegs, das Tempo stimmte ungefähr, aber dafür war es schwer, das Objekt halbwegs scharf abzubilden (der Fußweg, wo sie vorbeifuhren, war leicht in unsere Richtung gebogen, zuerst waren wir zu nah dran usw.). Hier mein bester Versuch, an dem das Schönste nicht die Schärfe ist oder der schaurige Hintergrund, sondern die nicht unbedingt gewollte Verwischung an den Laufrädern. Nun ja:

    Mitgezogen

    Dann kam wir auf die Idee, ein bisschen Bauchmuskeltraining zu machen: Zurückgelehnt auf dem Rasen, Fuß anvisiert und schön mit dem Fuß gewackelt. Das wars:
    c) Mitziehen mit dem eigenen Fuß. Da weiß man immer genau, wie schnell er sich bewegt, und bewegt sich synchron.
    Insgesamt wäre ein Stativ natürlich hilfreich gewesen …

    Mitziehen mit dem eigenen Fuß

Morgen gehts dann um die Entwicklung einer Bildidee. Da wirds richtig spannend.

2.
JUL

[german]Ungebetene Gäste sind manchmal willkommen[/german][english]Even uninvited guests can be welcome[/english]

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[german]Beim wohlverdienten Ausruhen vom anstrengenden Fotokurs im Tee- und Kaffeestübchen in Paderborn stellten wir fest, dass nicht nur die menschlichen Gäste den Erdbeerkuchen hervorragend fanden. Auch dieses Rotkehlchen wollte etwas für die lieben Kleinen mitnehmen. Auf unsere freundliche Ansprache hin kam es sofort herbei und fraß uns aus der Hand:

Robin Redbreast stealing cake

Schön, wenn auch mal 100 mm für die Orni-Fotografie ausreichen …

[/german]
[english]When we were relaxing in a Café in Paderborn after our demanding photography workshop today, we found that the local strawberry cake was a favourite with the local robin. When we spoke to it in friendly tones, it came to us immediately and took the cake from our hand and brought it home to his hungry offspring.

Robin Redbreast stealing cake

It was nice to find that in rare cases, 100 mm is quite enough for birdwatchers’ photographs …

[/english]